Was sind Tech-Aktien?

Tech-Aktien spielen eine zentrale Rolle in der modernen Wirtschaft und sind mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil des globalen Finanzmarktes. Ob Smartphones, Cloud Computing, Künstliche Intelligenz oder Suchmaschinen – Technologien prägen unseren Alltag und verändern, wie wir leben und arbeiten. Doch was genau sind Tech-Aktien und warum sind sie bei Anlegern so beliebt? In diesem Ratgeber erfahren Sie es.

 

Definition von Tech-Aktien

Der Begriff Tech-Aktien bezeichnet Anteile an Unternehmen, die in der Technologiebranche tätig sind. Diese Firmen sind darauf spezialisiert, technologische Produkte, Dienstleistungen oder Innovationen zu entwickeln, die oft einen erheblichen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Die Bandbreite der Unternehmen reicht dabei von globalen Technologieriesen wie Alphabet, Apple und Microsoft bis hin zu innovativen Start-ups, die sich auf zukunftsweisende Technologien konzentrieren.

 

Woran erkennen Sie Tech-Aktien?

Typischerweise zeigen die hinter Tech-Aktien stehenden Unternehmen charakteristische Spezifika, anhand derer sie identifiziert werden können. Das sind vor allem:

 

Technologieorientierung: Tech-Aktien repräsentieren Firmen, deren Geschäftsmodelle stark auf Technologien basieren. Dazu gehören Bereiche wie etwa Softwareentwicklung, Hardwareproduktion, Halbleiter, Cloud Computing, maschinelles Lernen oder künstliche Intelligenz.

Innovationskraft: Technologieunternehmen zeichnen sich durch hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung aus. Sie setzen auf disruptive Technologien, die bestehende Märkte verändern oder neue schaffen können.

Hohe Skalierbarkeit: Viele Technologieunternehmen haben skalierbare Geschäftsmodelle, insbesondere im Bereich der digitalen Dienstleistungen. Einmal entwickelte Produkte wie Software oder Plattformen können weltweit ohne erhebliche Zusatzkosten bereitgestellt werden.

Marktdominanz: Einige Tech-Riesen, auch „Big Tech“ oder „Tech-Giganten“ genannt, dominieren ihre Märkte. Beispiele sind Google in der Online-Suche oder Microsoft bei Betriebssystemen und Unternehmenssoftware. Dieses Standing wiederum ermöglicht ihnen eine enorme Preissetzungsmacht und schafft hohe Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten.

 

Wo genau finden Sie Tech-Aktien?

Technologieunternehmen sind in einer Vielzahl von Branchen tätig, die allesamt von technologischer Innovation geprägt sind. Gleichzeitig weist jede dieser Branchen ihre eigenen Besonderheiten und Wachstumstreiber auf, die sie für Unternehmen und Investoren gleichermaßen interessant machen. Die wichtigsten Bereiche sind dabei:

 

Softwareentwicklung: Die Entwicklung von Softwarelösungen ist eines der größten und etabliertesten Segmente der Technologiebranche. Firmen in diesem Bereich produzieren zum Beispiel Betriebssysteme, Office-Software, Sicherheitslösungen oder Entwicklungsplattformen. Getrieben wird die Softwareentwicklung unter anderem vom allgemeinen Digitalisierungstrend in vielen Unternehmen sowie cloudbasierten Software-Abonnements. Microsoft und Adobe sind zwei bekannte sowie börsennotierte Konzerne aus dem Bereich der Softwareentwicklung.

Hardwareproduktion: Hier geht es um die Herstellung von physischen Technologien wie Computern, Smartphones, Halbleitern und anderen elektronischen Geräten. Der Bereich der Hardwareproduktion profitiert insbesondere vom hohen Bedarf an leistungsstarker Hardware für KI, Gaming, maschinellem Lernen sowie der zunehmenden Vernetzung in Form des Internet of Things. In der Hardwareproduktion sind beispielsweise Apple, Nvidia oder Intel tätig.

Internetdienste und Plattformen: Die Dienstleistungen dieses Sektors sind vielfältig und reichen von Suchmaschinen oder sozialen Netzwerken bis hin zu E-Commerce und Online-Werbung. Dank einer zunehmenden Internetnutzung auch in den Schwellenländern sowie der Verlagerung von Handel und Werbung ins Digitale, verzeichnet diese Branche unverändert hohe Wachstumsraten. Als Beispiele sind Alphabet mit seiner Suchmaschine Google oder der Facebook-Mutterkonzern Meta Plattforms zu nennen.

Cloud Computing: Durch den Einsatz von Cloud Computing ist es möglich, dass Unternehmen wie Privatpersonen Daten und Anwendungen über das Internet speichern und verwalten können. Die Bedeutung von lokalen Servern und Geräten nimmt dadurch ab. Die Nutzung externer Cloud-Dienste hat vor allem den Vorteil der Kostenersparnis. Dass der Bereich Cloud Computing derart dynamisch ist, lässt sich auf die Digitalisierung ebenso wie auf den steigenden Bedarf an skalierbaren IT-Lösungen zurückführen.

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen: Gerade durch die Markteinführung von ChatGPT hat dieses Segment einen regelrechten Hype erfahren und ist nach wie vor in aller Munde. Unternehmen in diesem Bereich entwickeln Technologien, die Maschinen ein intelligentes Verhalten beibringen. Das umfasst etwa die Sprach- und Bilderkennung, aber auch autonome Systeme sowie prädiktive Analysen. Der Vorteil von KI und maschinellem Lernen ist vor allem darin zu sehen, dass die Anwendungsmöglichkeiten schier unbegrenzt sind.

Diese Auflistung ließe sich noch fortsetzen und beispielsweise um die Halbleiterindustrie, Unterhaltungselektronik oder Gaming ergänzen. Dies soll aufgrund der überragenden Bedeutung der bereits genannten fünf Bereiche hier aber nicht erfolgen.

 

Die Bedeutung der Tech-Branche für die Wirtschaft

Von der Revolution der Kommunikationstechnologien über den Aufbau neuer digitaler Geschäftsmodelle bis hin zur Transformation traditioneller Industrien – die Bedeutung von Technologieunternehmen für die globale Wirtschaft ist kaum zu überschätzen. Nahezu jeder Aspekt des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens wird von ihnen geprägt. Die Tech-Branche sowie die mit ihr verbundenen Konzerne übernehmen eine Vielzahl wichtiger Funktionen. Dazu zählen zum Beispiel:

Innovationsmotor der Weltwirtschaft: Die Tech-Branche bringt Technologien hervor, die nicht nur bestehende Prozesse effizienter machen, sondern auch völlig neue Märkte schaffen. Die Transformationskraft von KI, maschinellem Lernen oder Cloud Computing hat sich gerade in den zurückliegenden zwei bis drei Jahren gezeigt. Das kalifornische Silicon Valley gilt dabei als das Innovationszentrum schlechthin.

Wachstumstreiber der globalen Wirtschaft: Die Technologiebranche hat in überproportionalem Maße zur weltweiten Wirtschaftsentwicklung beigetragen. Allein die sogenannten Big Tech Firmen wie Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta Plattforms zählen zu den wertvollsten Konzernen überhaupt. Sie machen außerdem einen erheblichen Teil der Marktkapitalisierung großer Indizes wie dem NASDAQ 100 aus.

Beschäftigung und verbundene Effekte: Nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Tech-Branche ein bedeutender Arbeitgeber ist. So schaffen IT-Firmen nicht nur hochqualifizierte Arbeitsplätze, sondern fördern gleichzeitig die Entwicklung von wachstumsstarken Start-ups und diversen Zulieferindustrien. Nach wie vor ist die Nachfrage nach Fachkräften in Bereichen wie Softwareentwicklung, Datenanalyse oder KI ungebrochen hoch. Darüber hinaus wirkt die Technologiebranche als Multiplikator, der Wachstum und Investitionen in anderen Sektoren ankurbelt.

 

Warum in Tech-Aktien investieren?

Für viele Anleger sind Tech-Aktien eine attraktive Wahl, weil sie Zugang zu einer der innovativsten und wachstumsstärksten Branchen bieten. Aber gibt es weitere spezifische Gründe, die für ein Investment sprechen und falls ja, welche sind das?

Attraktive Renditen: Historisch gesehen konnten Tech-Aktien an der Börse stark performen. In diesem Kontext ist auf die „Magnificient 7“ zu verweisen. Diese bestehen aus Apple, Nvidia, Alphabet, Meta, Amazon, Tesla sowie Microsoft und sind gute Beispiele für Unternehmen, die ihren Anlegern in den vergangenen Jahren hohe Renditen beschert haben. Aufgrund der allgemein positiven Aussichten dürfte das auf absehbare Zeit auch so bleiben.

Zugang zu Megatrends: Wer in Tech-Aktien investiert, hat die Chance, von bahnbrechenden Trends wie zum Beispiel Digitalisierung, autonomem Fahren oder Blockchain-Technologien zu profitieren. Diese Megatrends werden sich nicht auf die Wirtschaft beschränken, sondern Einfluss auf das alltägliche Leben nehmen. KI zeigt das eindrucksvoll.

Diversifizierung: Für gewöhnlich sind Tech-Firmen auf der ganzen Welt aktiv. Dadurch können sie von Entwicklungen in unterschiedlichen Regionen profitieren, etwa von der zunehmenden Internetnutzung in diversen Schwellenländern. Aber auch Sie als Investor haben einen Nutzen aus der globalen Präsenz. So bündelt zum Beispiel der MSCI World Information Technology die wichtigsten Tech-Unternehmen der Industrienationen in einem Index, wodurch Sie Ihr Risiko wiederum auf unterschiedliche Länder streuen.

Starke Wettbewerbsposition: Alphabet, Amazon oder Microsoft sind gute Beispiele für Technologiekonzerne, die ihre Branche dominieren. Ihre Marktführerschaft ermöglicht es ihnen, außergewöhnlich hohe Margen zu erzielen. Diese Stärke im operativen Geschäft wiederum wirkt sich vielfach auch positiv an der Börse aus.  

Volatilität: Oftmals sind Tech-Aktien schwankungsanfälliger als Titel aus anderen Wirtschaftsbereichen. Dieses auf den ersten Blick nachteilige Merkmal kann für Anleger zur Chance werden. So bieten etwa Marktabschwünge gute Möglichkeiten für attraktive Einstiegskurse. Gerade langfristig orientierte Investoren nutzen die aus der Volatilität resultierenden Preisnachlässe, um in Positionen einzusteigen oder diese aufzustocken.

 

Wie lassen sich Tech-Aktien bewerten?

Bevor Sie Geld in eine Tech-Aktie investieren, sollten Sie diese analysieren. Das stellt gerade in dieser dynamischen Branche aber oft eine Herausforderung dar, sodass traditionelle Bewertungsmethoden schnell an ihre Grenzen stoßen. Welche Ansätze und Kennzahlen sich dennoch bewährt haben, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

 

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis: Das KGV ist eine besonders beliebte Kennzahl zur Bewertung von Aktien. Das dürfte auch auf die Einfachheit der Berechnung und die weite Verbreitung zurückzuführen sein. Um das KGV zu erhalten, müssen Sie lediglich den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Gewinn je Aktie setzen.

Ein hoher Wert weist dabei oftmals auf eine Überbewertung hin. Im Kontext von Tech-Aktien ist jedoch eine Besonderheit zu berücksichtigen. So haben diese Titel oftmals ein höheres KGV als Unternehmen aus anderen Branchen, weil die Investoren ein starkes zukünftiges Wachstum erwarten. Betrachten Sie immer auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis der jeweiligen Branche, um die Aussagekraft zu erhöhen.

Das Umsatzwachstum: Es kann Situationen geben, in denen das ebengenannte KGV nutzlos ist. Das trifft dann zu, wenn ein Unternehmen keine Gewinne erzielt, was vor allem bei jungen Firmen im Technologiebereich häufig der Fall ist. Dann sollten Sie sich alternativ die Umsätze ansehen.

Diese sind nicht nur schwer zu manipulieren, sondern geben auch Auskunft darüber, ob und wie stark ein Unternehmen seine Marktanteile ausbaut. Wachsen die Erlöse kontinuierlich, ist das ein Hinweis auf eine stabile und hohe Nachfrage nach den Produkten oder Dienstleistungen der Firma.

Der Free Cashflow: Von Investoren wird der Free Cashflow bei der Bewertung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens häufig dem Gewinn vorgezogen. Der FCF ergibt sich aus der Kapitalflussrechnung und bildet dort die Differenz aus operativem Cashflow abzüglich der Investitionen (CAPEX). Der Name der Kennzahl resultiert daraus, dass der Free Cashflow dem Unternehmen zur freien Verfügung steht.

Er kann beispielsweise für Ausschüttungen an die Aktionäre oder umfangreiche Aktienrückkäufe verwendet werden. Gerade die etablierten Konzerne der Tech-Branche wie Alphabet oder Apple generieren immense Summen an Free Cashflows. Das lässt sich auf ihre skalierbaren Geschäftsmodelle und die verhältnismäßig geringen laufenden Kosten zurückführen. Bei jungen Firmen werden Sie dagegen oftmals auf negative FCF treffen. Dies ist nicht zwingend negativ, solange das Geschäftsmodell tragfähig ist.

Das Price/Earnings to Growth Ratio: Diese Kennzahl ist eng mit dem bereits genannten KGV verbunden, verfeinert dieses jedoch, indem auch die erwartetet Gewinnwachstumsrate eines Unternehmens Berücksichtigung findet. Das PEG-Ratio eignet sich daher besonders gut für expansionsstarke Firmen, wie sie in der Tech-Branche häufig vorzufinden sind.

Errechnen lässt sich die Kennzahl anhand der Division von KGV durch das Gewinnwachstum in Prozent. Für die Interpretation gibt es einige einfache Faustregeln. So deutet ein PEG-Ratio von unter eins auf eine unterbewertete Aktie, ein PEG-Ratio von über eins entsprechend auf eine bestehende Überbewertung hin. Ein Unternehmen, das gegenwärtig ein KGV von 20 hat, dessen Gewinne aber nur mit zehn Prozent pro anno wachsen, wäre nach dieser Regel also überbewertet.

Die Intangible Assets und Markenwerte: Anders als die vorgenannten Kennziffern lassen sich immaterielle Vermögenswerte kaum quantifizieren. Zu ihnen gehören beispielsweise das geistige Eigentum in Form von Patenten, Urheber- oder Markenrechten, daneben aber auch Software sowie Daten oder Beziehungen und Netzwerke. Im Technologiesektor nehmen diese Intangible Assets eine zentrale Rolle ein, da sie in manchen Firmen den Kern des Geschäftsmodells bilden.

Immaterielle Vermögenswerte ermöglichen es Unternehmen, sich nachhaltig vom Wettbewerb abzugrenzen. Außerdem sind sie gut skalierbar, was sich am Beispiel von Software zeigt. Diese wird einmal entwickelt, kann im Anschluss aber nahezu ohne Folgekosten vertrieben werden. Daneben ist auch die Wichtigkeit von Markenwerten nicht zu unterschätzen. Apple steht zum Beispiel für Premiumqualität und Design, wodurch der Konzern höhere Preise durchsetzen kann.

 

Beispiele für Tech-Aktien

Bis hierher haben Sie bereits einen guten Überblick über Tech-Aktien erhalten. Welche Unternehmen erfüllen nun aber die Anforderungen für eine Qualifizierung als Tech-Titel? Einige Namen sind in den vorausgegangenen Ausführungen bereits gefallen. Hier kommt zusätzlich eine Auflistung, die allerdings nicht abschließend ist.

Nasdaq 100

Dieser Index repräsentiert die 100 größten nicht-finanziellen Unternehmen, die zumeist aus der Tech-Branche stammen. Daher wird der Nasdaq 100 auch als Barometer für die Performance des Technologiesektors herangezogen. In diesem Index finden sich prominente Konzerne wie Adobe, AMD, Broadcom, CrowdStrike, ASML oder eBay. Der Nasdaq 100 ist nach Marktkapitalisierung gewichtet, sodass große Unternehmen einen stärkeren Einfluss auf die Gesamtperformance nehmen.

Magnificent 7

Auch die sogenannten Magnificent 7 tauchen im Kontext von Tech-Aktien regelmäßig auf. Damit sind Unternehmen gemeint, die in der Vergangenheit durch ausgezeichnete Renditen auf sich aufmerksam gemacht haben und als besonders innovationsstark gelten. Zu diesen Magnificent 7 gehören Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet, Meta Plattforms, Tesla sowie Nvidia. Diese Konzerne werden als Marktführer in ihrer Branche gesehen.

FAANG Aktien

Zuletzt sind die FAANG Aktien zu nennen, die Überschneidungen mit den Magnificent 7 aufweisen. Das Akronym setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben von Facebook (mittlerweile Meta Plattforms), Amazon, Apple, Netflix und Google (Alphabet). Damit bilden die FAANG Aktien eine Gruppe aus bedeutenden Technologiefirmen, die allesamt eine Verbindung zum mittlerweile legendären Silicon Valley haben.

 

Mit dem boerse.de-Technologiefonds in Tech-Aktien investieren

Sie sind auf der Suche nach einer geeigneten Investmentmöglichkeit, mit der Sie von der dynamischen Technologiebranche profitieren können? Der boerse.de-Technologiefonds bietet Ihnen genau das. Er legt das Fondsvolumen zu 60 Prozent in Technologie-Champions an, also in die nach den Kennzahlen der boerse.de-Performance-Analyse in der Vergangenheit erfolgreichsten Technologie-Aktien der Welt sowie über das Darwin-Portfolio in bis zu 500 weitere Technologie-Aktien.

Mittlerweile ist das Anlagevolumen auf knapp 90 Millionen Euro angestiegen. Den boerse.de-Technologiefonds gibt es sowohl in einer ausschüttenden als auch in einer thesaurierenden Variante, er ist außerdem sparplanfähig. Das kombinierte Anlagekonzept geht auf Thomas Müller und Dr. Hubert Dichtl zurück.