Next-Order (If-Done-Order)

Next-Order (If-Done-Order)

Neben einer reinen „One-Cancels-Other-Order” (OCO), bei der immer nur einer von beiden Wertpapieraufträgen ausgeführt und der andere im Anschluss sofort gestrichen wird, gibt es bei der Kombination einzelner Ordertypen noch weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Ein sehr interessantes Angebot, das leider nicht von allen Online-Brokern unterstützt wird, stellt die sogenannte „Next- bzw. If-Done-Order“ dar. Sie bringt gerade kurzfristig ausgerichteten Tradern im täglichen Börsenalltag viele Vorteile. Denn bei dieser Orderkombination können grundsätzlich beide Wertpapieraufträge automatisch hintereinander ausgeführt werden, wenn die jeweiligen Bedingungen dafür erfüllt sind. Dies spart eine Menge Zeit und ermöglicht dem Anleger, gleichzeitig auf verschiedene Marktsituationen zu reagieren, ohne die Kursentwicklung einzelner Wertpapiere ständig beobachten zu müssen.

Die Next-Order führt selbständig mehrere Aufträge hintereinander aus

Bei einer Next-Order lassen sich in der Regel zwei Aufträge miteinander verknüpfen, wobei die Folgeorder erst dann aktiviert und in den Markt gestellt wird, nachdem die vorangehende Basis- bzw. Ursprungsorder ausgeführt wurde. Dabei ist eine Änderung einzelner Teile der Orderkette jederzeit möglich. Allerdings führt eine Löschung einer Teilorder auch zur automatischen Streichung der anderen Order. Ein wesentlicher Vorteil der Next-Order ist z.B. die Möglichkeit, bereits vor dem Kauf einer Aktie oder eines anderen Wertpapiers wie z.B. eines Zertifikats oder Optionsscheins den Verkauf regeln zu können, ohne wie sonst üblich, das entsprechende Papier bereits selbst vorher physisch im Depot zu haben.

So könnte ein Anleger die Schwankungen bei einer etwas volatileren Aktie ganz gezielt über eine einzige Order ausnutzen, indem er eine auf niedrigerem Niveau limitierte Kauforder direkt mit einem etwas höher justierten Verkaufslimit über die gleiche Stückzahl an Aktien kombiniert. Sinkt der Aktienkurs entsprechend, werden die Wertpapiere gekauft und im Idealfall bei einem höheren Kurs gleich wieder automatisch verkauft. Der Anleger braucht sich bei dem gesamten Investment um nichts weiter zu kümmern. Das Ganze funktioniert auch umgekehrt, um beispielsweise eine Aktie auf einem höheren Niveau zu veräußern und automatisch wieder günstiger zurückzukaufen. Je nach Handelsstrategie, lassen sich bei einer Next-Order natürlich auch andere Ordertypen ganz gezielt hintereinander schalten, ohne dass es dabei eines weiteren aktiven Eingriffs bedarf.

Die „Enhanced-Bracket-Order“ als Sonderform

Bei der sogenannten „(Enhanced)-Bracket-Order“ handelt es sich um eine Sonderform der Next-Order. Dabei wird eine einzelne Basisorder mit einer zusätzlichen, aus zwei Teilen bestehenden One-Cancels-Other-Order (OCO) als Folgeorder verknüpft. Die Next-Order besteht hier also gleich aus drei miteinander zusammenhängenden Teilaufträgen, wobei ein Kauf- oder Verkaufsauftrag von einer OCO-Order „umklammert“ (engl. „to bracket“) wird. Wie das Ganze im Einzelnen funktioniert, lässt sich am einfachsten an einem Beispiel verdeutlichen. Ein Anleger möchte eine aus seiner Sicht aussichtsreiche Aktie kurzfristig erwerben und diese im Anschluss wieder mit Gewinn verkaufen.

Gleichzeitig fürchtet er aber beispielsweise aufgrund anstehender Quartalszahlen einen Rücksetzer, gegen den er sich ebenfalls absichern möchte. Dieses Gesamtszenario lässt sich mit einer einzigen Next-Order darstellen. Dabei fungiert ein limitierter oder unlimitierter Kaufauftrag als Basisorder. Wird er wie geplant ausgeführt, kommt die OCO-Folgeorder ins Spiel. Sie besteht in diesem Fall aus einer Verkaufsorder mit einem Limit oberhalb des Kaufpreises zur Gewinnmitnahme sowie einer zusätzlichen Stop-Loss-Order zur Absicherung. Wird einer dieser beiden flankierenden Folgeaufträge ausgeführt, wird der andere sofort gestrichen. Durch die Dreifach-Kombination ist der Anleger zu jeder Zeit nach allen Seiten optimal positioniert.

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