Was ist eine Vermögensverwaltung?

Das eigene Geld in die Hände anderer zu geben, bedarf einer großen Portion Vertrauen. Für viele mag das nie relevant werden, andere wollen kaum mehr auf die Dienste einer Vermögensverwaltung verzichten. Welche Aufgaben eine solche Vermögensverwaltung für ihre Mandanten übernimmt und worum es sich dabei überhaupt handelt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Definition des Begriffs Vermögensverwaltung

Eigentlich beinhaltet das Wort Vermögensverwaltung bereits die Essenz dessen, worum es dabei geht – die Verwaltung von Vermögen. Allerdings lässt sich dies noch etwas ausführen. Vermögensverwalter, geläufig auch unter der englischen Bezeichnung Asset Manager, betreuen das Finanzvermögen von meist wohlhabenden Personen. Bankenaufsichtsrechtlich wird von Finanzportfolioverwaltung gesprochen.

Konkret geht es bei der Vermögensverwaltung um die Planung, Steuerung und Kontrolle der finanziellen Mittel des Mandanten. Zu diesem Zweck werden vom Vermögensverwalter in eigener Verantwortung beispielsweise Aktien, Fonds, ETFs und andere Assetklassen gekauft oder verkauft. Alle Entscheidungen orientieren sich stets an den individuellen Zielen, Wünschen sowie der Risikobereitschaft des Anlegers. Diese werden im Vorfeld besprochen. Die Ziele der Inanspruchnahme einer Vermögensverwaltung sind vielfältig. Meist steht die Mehrung oder zumindest der Erhalt von Kapital im Vordergrund. Daneben kann es aber auch um besonders komplexe Angelegenheiten wie die steuerlich optimierte Übertragung von Vermögen respektive die Nachlassplanung gehen.

Welche Arten von Vermögensverwaltung existieren?

Es gibt nicht die eine Vermögensverwaltung. Vielmehr sind unterschiedliche Formen zu differenzieren, die nachfolgend mitsamt ihren Charakteristika kurz vorgestellt werden.

Robo-Advisors: Auch die Finanzberatung beziehungsweise Vermögensverwaltung ist von der Digitalisierung betroffen. Besonders sichtbar wird dies an Robo-Advisors. Das sind digitale Plattformen, deren Angebot eine automatisierte und auf Algorithmen basierende Vermögensverwaltung umfasst. Robo-Advisors greifen auf fortschrittliche Technologien zurück, um für ihre Kunden kosteneffiziente Investmentstrategien zu entwickeln. Oftmals ist der Service eines Robo-Advisors schon bei kleineren Anlagesummen von wenigen tausend Euro nutzbar.

Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden: Gerade Versicherungsgesellschaften, Pensionsfonds, Stiftungen, Hochschulen oder Unternehmen verfügen über immense Geldsummen, die sie möglichst rentabel anlegen möchten. In diesem Falle greift die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden, für vermögensverwaltende GmbHs und institutionelle Investoren oder für gemeinnützige Stiftungen. Da die Bedürfnisse und Ziele von derartigen Großanlegern mitunter sehr komplex sind, erfordert die entsprechende Vermögensverwaltung spezielle Kenntnisse und Strategien. So müssen etwa eine Vielzahl regulatorischer Anforderungen beachtet und Berichtspflichten gegenüber den Stakeholdern erfüllt werden.

Vermögensverwaltung für private Kunden: Neben Robo-Advisors und institutionellen Investoren spielt in der Praxis vor allem die Vermögensverwaltung für private Kunden eine bedeutende Rolle. Diese verfügen meist zwar über hohe Liquiditätsbestände, haben gleichzeitig aber nicht die Zeit, Expertise oder Lust, sich selbst mit der Geldanlage zu befassen. Aus diesem Grund beanspruchen sie den Service von privaten Vermögensverwaltungen.

 

An dieser Stelle ist eine essenzielle Unterscheidung zu treffen. Während Anlageberater dem Namen nach lediglich über Finanzprodukte informieren und diesbezügliche Empfehlungen aussprechen, geht die Leistung eines Vermögensverwalters für private Kunden darüber hinaus. Sie agieren aktiv im Interesse des Mandanten, indem sie unter Beachtung von dessen Präferenzen zum Beispiel Wertpapiertransaktionen durchführen und Änderungen im Portfolio vornehmen. Im Wesentlichen beinhaltet das Angebot eines Vermögensverwalters im Privatkundengeschäft die nachfolgend aufgelisteten Services.

Individuelle Beratung: Bevor der Vermögensverwalter Entscheidungen für seine Kunden treffen kann, muss eine maßgeschneiderte Anlagestrategie entwickelt werden. Dies wiederum setzt voraus, dass im Rahmen einer individuellen Beratung die spezifischen Vorstellungen, Ziele und Bedürfnisse des Anlegers evaluiert werden.

Portfoliomanagement: Nachdem Wertpapiere auf Basis des vorgenannten Schritts gekauft wurden, hört die Arbeit des Vermögensverwalters nicht auf. Er ist für das Monitoring der jeweiligen Positionen im Portfolio verantwortlich und muss bei Bedarf entsprechende Anpassungen vornehmen.

Da gerade bei privaten Investoren oftmals keine klare Struktur bei Anlageentscheidungen erkennbar ist, können sie in besonderem Maße von einer Vermögensverwaltung profitieren.

 

Individuelle oder doch standardisierte Vermögensverwaltung?

Wichtig ist nicht nur die Kenntnis verschiedener Arten von Vermögensverwaltungen, sondern auch die Frage, ob die dabei gebotene Betreuung individuell oder vielmehr standardisiert abläuft. Wo aber liegt der Unterschied?

Die standardisierte Vermögensverwaltung agiert nach festgelegten Prinzipien und Standards, die für eine größere Kundengruppe gleichermaßen angewandt werden können. Die Kundengruppe verfolgt also dieselben oder zumindest ähnliche Ziele und hat auch ein vergleichbares Risikoprofil, sodass die Zielerreichung mit entsprechend gleichartigen Maßnahmen gewährleistet werden kann.

Dagegen sieht die individuelle Vermögensverwaltung bei jedem Mandat etwas anders aus. Der gesamte Anlageprozess hält sich exakt an die Vorgaben des Investors, etwa was die anzustrebende Rendite anbelangt. Um die Dienste einer individuellen Vermögensverwaltung beanspruchen zu können, sind meist sehr hohe Vermögen erforderlich, nicht selten sogar im Millionenbereich.

 

Worauf ist bei der Wahl einer Vermögensverwaltung zu achten?

Gerade wenn es um Ihr verwaltetes Vermögen geht, sollten Sie nichts dem Zufall überlassen. Vor der Entscheidung zugunsten eines diesbezüglichen Dienstleisters sind deshalb einige Punkte zu klären. Dazu gehören die folgenden.

  • Behalten Sie die Gebühren im Blick und vergleichen Sie diese mit anderen Angeboten
  • Überlegen Sie, ob Ihr Vermögen ausreichend ist, um eine Vermögensverwaltung zu beauftragen
  • Achten Sie auf die Professionalität des Vermögensverwalters, der von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin kontrolliert werden sollte

 

Weitere Artikel zum Thema "Vermögensverwaltung"

Aktualisiert und erweitert!