Tech-Giganten mit Burggraben: Warum diese Champions schwer zu schlagen sind

Die Technologiebranche ist geprägt von hoher Innovationsgeschwindigkeit und tiefgreifenden Umbrüchen. Immer wieder sorgen neue Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz für Aufmerksamkeit – insbesondere dann, wenn sie das Potenzial haben, bestehende Technologien kostengünstiger oder effizienter zu gestalten. In diesem Zusammenhang stellt sich regelmäßig die Frage, ob der Bedarf an leistungsintensiver Hardware tatsächlich nachhaltig ist oder durch effizientere Systeme abnimmt. Gleichzeitig bleibt offen, ob solche Fortschritte das Wachstum im KI-Sektor bremsen oder vielmehr eine neue Phase wirtschaftlicher Nutzung einläuten. Klar ist: Technologische Sprünge führen nicht zwangsläufig zu einem Ende eines Trends – sie können ihn ebenso gut beschleunigen oder in eine neue Richtung lenken.

Konkurrenz belebt das Geschäft – und treibt die Nachfrage

Diese Entwicklung lässt sich gut durch das sogenannte Jevons-Paradoxon erklären: Eine höhere Effizienz bei der Nutzung einer Ressource führt nicht zwangsläufig zu geringerem Verbrauch – vielmehr kann sie das Gegenteil bewirken und die Nachfrage sogar weiter steigern. Historische Beispiele belegen diesen Effekt. So hat die Einführung effizienterer Verbrennungsmotoren nicht zu einem Rückgang des Benzinverbrauchs geführt, sondern dazu, dass mehr Fahrzeuge produziert und längere Strecken gefahren wurden.

Übertragen auf die aktuelle technologische Entwicklung bedeutet das: Gelingt es, Künstliche Intelligenz ressourcenschonender und kostengünstiger verfügbar zu machen, könnte dies ihre Verbreitung weiter beschleunigen – und damit den Bedarf an Rechenleistung und Infrastruktur zusätzlich erhöhen. Konkurrenz beendet Innovation nicht – sie befeuert sie.

Gerade vor diesem Hintergrund gewinnen nachhaltige Wettbewerbsvorteile zunehmend an Bedeutung. Unternehmen mit tief verankerten ökonomischen Schutzmechanismen – sogenannten „Burggräben“ – sind besser in der Lage, sich gegen neue Marktteilnehmer zu behaupten oder technologische Umbrüche aktiv zu nutzen. Besonders erfolgreiche Technologieunternehmen vereinen häufig gleich mehrere dieser Stärken in sich – sei es durch starke Marken, technologische Führerschaft oder hohe Skaleneffekte:

Apple — ein Ökosystem, das die Kunden bindet

Apple verfügt über einen der widerstandsfähigsten Burggraben innerhalb seiner Branche. Der Champion hat eine sehr loyale Kundenbasis, die bereit ist, einen Premiumpreis für Apple-Produkte zu zahlen, obwohl es technisch vergleichbare Alternativen gibt. Die Geräte mit dem Logo des angebissenen Apfels repräsentieren eben einen gewissen Lifestyle. Neben einer der wertvollsten und bekanntesten Marken weltweit hat das Unternehmen aber auch noch weitere Wettbewerbsvorteile: Apple hat über Jahre hinweg sein geschlossenes Ökosystem perfektioniert.

Alle Produkte – vom iPhone über den Mac bis hin zur Apple Watch und den AirPods – sind eng miteinander verzahnt und funktionieren am besten, wenn sie innerhalb des  hauseigenen Universums genutzt werden. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter wäre meist mit erheblichen Komforteinbußen verbunden. Hinzu kommt, dass Kunden oft über Jahre hinweg Apps, Medien und Zubehör gekauft haben, die nur in diesem Ökosystem funktionieren. Wer einmal Apple-Nutzer ist, bleibt in der Regel langfristig dabei.

Amazon – Logistik-Dominanz und ein mächtiger Cloud-Burggraben

Auch Amazon hat sich einen nur schwer überwindbaren Burggraben geschaffen. Die eigenen Lagerhäuser, Lieferketten und Versandnetzwerke verschaffen dem Champion einen enormen Skalenvorteil, den kleinere Wettbewerber kaum erreichen können. Zudem bindet auch das Prime-Ökosystem Millionen von Kunden langfristig an die Plattform, indem es Vorteile wie kostenlose Lieferungen, exklusive Angebote und Streaming-Dienste verknüpft.

Dabei ist Amazon Web Services (AWS) der führende Anbieter von Cloud-Diensten weltweit. Hier besteht der Burggraben durch die hohen Wechselkosten. Die Migration von Daten und Anwendungen von einer Cloud-Plattform zu einer anderen kann teuer und zeitaufwändig sein. AWS verwendet zudem Technologien und Dienste, die nicht ohne Weiteres mit denen anderer Anbieter kompatibel sind.

ServiceNow – einmal integriert, kaum ersetzbar

ServiceNow verfügt über mehrere wirtschaftliche Burggräben, die dem Champion eine stabile Marktposition sichern. Wer die Angebote des Unternehmens für die IT-Automatisierung, das Kundendienstmanagement oder für Prozesse im Personalbereich nutzt, steht bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter vor erheblichen Herausforderungen. Neben der technischen Migration müssten auch interne Abläufe neu strukturiert werden. Diese Umstellungskosten sichern dem Unternehmen eine hohe Kundenbindung.

Hinzu kommt: Je mehr Abteilungen ServiceNow nutzen, desto schwerer wird ein Wechsel, da sich der Nutzen der Plattform mit steigender Verbreitung erhöht. Zudem kann das Unternehmen seine Cloud-Architektur nahezu unbegrenzt skalieren, ohne dass hohe zusätzliche Kosten entstehen. Sollte Künstliche Intelligenz die Branche weiter verändern, könnte ServiceNow davon sogar profitieren, indem es neue KI-Modelle in seine Plattform integriert und seinen Burggraben dadurch weiter vertieft.

Microsoft – tief verwurzelte Software inklusive Cloud

Und auch Microsoft ist ein Paradebeispiel für ein Unternehmen mit einem besonders starken wirtschaftlichen Burggraben. Seine Softwareprodukte sind weltweit fester Bestandteil der IT-Infrastruktur zahlreicher Unternehmen und Haushalte. Office und Windows sind derart tief integriert, dass ein Wechsel zu einem anderen Anbieter teuer und auch umständlich wäre. Ist die Software des Champions einmal entwickelt, kann sie nahezu ohne zusätzliche Kosten unbegrenzt oft im Abo-Modell verkauft werden, was für hohe Margen und konstante Einnahmen sorgt.

Mit Azure hat sich das Unternehmen erfolgreich als zweitgrößter Cloud-Anbieter hinter Amazon positioniert. Viele Firmen nutzen Microsofts Cloud-Dienste nicht nur für klassische Speicher- und Rechenkapazitäten, sondern auch für spezialisierte KI-Anwendungen.

Mit dem boerse.de-Technologiefonds breit in die Champions von heute und morgen investieren

Aufgrund der Dynamik der Branche ist es sinnvoll, ein Investment über verschiedene Technologieaktien zu streuen. Neben der Einzelanlage in qualitativ hochwertige Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen bietet der boerse.de-Technologiefonds dabei eine Alternative, die auf den disruptiven Charakter des Sektors zugeschnitten ist:

Dank seines zweigeteilten Anlagekonzepts aus Kerninvestment und Darwin-Portfolio ermöglicht der Fonds Investoren, sowohl von etablierten Technologie-Champions wie Apple, Amazon, ServiceNow oder Microsoft als auch von aufstrebenden Unternehmen – den Champions von morgen – zu profitieren. Ausführliche Informationen zu diesem innovativen Konzept finden Sie im kostenlosen White Paper „Die Anlagestrategie des boerse.de-Technologiefonds“ von Prof. Dr. Hubert Dichtl und Thomas Müller.“