
Bei der Hauptversammlung 2025 von Berkshire Hathaway, die traditionell in Omaha stattfindet und auch als "Woodstock des Kapitalismus" bekannt ist, wurde ein bedeutender Schritt für die Zukunft des Unternehmens bekanntgegeben. Warren Buffett eröffnete das Treffen mit dem Hinweis, dass es sich um seine 60. Zusammenkunft mit den Aktionären handele. Nachdem der Superinvestor über mehrere Stunden hinweg gemeinsam mit seinem Vize Greg Abel und Ajit Jain, dem Leiter der Versicherungssparte, die Fragen der Anteilseigner beantwortet hatte, endete die Veranstaltung mit einem echten Paukenschlag:
Der US-Starinvestor verkündete, dass Greg Abel zum Jahresende den CEO-Posten übernehmen solle. Er selbst wolle weiterhin beratend tätig sein, das letzte Wort solle aber künftig sein jetziger Vize haben. Buffett betonte zugleich, dass er keine einzige Aktie verkaufen werde. Er sei überzeugt, dass die Zukunft von Berkshire Hathaway unter Greg Abels Führung besser aussehen werde als unter seiner. Die Teilnehmer im Saal reagierten mit minutenlangem Applaus, den die Investmentlegende mit gewohnt trockenem Humor quittierte: „Das lässt sich auf zwei Arten interpretieren, ich werte es mal als positiv“.
Hinweise auf einen anstehenden Führungswechsel hatten sich bereits zuvor verdichtet. So erklärte Susan Decker, Vorsitzende der unabhängigen Verwaltungsratsmitglieder, dass Greg Abel bereits im Vorjahr verstärkt operative Aufgaben übernommen habe.
Im Verlauf der Veranstaltung fiel auf, dass Buffett zwar geistig präsent blieb, seine Antworten jedoch nicht mehr die gewohnte Flüssigkeit aufwiesen. Auch ein organisatorischer Patzer zu Beginn blieb nicht unbemerkt: Statt wie üblich mit den aktuellen Quartalszahlen zu starten, leitete Buffett direkt zur Fragerunde über. Erst kurz vor der Mittagspause erkundigte sich Greg Abel dezent, ob die aktuellen Zahlen jetzt noch besprochen werden sollen.
Inhaltlich nahm Buffett klar Stellung zur Diskussion über Handelspolitik und Zölle. Er betonte, dass internationaler Handel kein politisches Machtinstrument sein dürfe. Die Vereinigten Staaten seien in nur 250 Jahren zu einer wirtschaftlichen Supermacht aufgestiegen – ein einmaliger Vorgang in der Geschichte. Ein Fehler sei es jedoch, wenn sich 300 Millionen Amerikaner dafür feiern würden, während 7,5 Milliarden Menschen ihnen nicht besonders wohlgesonnen seien.
Buffett warnte davor, dass eine solche Haltung langfristig gefährlich sei, wirtschaftlich wie sicherheitspolitisch. Er betonte, dass der weltweite Wohlstand nicht zu Lasten der USA gehe, sondern vielmehr ein Gewinn für alle sei: Je wohlhabender andere Länder würden, desto stabiler und sicherer werde auch die eigene Position.
Ein weiteres zentrales Thema war die enorme Liquidität von Berkshire Hathaway, die sich mit rund 348 Milliarden Dollar auf einen neuen Rekordwert beliefen. Die weitverbreitete Vermutung, Warren Buffett wolle seinem Nachfolger eine gut ausgestattete Kriegskasse überlassen, wies dieser jedoch humorvoll zurück: Er sei nicht so edelmütig, mit Investitionen zu warten, nur damit Greg Abel später besser dastehe.
Stattdessen bekräftigte die Value-Legende, sofort 100 Milliarden investieren zu wollen, wenn sich die Gelegenheit böte. Buffett konkretisierte das mit seinen altbekannten Prinzipien: Es müsse sich dabei um etwas handeln, dessen Geschäftsmodell er verstehen würde, das wirtschaftlich sinnvoll bewertet sei und bei dem er sich keine Sorgen machen müsse, dabei Geld zu verlieren. Ohne es explizit zu erwähnen, meinte er beim letzten Punkt natürlich „langfristig“. Denn:
Warren Buffett relativierte im Zusammenhang mit einer weiteren Frage kurzfristige Kursverluste an der Börse und bezeichnete diese als völlig unbedeutend im historischen Vergleich. Wer angesichts eines Rückgangs von 15 Prozent nervös werde, solle seine Anlagestrategie überdenken.
Nach Einschätzung von Buffett wird es in den nächsten 20 Jahren zu einer Crash-Phase größeren Ausmaßes kommen, das sei schlicht Teil der Natur der Märkte und trete in regelmäßigen Abständen auf. Je komplexer das System werde, desto höher sei das Risiko plötzlicher und unerwarteter Schocks. Das gehöre zur Börse dazu, und Anleger mit dem richtigen Temperament könnten genau davon profitieren. Für diejenigen jedoch, die bei Kursverlusten in Panik geraten und bei Kursgewinnen in Euphorie verfallen, könne der Aktienmarkt gefährlich werden. Wer investieren wolle, müsse seine Emotionen an der Tür abgeben.
Dabei wurde erneut deutlich, welch hohen Stellenwert verlässliche Erträge für Berkshire Hathaway haben, auch wenn das Konglomerat selbst keine Dividenden ausschüttet. Ein Beispiel dafür sind die Beteiligungen an fünf japanischen Handelshäusern, bei denen Greg Abel bereits in der Umsetzung eine zentrale Rolle spielte. Buffett betonte, dass weder er noch sein Nachfolger in den nächsten Jahrzehnten einen Verkauf dieser Positionen beabsichtigen. Mit gutem Grund: Jedes Jahr können aus dieser Investition mit Dividendenzahlungen von rund 800 Millionen Dollar gerechnet werden.
Aufgrund der enormen Größe von Berkshire Hathaway ist die Auswahl an weiteren lohnenden Investments stark eingeschränkt. Privatanleger hingegen haben es leichter, sie können aus dem gesamten Anlageuniversum schöpfen, um Vermögen aufzubauen und Dividenden zu kassieren. Eines sollte von der Buffett-Strategie, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Greg Abel fortführen wird, unbedingt übernommen werden: der konsequente Fokus auf Qualität. Bei der Auswahl hochwertiger Aktien unterstützen wir Sie gerne. Mithilfe der boerse.de-Performance-Analyse identifizieren wir die nach dieser Methode 100 besten Qualitätsaktien (unsere Champions), darunter natürlich auch Berkshire Hathaway. Konkrete Empfehlungen finden Sie im boerse.de-Aktienbrief.
Wenn Sie gezielt auf Dividenden setzen möchten, lohnt ein Blick auf den boerse.de-Dividendenfonds. Dieser investiert in dividendenstarke Champions, hinzu kommen weitere Unternehmen, die ebenfalls durch eine attraktive Ausschüttungspolitik überzeugen. Für einen vertieften Einblick in die Anlagestrategie des boerse.de-Dividendenfonds steht Ihnen hier das kostenfreie White Paper von Prof. Dr. Hubert Dichtl und Thomas Müller zur Verfügung.