Beispiel Rene Benko: So (un)sicher ist „Betongold“

In der historisch beispiellosen Niedrigst- bzw. Nullzinsphase nach dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise 2008/2009 machte „Betongold“ seinem Namen alle Ehre. In dieser Zeit war Geldanlage in Immobilien praktisch eine todsichere Angelegenheit. Denn das Geld dafür war in Form von fast zinslosen Krediten in Hülle und Fülle vorhanden, gleichzeitig schienen die Immobilienpreise angesichts der enormen Nachfrage nur noch den Weg nach oben zu kennen.

Aufstieg und Fall des Immobilien-Tycoons Rene Benko

Vor diesem Hintergrund stieg der österreichische „Wunderwuzzi“ Rene Benko mit seiner Signa-Gruppe zum Immobilien-Tycoon auf. Sein Rezept lautete: „Innenstadtimmobilien haben eines gemeinsam. Sie sind rares Gut, und von daher werden sie von Jahrzehnt zu Jahrzehnt mehr wert sein.“ Von diesem Credo konnten die externen Geldgeber offenbar leicht überzeugt werden, wodurch spektakuläre Übernahmen wie unter anderem der Karstadt-Warenhauskette oder Galeria-Kaufhof möglich waren. Doch das scheinbar unaufhaltsame Signa-Wachstum zum größten europäischen Immobilienkonzern fand 2024 ein jähes Ende. Bereits 2022 mit dem Start der Zinswende in Europa und den USA begann es im Gebälk des verschachtelten Firmengeflechts zu krachen. Und sukzessive schlitterten eine Tochtergesellschaft nach der anderen in die Insolvenz.

Möglicherweise hing der rasante Signa-Aufstieg auch mit unsauberen Bewertungsmethoden (Stichwort überhöhte Mieten), Insichgeschäften, Bilanztricks und/oder gezielten Verflechtungen mit politischen Entscheidungsträgern zusammen. Diese Aspekte dürften die Insolvenzverwalter und -gerichte in den kommenden Monaten/Jahren zu klären haben. Fest steht:

Überhitzter Immobilienmarkt

Der Zusammenbruch der Signa-Gruppe illustriert die Anfälligkeit des Immobilienmarktes für Überhitzungen und die damit verbundenen Risiken von Immobilieninvestitionen. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung des DAXsubsector All Real Estate (Performance) Index wider, der die Performance der größten börsennotierten deutschen Immobilienunternehmen abbildet. Zu den im Index vertretenen Unternehmen gehören unter anderem Vonovia, LEG Immobilien und TAG Immobilien.

Nachdem die Notierungen des deutschen Immobilienindex während der Finanzkrise binnen knapp zwei Jahren um 84% abgestürzt waren, folgte eine mächtige 848%-Rallye bis August 2021. Doch die darauf folgende Korrektur ging spätestens ab dem Beginn der Zinswende der EZB im Juli 2022 erneut in den freien Fall über. Bis März 2023 summierten sich die Verluste auf -66%, womit sich innerhalb von weniger als zwei Jahren also zwei Drittel des Wertes in Luft aufgelöst haben. Nicht nur für Rene Benko, sondern für viele Immobilien-Investoren heißt es also: Wie gewonnen, so zerronnen. Und das vermeintlich sichere „Betongold“ entpuppt sich aus Anlegersicht auf Dauer als höchst riskantes Unterfangen.

„Betongold“ als Langfristinvestment höchst riskant

In Phasen einer laufender Erholungs-Rallye werden häufig Stimmen laut, die von vermeintlich günstigen Einstiegsmöglichkeiten sprechen. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da solche Investitionen oft spekulativen Charakter haben und mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Insbesondere Turnaround-Spekulationen, also Wetten auf die Erholung von Unternehmen in Schwierigkeiten, können riskant sein. Es ist daher ratsam, solche finanziellen Abenteuer sorgfältig zu prüfen und die potenziellen Risiken abzuwägen.Denn:

Von den im deutschen Immobilienindex enthaltenen Aktien qualifiziert sich keine einzige als boerse.de-Aktienbrief-Champion. Und dass Immobilienaktien in der Champions-Auswahl überhaupt nicht vorkommen, hat einen guten Grund. Denn das Champions-Prädikat wird ausschließlich den laut objektiven Kennzahlen der Performance-Analyse langfristig besten Aktien der Welt verliehen. Das heißt:

Investments in Immobilien mögen dann sinnvoll sein, wenn es bspw. um die Deckung des eigenen Wohnbedarfs geht. Geht es um den langfristigen Vermögensaufbau, dann orientieren Sie sich besser an den Champions aus dem boerse.de-Aktienbrief, in die Sie bequem über die intelligenten boerse.de-Fonds (boerse.de-Aktienfondsboerse.de-Weltfondsboerse.de-Technologiefondsboerse.de-Dividendenfonds) investieren können. Ab einem Anlagevolumen von 100.000 Euro können Sie sogar alle 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions über den Direktanlageservice myChampions100 auf einen Schlag ins Depot holen. Und als ideale Depotbeimischung eignet sich echtes Gold, das Sie so einfach wie eine Aktie über den mit physischem Responsible Gold unterlegten boerse.de-Gold-ETC (WKN: TMG0LD) an der Börse Stuttgart ordern können. Alles Wissenswerte dazu finden Sie auch in unserer Kultpublikation „Leitfaden für Ihr Vermögen“, die wir Ihnen gerne kostenlos zusenden.