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Zinswende

Die Reaktionen an den Börsen auf die jüngsten Aussagen des US-Notenbankchefs Ben Bernanke zu einer möglichen Zinswende lassen vermuten, dass er wahrlich ungewöhnliche Dinge vorhat. Im Kern wissen wir alle:

Ein Ende der monatlichen Anleihekäufe der Fed oder sogar eine Anhebung des Leitzinses würde bedeuten, dass wir nach jahrelanger Krisenpolitik der internationalen Notenbanken durch eine Zinswende wieder zu etwas mehr „Normalität“ zurückkehren würden.

Allerdings haben sich die Investoren durch das Staatsanleihen kaufen in den vergangenen Jahren derart an die ungebremste Flutung der Finanzmärkte mit Liquidität gewöhnt, dass es eine Weile dauern dürfte, das Verhalten entsprechen anzupassen. Das heißt:

Gold auf der Verliererseite bei einer Zinswende

Angesichts einer (möglicherweise) einsetzenden Konjunkturerholung und einer etwas restriktiveren Geldpolitik der Fed könnten gerade die als „sichere Geldanlage“ gehandelten Investments unter einer Rückkehr zu dieser besagten Normalität leiden. Ein Beispiel ist sicherlich das bekannteste Edelmetall der Welt:

Während der Goldpreis in den vergangenen zehn Jahren fast nur den Weg nach oben kannte, haben sich zuletzt nicht nur die Träume von einem Kurs von mehr als 2.000 US-Dollar zerschlagen. Vielmehr verkaufen immer mehr enttäuschte Anleger das Edelmetall, da die ausufernde Inflation bisher ausgeblieben ist und eine mögliche Zinswende zu steigenden Renditen bei Alternativen wie Anleihen führen dürfte.

Wolfgang Schäuble und die Zinswende

Daneben scheint sich aber auch eine weitere Erholung im Süden Europas anzubahnen. Immerhin konnten zuletzt selbst aus den Krisenländern wie Italien oder Spanien positive Konjunkturmeldungen vernommen werden. Dies würde jedoch schlechte Nachrichten für Finanzminister Wolfgang Schäuble bedeuten. Denn bedenken wir auch:

Immerhin konnte sich der deutsche Staat zuletzt zu negativen Zinsen verschulden! Aufgrund der anhaltenden Probleme in den europäischen Krisenländern erfreuten sich besonders die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen einer großen Beliebtheit. Doch mit einer Entspannung in Sachen Euro-Krise und der folgenden Zinswende könnten die Investoren wieder vermehrt auf Anlagemöglichkeiten in den Krisenländern (mehr...) schauen. Dabei droht jedoch erhebliches Risiko und Anleger sollten nur in solide Aktien investieren.

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