Fibonacci-Techniken

Fibonacci-Techniken

Die Fibonacci-Techniken gehören zu den mathematischen Analyseverfahren („Line-Studies“), mit deren Hilfe Linien in einen Chart eingezeichnet werden können, um Kursziele zu bestimmen oder Widerstands- und Unterstützungszonen bzw. Wendepunkte vorherzusagen. Die Ansätze gehen auf die von dem bedeutenden italienischen Mathematiker Leonardo „Fibonacci“ da Pisa bereits Anfang des 13. Jahrhunderts entdeckte unendliche Zahlenreihe zurück, die 1920 erstmals durch Ralph Nelson Elliott, dem Entwickler der Elliott-Wellen-Theorie, auch an der Börse eingeführt wurde.

Die Magie der Fibonacci Zahlen liegt in ihren Teilungsverhältnissen

Das Besondere an der Fibonacci-Zahlenfolge 0, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144 usw., die auch in der Natur vorkommt und wegen ihrer Nähe zum sogenannten „Goldenen Schnitt“ beispielsweise auch von Biologen, Designern und Architekten verwendet wird, besteht in der besonderen Beziehung der Zahlen zueinander. Dabei entspricht jede Zahl genau der Summe der beiden vorherigen Zahlen. Für Charttechniker stehen allerdings weniger die Zahlen selbst als vielmehr die Verhältnisse zwischen ihnen im Mittelpunkt, um z.B. mögliche Korrektur- oder Kursziele zu berechnen. So ergibt sich durch Division einer Zahl durch die nachfolgende Zahl näherungsweise der Wert Phi = 0,618, während eine Teilung durch die vorangehende Zahl automatisch zum Kehrwert 1+Phi = 1,618 führt. Je größer die verwendete Fibonacci-Zahl dabei ist, desto stärker nähern sich die Werte diesen beiden natürlichen Konstanten an. Daneben werden in der Charttechnik auch noch verschiedene andere Fibonacci-Verhältniszahlen verwendet wie z.B. der Wert 0,382, der sich bei Division durch die übernächste Zahl ergibt und 1-Phi entspricht.

Fibonacci-Retracements bestimmen mögliche Korrekturziele

Zu den bekanntesten Fibonacci-Techniken gehören die sogenannten Fibonacci-Retracements. Selbst während eines Trends kommt es immer wieder zu Korrekturen, bevor sich dieser weiter fortsetzt. Dabei haben Beobachtungen ergeben, dass diese Gegenbewegungen vielfach an Fibonacci-Marken enden. Fibonacci-Retracements werden deshalb eingesetzt, um mögliche Kursziele im Rahmen einer Korrektur des vorherrschenden Trends festzulegen. Das Korrekturpotential lässt sich dabei bestimmen, indem die Retracements ausgehend von der Kursdifferenz zwischen dem Hoch- und Tiefpunkt der vorangehenden Trendbewegung auf Höhe der jeweiligen Fibonacci-Niveaus als Widerstands- bzw. Unterstützungslinien in den Chart eingezeichnet werden. In der Praxis werden hier häufig die Verhältnisse 23,6%, 38,2%, 50% (als Mitte) sowie 61,8% verwendet. Wird ein Retracement-Level signifikant verletzt, wird das nächstfolgende Niveau automatisch zum neuen Kursziel. Fibonacci-Retracements sind umso aussagefähiger, wenn sie mit anderen charttechnischen Widerstands- bzw. Unterstützungs-Marken zusammenfallen.

Fibonacci-Retracements bestimmen mögliche Korrekturziele

Fibonacci-Projektionen legen potentielle Kursziele in Trendrichtung fest

Während Fibonacci-Retracements dazu dienen, Kursziele innerhalb einer Trendkorrektur zu ermitteln, bieten Fibonacci-Projektionen bzw. -Erweiterungen (Extensions) die Möglichkeit der Abschätzung von Kurszielen in Trendrichtung. Auch hier ist es notwendig, die Kursdifferenz zwischen einem Hoch- und einem Tiefpunkt als Basis für die Errechnung und Einzeichnung der jeweiligen Fibonacci-Niveaus festzulegen. Dabei ergeben sich die einzelnen Linien bei einem Aufwärtstrend durch Addition des jeweiligen Levels zum lokalen Hochpunkt. Bei einem Abwärtstrend ist es genau umgekehrt. Neben den bekannten Fibonacci-Retracements und -Extensions gibt es weitere Techniken, die auf die berühmte Zahlenfolge zurückgehen. So lassen sich in einen Chart auch sogenannte Fibonacci-Fanlines einzeichnen, bei denen es sich um Fächerlinien handelt, die je nach Trendrichtung von einem markanten Tiefpunkt (Aufwärtstrend) oder Hochpunkt (Abwärtstrend) ausgehen und bedeutende Widerstands- und Unterstützungsbereiche festlegen.

Fibonacci-Projektionen legen potentielle Kursziele in Trendrichtung fest

Zeitbezogenes „Fibonacci-Trading“

Aber auch der Zeitfaktor kann mittels Fibonacci-Zahlen in die jeweilige Trading-Strategie integriert werden. So lassen sich über Fibonacci-Zeiterweiterungen (Time Extensions) ausgehend von dem Abstand zweier Extrempunkte (Hoch- und/oder Tiefpunkt) auf der waagrechten Zeitachse an bestimmten Fibonacci-Marken senkrechte Linien einzeichnen, die Aufschluss darüber geben sollen, wann mit einer möglichen Trendumkehr zu rechnen ist. Eine weitere zeitbezogene Methode sind die sogenannten Fibonacci-Zeitzonen (Time Zones). Auch dabei steht die Suche nach einem Wendepunkt im Kursverlauf im Vordergrund. Allerdings werden hier anstelle der Fibonacci-Verhältnisse die Fibonacci-Zahlen selbst verwendet, indem sie zu dem Datum eines Extrempunkts addiert und als entsprechende Linien in den Chart eingezeichnet werden.

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