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Vorzugsaktie

Anleger, die sich vor allem auf internationale Aktien stürzen, schauen manchmal verdutzt auf die zahlreichen Aktienarten in Deutschland. Speziell die Vorzugsaktie sorgt immer wieder für etwas Verunsicherung. Allerdings sind nur noch zwei der aktuellen 30 Dax-Titel Vorzugsaktien. In den anderen Indizes ist der Anteil nur unwesentlich größer, dennoch lohnt sich der Blick auf die Hintergründe:
 

Vorzugsaktie: Eigenkapital mit unterschiedlichen Rechten
 

Aktionäre haben im Normalfall nur durch die Hauptversammlung die Möglichkeit Einfluss auf ihr Unternehmen zu nehmen. Der Inhaber einer Vorzugsaktie hat jedoch nicht einmal das. Denn:
 

Im Gegensatz zu Stammaktien verbriefen Vorzüge kein Stimmrecht. Allerdings geht man als Inhaber einer Vorzugsaktie auch keineswegs leer aus. Als Ersatz für das fehlende Stimmrecht erhalten diese Anleger nämlich mehr Dividende. Damit sind die Vorzüge oft die klassischen Aktien für Kleinaktionäre, denen es vorrangig auf die Dividende ankommt und die nur bedingt auf Mitsprache angewiesen sind.
 

Dax mit zwei Vorzugsaktien
 

Im deutschen Leitindex Dax sind derzeit zwei Vorzugsaktien enthalten. Zum einen ist hier die Champions-Aktie Henkel zu nennen. Das Unternehmen, das in Form einer Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) organisiert ist, wartet darüber hinaus auch mit Stämmen und Vorzügen auf. Hintergrund dieser Konstruktion ist die besondere Eigentümerstruktur, denn die Gründerfamilie sichert sich so ihren besonderen Einfluss.
 

Eine ebenfalls sehr interessante Eigentümerstruktur gibt es bei der zweiten Vorzugsaktie im Dax, der Volkswagen-Vorzugsaktie. Ursprünglich war die Stammaktie im deutschen Leitindex notiert, doch im Dezember 2009 mussten diese aufgrund geänderter Besitzverhältnis und des zu niedrigen Streubesitzes den Index verlassen.
 

Zuvor war die Volkswagen-Stammaktie durch den gescheiterten Übernahmeversuch durch Porsche stark unter Druck geraten, nachdem sie zuvor aufgrund eines rasanten Kursanstiegs kurzzeitig eine Indexgewichtung von fast 30 Prozent hatte. Nachdem der Übernahmeversuch von Volkswagen durch Porsche in einer Übernahme von Porsche durch Volkswagen mündete, machte sich dies auch bei den Aktien bemerkbar. Aufgrund komplizierter rechtlicher Effekte sind die Stammaktien heute mehrheitlich im Besitz der Porsche Automobil Holding und des Landes Niedersachsen. Im Börsenalltag ist inzwischen nur noch die Vorzugsaktie von Bedeutung.

 

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