Steigende und fallende Keile

Steigende und fallende Keile

Bei der Keil-Formation lassen sich der (an)steigende (englisch: rising wedge) und der fallende bzw. absteigende Keil (falling wedge) unterscheiden. Das Chartmuster ist dem symmetrischen Dreieck sehr ähnlich, führt aufgrund seines Verlaufs aber auch oft zu Fehlinterpretationen, da die jeweilige Formation gerade Anfängern häufig eine Fortführung des Kurses in Keilrichtung und nicht wie eigentlich vermutet in Gegenrichtung suggeriert. Um besonders aussagefähig zu sein, sollten die Begrenzungslinien bei Keilen möglichst häufig angelaufen bzw. getestet werden, bevor der Ausbruch im letzten Drittel erfolgt. Keile können sowohl in einem Aufwärts-, als auch in einem Abwärtstrend auftreten. Dabei werden sie meist als Trendfortsetzungs-Formation eingesetzt, wobei sie dann gegen den vorangegangenen Trend geneigt sind. Allerdings lassen sich Keile gerade an Gipfeln oder Böden auch als Trendumkehr-Formation verwenden. Die Ausbildung eines Keil-Musters erfolgt idealerweise in einer Zeitspanne zwischen einem und drei Monaten.

Woran lässt sich eine Keil-Formation erkennen?

Ganz allgemein lässt sich eine Keil-Formation durch zwei konvergierende, spitz aufeinander zulaufende Trendlinien charakterisieren, in deren Verlauf die Kursschwankungen immer kleiner werden bis es schließlich zum Ausbruch aus dem Chartmuster kommt. Dabei sind beide Begrenzungslinien anders als z.B. bei Dreiecken gleichzeitig nach oben (steigender Keil) oder unten (fallender Keil) gerichtet. Das bedeutet: Je nach Steigungswinkel weist der Kursverlauf bei einem steigenden Keil sowohl höhere Tiefs als auch höhere Hochs auf, wodurch die untere Linie steiler ansteigt als die obere. Genau umgekehrt verhält es sich bei einem fallenden Keil, der gleichzeitig durch tiefere Hochs und Tiefs gekennzeichnet ist, was wiederum zu einer stärker abfallenden oberen Trendlinie führt. Je nachdem, ob einem steigenden oder fallenden Keil ein Aufwärts- oder Abwärtstrend vorausgeht, handelt es sich hier um eine Trendfortsetzungs- oder Trendumkehr-Formation. Siehe dazu auch die folgende Grafik.

Woran lässt sich eine Keil-Formation erkennen?

Die verschiedenen Formen von steigenden und fallenden Keilen

Wie die obere Grafik zeigt, weist das linke Kursmuster auf einen steigenden Keil in einem Aufwärtstrend hin, der bei einer Topbildung auftreten kann und nach einem Durchbruch der unteren Trend- bzw. Unterstützungslinie ein Verkaufssignal auslöst. Dagegen stellt die rechte Formation einen steigenden bärischen Keil in einem intakten Abwärtstrend dar, was auf eine Trendbestätigungs- bzw. Trendfortsetzungs-Formation hindeutet, die eine Fortführung der Kursentwicklung nach einer Konsolidierungsphase in Richtung des vorangegangenen Trends signalisiert. Die genau spiegelverkehrten Kursmuster ergeben sich, wie in der unteren Grafik dargestellt, bei den fallenden Keilen. Auch hier zeigt sich auf der linken Seite ein Trendumkehrmuster, das möglicherweise in einer Bodenbildungsphase vorkommt und einen Abwärtstrend nach dem Ausbruch über die obere Trend- bzw. Widerstandslinie mit einem Kaufsignal abschließt. Die rechte Formation weist wiederum auf einen fallenden bullischen Keil in einem Aufwärtstrend hin, der wie bei Trendfortsetzungs-Mustern üblich, gegen den vorangegangenen Trend geneigt ist und eine Zwischenkorrektur ebenfalls mit einem Kaufsignal beendet.

Die verschiedenen Formen von steigenden und fallenden Keilen

Fallende Keile gelten als das etwas stärkere Kursmuster

Um das Risiko eines Fehlsignals zu begrenzen, sollte auch bei einer Keil-Formation der Ausbruch unter die Unterstützungslinie (steigender bärischer Keil) bzw. über die Widerstandslinie (fallender bullischer Keil) möglichst auf Schlusskursbasis abgewartet werden, bevor eine entsprechende Positionierung vorgenommen wird. Eventuell könnte sich dafür auch ein nochmaliger Test der jeweiligen Begrenzungslinie (Pull Back) anbieten. Darüber hinaus spricht für die Aussagefähigkeit des Kursmusters, wenn sich das Handelsvolumen bei der Bildung eines Keils eher verringert, der Ausbruch selbst allerdings bei steigenden Umsätzen stattfindet. Die Bestimmung des Mindestkursziels ähnelt der beim symmetrischen Dreieck. So lässt sich auch hier die am ersten Auflagepunkt vertikal festgestellte Höhe des Keils als Maßstab verwenden und genau an der Ausbruchsstelle in Ausbruchsrichtung abtragen. Statistisch gesehen gilt bei der Keil-Formation der etwas schwerer identifizierbare fallende Keil als das zuverlässigere und deutlich profitablere Kursmuster.


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