Traden lernen

Traden lernen

 

Da Aktien nicht zuletzt aufgrund des Zinses-Zins-Effekts langfristig immer steigen, spielen abhängig vom betrachteten Zeitfaktor zwischenzeitliche Krisen bzw. Glück oder Pech an der Börse auch keine entscheidende Rolle. Das bedeutet aus Portfolio-Sicht: Aktien sollten innerhalb eines Depots das Kerninvestment bilden, wobei ausgehend von der individuellen Risikoneigung des Anlegers etwa 70% aus defensiveren Investments bestehen können. Der restliche Anteil kann zum Traden mit Aktien (ca. 20%) und spekulativen Derivaten (10%) verwendet werden, sodass sich beim Depot insgesamt die Form einer mit zunehmendem Risiko nach oben verjüngenden Pyramide ergibt. Da es sich aber auch beim Trading letztendlich „nur“ um ein Handwerk handelt, will auch diese Form des Börsenhandels gelernt sein. Deshalb ist es für Trader unverzichtbar, sich neben der Klärung wichtiger Punkte wie der Wahl eines geeigneten Brokers auch intensiv mit der speziellen Denkweise, dem Vokabular und Instrumentarium sowie den verschiedenen Trading-Strategien zu beschäftigen.

 

Investition versus Trading

Die erste Lektion, die es beim Traden zu lernen gilt, betrifft die generelle Herangehensweise. Denn während langfristig orientierte Anleger beim konservativen Portfolioanteil mit der ein oder anderen defensiveren Standardaktie bzw. einem Blue-Chip-Index quasi eine Art „Lebensgemeinschaft“ eingehen, solange sich das Investment im Aufwärtstrend befindet und die technischen Modelle bzw. Börsenzyklen keine unmittelbare Trendwende signalisieren, sind Trader eher an einer kurz- bis mittelfristigen „Liaison“ mit einem bestimmten Titel interessiert. Dabei kann es sich innerhalb des dynamischen Depotanteils ebenso um einen volatileren Nebenwert (Small-Cap) handeln wie um eine Aktie in einer Sondersituation (z.B. Turnaround-Titel) oder ein bestimmtes Derivat (Optionsschein oder Hebel-Produkt). Der Begriff „Traden“ steht hier für den Versuch, durch Käufe oder Verkäufe kurz- bis mittelfristige Preisschwankungen auszunutzen. Daraus ergibt sich ein weiterer grundsätzlicher Unterschied zu einem Langfrist-Investment. So geht es bei der Aufstellung eines reinen Trading-Depots weniger um die Erzielung eines Diversifikationseffekts als vielmehr um die Konzentration auf wenige chancenreiche Positionen. Diese können in einer Baisse-Phase sogar bis auf 0% heruntergefahren werden und tragen dadurch auch zum Schutz des Gesamtportfolios bei.

 

Behalten Sie beim Traden immer die Notbremse im Blick

So sehr sich die Denkweise von einem Investor und einem Trader auch unterscheidet, sollten doch beide in Bezug auf die wichtigste Börsenregel „Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen“ am gleichen Strang ziehen. Das gilt insbesondere für die Notwendigkeit einer Verlustbegrenzung mittels Stopp-Kursen, auf die in jedem Trading-Lehrbuch immer wieder eindringlich hingewiesen wird. Denn anders als langfristige Trends lassen sich kurzfristige Entwicklungen nicht so einfach fortschreiben, was das Prognose-Risiko beim Traden deutlich erhöht. Deshalb sollte sich jeder angehende Trader bereits in der Lernphase angewöhnen, für jede ausgeführte Kauforder auch gleich ein Verkaufs-Limit festzulegen, ab dem er im Verlustfalle sofort die Reißleine zieht. Dabei ist es zunächst unerheblich, ob das Trading über Aktien oder Derivate erfolgt. Denn obwohl der Kurzfristanleger bei der spekulativeren Variante stets seinen gesamten Kapitaleinsatz riskiert, muss er hier im Vergleich zu einem Aktien-Trader aufgrund des zusätzlichen Hebels nur einen Bruchteil des Geldes einsetzen. Das bedeutet allerdings auch, dass der Hebel nicht nur in die jeweils erwünschte Richtung zur Dynamisierung der Gewinne, sondern in gleicher Weise auch in die Gegenrichtung wirkt.

 

Zahlen Sie beim Traden nicht unnötig „Lehrgeld“

„Dieses Mal ist alles anders.“ Wer diese fünf teuersten Worte an der Börse einmal gelernt und vor allem verinnerlicht hat, weiß bereits, wie wichtig Selbstdisziplin beim Traden ist und kann typischen Anlegerfehlern wie dem Versuch, gegen den laufenden Trend zu handeln, von vornherein aus dem Wege gehen. Denn beim Trading ist das Handeln nach der Gesetzmäßigkeit „the trend is your friend“ geradezu überlebenswichtig, da sich hier erst durch die Schwankungen an den Märkten Gewinnchancen ergeben. Dabei funktioniert das Aktien-Trading nur in Aufwärtstrends, während Gewinne mittels Derivaten wie Optionsscheinen oder Knock-Out-Produkten in beide Richtungen erzielt werden können. Darüber hinaus kann über die Trendstärke mit Put-Derivaten als Absicherungsinstrument auch die Investitionsquote im spekulativen Teil des Depots aktiv gesteuert und dadurch das Gesamtportfolio stabilisiert werden.

 

Wo und wie Sie traden können

Grundsätzlich kann mit Derivaten auf den verschiedensten Märkten z.B. neben Aktien auch mit Rohstoffen, Zinsen (Bund-Future) und Währungen (Forex-Handel) spekuliert werden. Dabei sollte sich der angehende Trader aber zumindest in der Lernphase vor allem auf die Basiswerte konzentrieren, die er bereits in seinem konservativen Portfolioanteil hält. Auch der Kreativität und Vielfalt der eingesetzten Trading-Strategien und Handelssysteme sind hier kaum Grenzen gesetzt, wobei das Timing häufig über das Zusammenspiel von Chartmustern, Indikatoren, Stimmungsbildern und Börsenzyklen erfolgt. So kann als bedeutendster Orientierungspunkt einer einfachen Trendfolge-Strategie beispielsweise die 200-Tage-Linie dienen, die den gleitenden Durchschnittskurs der vergangenen 200 Handelstage (GD200) repräsentiert. Dabei entsteht beim Kreuzen des Aktienkurses über den GD200 ein Kaufsignal und bei einer Kreuzbewegung in umgekehrter Richtung ein Verkaufssignal.

 

So steigern Sie zusätzlich ihre Lernkurve

Da nicht jede Strategie in jedem Marktumfeld und vor allem in jeder Börsen-Phase gleich gut funktioniert, können Trading-Einsteiger ihre Lernkurve auch dadurch steigern, dass sie „ihren“ Handelsansatz erst einmal im Rahmen eines Musterdepots quasi in Form einer „Trockenübung“ bzw. eines „Papier-Tradings“ eine gewisse Zeit lang austesten. Außerdem können sich lernbereite Anleger über einen passenden Tradingdienst von Anfang an professionelle Hilfe mit ins Boot holen. Dabei bekommen sie meist neben ganz konkreten Handlungsempfehlungen auch eine bereits bewährte Investmentstrategie mitgeliefert und brauchen sich diese nicht mehr selbst zu suchen.

 

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