
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, ihr Geld an einen Vermögensverwalter zu übergeben, damit sich dieser darum kümmert? Die Antwort darauf wird in erster Linie davon abhängen, wie Ihre finanzielle Situation aussieht. Um ein Vermögensverwaltungsmandat erteilen zu können, werden in den meisten Fällen nämlich gewisse Mindestanlagesummen verlangt. Diese können von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich ausfallen. Wie viel Kapital sollte aber für Investments frei sein, damit sich ein Vermögensverwalter lohnt?
Ehe die eigentliche Frage nach der erforderlichen Anlagesumme beantwortet wird, steht noch etwas anderes im Fokus – wieso ist die Beauftragung eines Vermögensverwalters in gewissen Situationen sinnvoll beziehungsweise wer braucht überhaupt einen Vermögensverwalter? Ließe sich das alles nicht selbst managen?
Selbstverständlich steht es jedem frei, sein eigenes Geld ohne fremde Hilfe anzulegen. Allerdings ist dies nicht immer die sinnvollste Option. Das gilt besonders bei großen und komplexen Vermögen, wie sie häufig in Unternehmerfamilien vorkommen. Laien gehen bei der Geldanlage oft ohne Strategie vor oder wechseln diese beliebig, sobald sich die Marktbedingungen ändern. Dabei ist gerade Konstanz eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Investments. Ein Vermögensverwalter unterstützt bei der Implementierung einer Anlagestrategie und setzt diese anschließend im Auftrag des Kunden konsequent um.
Daneben kommt es aber auch vor, dass die Mandanten einer Vermögensverwaltung schlichtweg nicht die Zeit und vielfach auch nicht die Lust haben, sich ständig mit den persönlichen Finanzen zu beschäftigen. Um diese dennoch bestmöglich zu strukturieren und das Kapital wachsen zu lassen, kommt der Vermögensverwalter zum Einsatz. Dieser kann also als zeitliche Entlastung angesehen werden, der für den Kunden unliebsame Aufgaben übernimmt und diesem Freiräume schafft.
Der Service einer Vermögensverwaltung ist nicht umsonst. Welche Kosten anfallen, hängt von mehreren Faktoren ab. So unterscheidet sich bereits die Art und Weise, wie abgerechnet wird. Häufig wird eine jährliche Pauschale in Abhängigkeit des verwalteten Vermögens fällig. Diese beträgt ungefähr 0,75 Prozent bis zwei Prozent. Etwas günstiger sind dagegen Robo-Adviser. Bei ihnen handelt es sich um ein auf Algorithmen basierendes System, das die Geldanlage durch die Verarbeitung einer Vielzahl von Daten automatisieren und dabei dennoch die Präferenzen der Kunden berücksichtigen soll. Die Gebühren, egal in welcher Höhe und Form, müssen zunächst durch den Anleger respektive dessen Vermögensverwalter erwirtschaftet werden, ehe überhaupt eine positive Rendite eintreten kann.
Aus diesem Grund verlangen viele Vermögensverwaltungen nach wie vor Mindestanlagesummen. Dabei werden hohe sechsstellige, teilweise sogar siebenstellige, Beträge gefordert, sofern es sich um eine individuelle Vermögensverwaltung handeln soll. Die standardisierte Vermögensverwaltung dagegen wird vielfach bereits ab 50.000 Euro oder 100.000 Euro angeboten und ist somit auch für den Normalverdiener erschwinglich.
Eben wurde bereits kurz angesprochen, dass sich die geforderten Mindestanlagebeträge deutlich unterscheiden können. So verlangt ein Robo-Adviser beispielsweise weit weniger Kapital als eine standardisierte Vermögensverwaltung und diese wiederum weniger als eine individuelle Vermögensverwaltung.
Bei standardisierten Vermögensverwaltungen ist die Betreuung an den Zielen einer vergleichbaren Gruppe von Investoren ausgerichtet. Es wird also nicht auf jeden einzelnen Anleger separat eingegangen. Genau das ist allerdings bei der individuellen Form der Vermögensverwaltung der Fall. Hier legt der Asset Manager im Austausch mit seinem Kunden dessen Ziele, Risikobereitschaft und Bedürfnisse fest, um daraus eine Anlagestrategie zu entwickeln. An diese hält sich der Vermögensverwalter bei allen folgenden Transaktionen.
Wie sicher ist das Geld bei einer Vermögensverwaltung?
Es zeigt sich, dass mitunter hohe Summen vonnöten sind, um einen Vermögensverwalter beauftragen zu können. Selbstverständlich soll das Geld bei ihm gut aufgehoben und vor allem sicher sein. Aber ist das der Fall?
Dazu zunächst eine wichtige Klarstellung – der Vermögensverwalter verwaltet Ihr Kapital lediglich. Sie überweisen ihm also nichts. Die Wertpapiere wiederum liegen in einem Depot, das von einer Depotbank verwahrt und vom Vermögensverwalter verwaltet wird. Geht diese Depotbank insolvent, gehören die Depots zum Sondervermögen, fallen also nicht in die Insolvenzmasse. Eine Insolvenz des Vermögensverwalters hat für Sie für gewöhnlich keine finanziellen Auswirkungen.
Die Höhe Ihres für Geldanlagen frei verfügbaren Kapitals entscheidet mit darüber, welche Form der Vermögensverwaltung für Sie sinnvoll ist. Aber auch persönliche Aspekte können eine Rolle spielen. Das lässt sich anhand der folgenden Beispiele illustrieren.
Herr X befasst sich bereits seit vielen Jahren mit der Börse und hat in dieser Zeit neben einigen Erfolgen viel Lehrgeld bezahlt. Dennoch bereitet es ihm Freude, sich selbst mit den Entwicklungen an den Märkten auseinanderzusetzen und sein Geld privat zu managen. Außerdem ist er der Überzeugung, dass sein angespartes Kapital ohnehin zu niedrig für eine professionelle Vermögensverwaltung sei.
Frau Y verfolgt in puncto Investments eine andere Herangehensweise. Sie möchte einerseits zwar eine überdurchschnittliche Rendite erzielen, andererseits dafür aber so wenig Zeit wie möglich aufwenden. Für sie besteht die Lösung daher in einem Robo-Adviser, zumal diese mit niedrigen Gebühren aufwarten. Das meist nur eine überschaubare Anzahl an ETFs zur Auswahl steht, stört Frau Y ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Ermittlung der Risikoprofile eher einer schematischen Einordnung, denn einer individuellen Rücksprache gleichen.
Das Ehepaar Z hat sich während des Erwerbslebens einen gewissen Wohlstand aufgebaut. Jetzt im Ruhestand soll sich ein Vermögensverwalter darum kümmern, der zudem die Lebens- und Steuersituation von Z im Auge behält, sodass sich letztere auf andere Dinge wie Reisen konzentrieren können. Von ihrem Vermögensverwalter erwarten sie sich die Entwicklung und Umsetzung eines Plans, der exakt auf die Erreichung ihrer vorgegebenen finanziellen Ziele abgestimmt ist. Im Gegenzug für diesen vollumfänglichen und professionellen Service, der zudem eine Einzelkontenverwaltung umfasst, ist das Ehepaar bereit, höhere Gebühren als bei den vorgenannten beiden Varianten zu zahlen.
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