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John Keynes

Fragt man heute nach John Maynard Keynes wird man in der Regel Antworten wie „ein bekannter Ökonom“, „Revolutionär der Wirtschaftswissenschaften“ oder „der Ideenvater der heutigen Staatsschulden“ erhalten. Doch abseits seiner Theorien, die unter dem Begriff „Keynesianismus“ weltweit bekannt sind, wird vergessen, dass John Maynard Keynes auch ein genialer Anleger war.

Keynesianismus und die Börse
 

Geht es um Wirtschaftstheorien dominieren bis heute zwei Denkschulen: Zum einen der Keynesianismus bei dem die gesamtwirtschaftliche Nachfrage die entscheidende Größe für Produktion und Beschäftigung ist und zum anderen der Neoklassik, in welcher der rational und allwissende Homo Oeconomicus die Welt beherrscht. Während vor allem die Neoklassik auch die Börse in ihr Gedankengebäude integriert, spielt sie im Keynesianismus keine wichtige Rolle. Dies überrascht umso mehr, da John Maynard Keynes ein begeisterter Börsianer und Spekulant war. Konkret:
 

Der Spekulant John Maynard Keynes
 

Als Hochschullehrer kam John Maynard Keynes früh mit den Finanzen einer Universität in Kontakt. Als Ökonom lag es daher nahe, deren Finanzen zu verwalten. Als Schatzmeister des Kings College gelang es ihm in rund zwei Jahrzehnten das Vermögen auch in schwierige Zeiten zu vervielfachen. Doch noch viel erfolgreicher war der Ökonom bei der Mehrung seines eigenen Vermögens:
 

Zeitweise lieh er sich sogar Geld von Dritten um hochriskante Devisentermingeschäfte zu tätigen. Kritikern verkaufte Keynes die Freude am Spekulieren stets als Ausprobieren der eigenen Theorien.
 

Die Anlagestrategie von John Maynard Keynes
 

Geht es nach der Anlagestrategie von John Maynard Keynes, so ist er keineswegs weit von der Value-Analyse entfernt. Auch für ihn galten leicht verständliche Geschäftsmodelle und ein verlässliches Management als Garant für steigende Kurse.
 

Allerdings griff John Maynard Keynes ebenso auf die Erkenntnisse der Verhaltenspsychologie zurück. Was heute als Behavioral Finance bekannt ist, setzte er schon damals um. Konkret nutzte den Ansatz des Contrarians, Aktien dann zu kaufen, wenn sie überhaupt niemand haben will.
 

Das Anlegerleben von John Maynard Keynes war trotz dieser simplen Regeln nicht leicht, denn beim Schwarzen Freitag verlor er einen Großteil seines Vermögens. Allerdings holte er sich dieses in den Folgejahren durch viel Spekulation wieder zurück.

 

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