
Wenn Sie sich um Ihre eigene Geldanlage kümmern, werden Sie vermutlich schon von Fonds gehört haben. Möglicherweise investieren Sie in welche. Aber haben Sie sich schon einmal damit auseinandergesetzt, was ein Fonds überhaupt ist und was es dazu zu wissen gibt? Hier erfahren Sie das Wichtigste.
Stellen Sie sich einen Fonds am besten als eine Art Behältnis vor, in das Anleger verschieden hohe Geldbeträge hineinwerfen. Im Gegenzug erhalten Sie Fondsanteile entsprechend des von ihnen eingezahlten Kapitals. Wer also besonders viel Geld in den Fonds steckt, bekommt auch viele Anteile. Dieses Grundprinzip ist ziemlich einfach zu verstehen.
Das innerhalb des Behältnisses gesammelte Geld wird anschließend verwendet, um in Wertpapiere zu investieren. Je nach Ausrichtung des Fonds sind das beispielsweise Aktien, Anleihen, Renten oder Immobilien. Daneben gibt es auch Mischfonds, die also Teile des Kapitals in verschiedenen Assetklassen anlegen. Steigt der Wert dieser einzelnen Assetklassen, gewinnen die Investoren.
Unterschieden werden können Fonds auch danach, ob sie aktiv von einem Managementteam oder passiv verwaltet werden. In letzterem Fall ist oft von ETFs die Rede. Diese Abgrenzung hat einen maßgebenden Einfluss auf die Gebühren des Fonds. In aller Regel müssen Anleger bei aktiv gemanagten Fonds mit etwas höheren Kosten rechnen.
Grundsätzlich kann ein Fonds im Vergleich zu Einzelinvestments als weniger risikoreich angesehen werden, da das Kapital auf verschiedene Titel und mitunter verschiedene Assetklassen aufgeteilt wird. Totalverluste sind also sehr unwahrscheinlich.
Finanzexperten raten in puncto Geldanlage häufig dazu, Fonds anstelle von Einzelinvestments vorzuziehen. Tatsächlich haben Fonds einige Vorteile, die Sie kennen sollten. Die vier wichtigsten sind dabei:
Flexibilität: Da Fonds börsengehandelt sind, ist das darin enthaltene Geld im Bedarfsfall schnell liquidierbar. Sie müssen keine festen Laufzeiten abwarten, bis Sie wieder an das Ersparte herankommen. Außerdem steht es Ihnen frei, ob Sie einen Fonds regelmäßig besparen wollen oder eine größere Summe einmalig einzahlen.
Transparenz: Fonds beziehungsweise die dahinterstehenden Gesellschaften unterliegen umfassenden Berichtspflichten, die Sie als Anleger zu Informationszwecken heranziehen können. Sie wollen wissen, welche Aktien zu welcher Gewichtung in einem Fonds vertreten sind? Mithilfe von Factsheets lässt sich das ohne Weiteres herausfinden. Auch Veränderungen in der Zusammensetzung des Fonds sind für Sie ersichtlich.
Sicherheit: An der Börse gehören gelegentliche Verluste mit dazu, auch wenn diese keineswegs erstrebenswert sind. Doch wie sieht es aus, wenn die Fondsgesellschaft in die Insolvenz rutscht? Ist Ihr Geld dann weg? Glücklicherweise nein, denn Fonds gelten als Sondervermögen und fließen nicht in die Insolvenzmasse ein.
Streuung: Fonds setzen sich aus einer Vielzahl von Wertpapieren zusammen. Verliert das eine, kann dies durch den Gewinn bei einem anderen kompensiert werden. Das Risiko ist bei Fonds also wesentlich geringer als bei Einzelinvestments.
Möchten Sie in einen Fonds investieren, müssen Sie zunächst entscheiden, welche Art von Fonds es sein soll. Zur Auswahl stehen Ihnen vor allem Aktien-, Renten-, Misch- und Immobilienfonds. Wo liegen deren Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile?
Aktienfonds: Wie der Name unschwer erkennen lässt, stehen bei Aktienfonds Investments in börsennotierte Unternehmen im Fokus, wie beispielsweise beim boerse.de-Aktienfonds. Da Aktien Teilhaberechte an einer entsprechenden Gesellschaft verbriefen, wird der Fonds Miteigentümer eines Unternehmens. Aktienfonds gewinnen dann an Wert, wenn Dividenden ausgeschüttet werden oder die Kurse der gekauften Unternehmen zulegen. Anleger haben die Möglichkeit, je nach Strategie des Aktienfonds gezielt in bestimmte Länder, Branchen oder auch Unternehmensgrößen zu investieren.
Allerdings unterliegen Aktienfonds für gewöhnlich einer gewissen Volatilität, sodass Investoren nicht allzu risikoavers sein dürfen. Etwaige Wertschwankungen können gleichzeitig durch einen langen Anlagehorizont vermindert werden.
Rentenfonds: Anders als der Name implizieren könnte, haben Rentenfonds nichts mit Renten zu tun. Der Begriff bezieht sich stattdessen darauf, dass die in Rentenfonds enthaltenen Wertpapiere regelmäßige Zinszahlungen leisten. Diese werden als Renten bezeichnet. Allgemein liegt der Schwerpunkt eines Rentenfonds auf sicheren Geldanlagen. Das sind etwa Pfandbriefe, Unternehmens- sowie Staatsanleihen. Da das Risiko hier vergleichsweise gering ist, fallen auch die Renditen in aller Regel niedriger aus als bei Aktienfonds.
Rentenfonds ermöglichen Ihnen eine gute Planbarkeit, da bereits zu Beginn der Investition feststeht, wann Sie Ihr Kapital mitsamt Zinsen wieder zurückerhalten. Dennoch kommt es auch bei dieser Fondsart zu gelegentlichen Kursschwankungen. Achten Sie bei Rentenfonds außerdem auf die Bonität der Anleihenverkäufer.
Immobilienfonds: Zu unterscheiden sind dabei offene und geschlossene Immobilienfonds. Bei ersterer Variante investieren Anleger in eine ganze Gruppe von Immobilien, also beispielsweise in Hotels, Einkaufszentren oder Gewerbeobjekte. Die Rendite ergibt sich aus den Wertsteigerungen der einzelnen Immobilien sowie aus Mieteinnahmen. Offene Immobilienfonds implizieren, dass jeder investieren kann. Da sie börsengehandelt sind, werden manche Anteile bereits für unter 100 Euro verkauft. Offene Immobilienfonds gelten als Sondervermögen.
Geschlossene Immobilienfonds zeichnen sich dagegen dadurch aus, dass mitunter nur in ein einzelnes oder in wenige Objekte investiert wird. Sie sind daher risikoreicher. Außerdem haben geschlossene Immobilienfonds ein Höchstvolumen. Sobald dieses erreicht ist, wird er geschlossen und andere Anleger können sich nicht mehr daran beteiligen. Interessenten müssen auch beachten, dass die Kosten bei dieser Anlageform sehr hoch sind. Das wirkt sich auf die Rendite aus.
Mischfonds: Wenn Sie sich nicht für eine der vorgenannten Fondsarten entscheiden können oder wollen, dürften Mischfonds vielleicht die richtige Alternative sein. Sie legen das Geld ihrer Kunden in verschiedenen Assetklassen an. Typischerweise sind das Aktien, Rentenpapiere oder Geldmarkttitel. Die Ausrichtung von Mischfonds kann stark variieren. Ist die Strategie offensiv, werden etwa Aktien stärker gewichtet. Verfolgt der Mischfonds dagegen eine defensive Herangehensweise, stehen festverzinsliche Wertpapiere im Vordergrund.
ETFs: Sie nehmen eine Sonderrolle ein, da es sich bei ETFs um passiv gemangte Indexfonds handelt. Es gibt keinen Fondsmanager, der die Kundengelder aktiv verwaltet. Stattdessen wird versucht, die Wertentwicklung eines Index möglichst präzise nachzubilden. Vorteilhaft an ETFs sind deren niedrigen Gebühren. Auch wenn sie eine breite Streuung aufweisen, sind sie nicht frei von Risiken. Die Rückzahlung kann unterhalb des eingesetzten Anlagebetrags liegen, falls sich der zugrundeliegende Index schlecht entwickelt.
Ein wichtiges Augenmerk liegt bei Fonds auf deren Ertragsverwendung. Grundsätzlich sind zwei Formen voneinander zu unterscheiden.
Ausschüttend: Fallen innerhalb des Fonds Erträge an, so werden diese unmittelbar an den Anleger weitergeleitet. Der Investor kann das Geld dann zwar beliebig nutzen, muss aber beachten, dass die ausgeschütteten Beträge gleichzeitig der Steuerpflicht unterliegen.
Thesaurierend: Handelt es sich um einen thesaurierenden Fonds, so behält dieser die Erträge ein und reinvestiert sie. Für Anleger hat das den Vorteil, dass sie besonders bei längeren Zeiträumen vom Zinseszinseffekt profitieren.
Der Erwerb eines Fonds ist bei unterschiedlichen Stellen möglich. Typischerweise kaufen Sie Fonds bei Banken, Brokern oder Sparkassen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich direkt an eine Kapitalverkehrsgesellschaft zu wenden oder freie Fondsvermittler zu beauftragen. Wie auch immer Sie sich am Ende entscheiden – ein Depot ist immer notwendig.
Kennen Sie schon die verschiedenen boerse.de-Fonds? Hier können Sie von ausgewählten Champions-Aktien profitieren, die ihre Performance in den vergangenen Jahren kontinuierlich unter Beweis gestellt haben. Unter anderem konnten Champions-Aktien Indizes wie den MSCI World schlagen.
Die Geldanlage in Fonds ist für Investoren nicht kostenlos. Tatsächlich fallen gleich mehrere Gebühren an. Zu nennen sind dabei etwa der Ausgabeaufschlag für den Vertrieb, der prozentual anhand des Anteilswertes bemessen wird. Ebenfalls, wenn auch nur selten, ist mit Rücknahmegebühren zu rechnen. Zuletzt müssen Anleger wissen, dass das Management des Fonds durch Verwaltungsgebühren entlohnt wird. Indem Sie die verschiedenen Angebote vergleichen, können Sie Kosten einsparen und gleichzeitig an Rendite gewinnen.
Darauf ließe sich eine sehr pauschale Antwort geben – kaufen Sie dann, wenn die Kurse niedrig sind und bald steigen werden. In der Praxis lässt sich das aber nicht immer umsetzen. Dazu müssten Sie schließlich die zukünftige Entwicklung kennen. Gerade bei Fonds ist es aber nicht vonnöten, die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu identifizieren. Mit einem Sparplan können Sie sich das Leben wesentlich leichter machen.
Dann nämlich kaufen Sie in einem von Ihnen bestimmten Intervall und stets zu den gleichen Summen Anteile an einem Fonds. Sie könnten sich zum Beispiel dazu entscheiden, jeden Monat exakt 200 Euro in den boerse.de-Aktienfonds zu investieren. Steht dessen Kurs hoch, erhalten Sie weniger Anteile, ist er niedrig, erhalten Sie mehr. Mit der Zeit profitieren Sie dann vom sogenannten Cost-Average-Effekt.