Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,
es wäre grandios, wenn die momentan diskutierte Aktienrente wirklich kommen sollte. Denn eigentlich ist schon seit Norbert Blüms berühmten Bonmot „Die Rente ist sicher“ bekannt, dass sich die gesetzliche Altersvorsorge durch den demografischen Wandel und leere Rentenkassen in einer Sackgasse befindet. Daran änderte natürlich auch das Fehlkonstrukt Riester-Rente nichts, von der – dank Abschluss- und Vertriebskosten – in erster Linie Finanzvertriebe profitiert hatten. Jetzt wird aber sehr konkret über eine gesetzliche Aktienrente gesprochen, für die zwei Prozentpunkte der bisherigen Rentenbeiträge in Aktien oder ähnliche Anlagen investiert werden sollen.
Auf dem Kapitalmarkt für zukünftige Rentenerträge zu investieren, wäre ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik, doch die Schweden machen es erfolgreich vor. Der dortige staatliche Altersvorsorge-Fonds
AP7, in den rund ein Drittel aller Schweden einzahlen, hält momentan sogar 3194 Aktienpositionen und hat seit seiner Gründung im Jahr 2010 jährlich zweistellige Renditen erwirtschaftet – kein Wunder, denn mit Apple, Microsoft, Amazon und Alphabet sind die größten Positionen gleich durch vier Offensiv-Champions besetzt. Entscheidend:
Wenn hierzulande ein staatlicher Aktienfonds wirklich kommen sollte, dürfte das allein schon wegen der damit verbundenen medialen Aufmerksamkeit der Popularität von Aktien und Fonds zum Durchbruch verhelfen! Gleichzeitig würden dann Millionen Anleger zu ihrem Glück quasi gezwungen werden und über Rentenbescheide mit der Zeit lernen, dass das tägliche Auf und Ab der Kurse sowie das damit einhergehende Rauschen der Schlagzeilen überhaupt keine Bedeutung hat. Sie und ich wissen, dass es kein besseres „Investment“ gibt, als die langfristig ausgerichtete Beteiligung an den erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Doch selbst wer einfach nur „blind“ auf den Markt setzt, erzielt konkurrenzlos hohe Anlagerenditen. Jüngster Beleg:
Die Deutsche Bank hat vor kurzem die „Long-Term Asset Return Study“ vorgelegt und hier die Renditen verschiedener Aktienklassen seit dem Jahr 1800 (!) untersucht. In diesen 220 Jahren kamen zehnjährige US-Staatsanleihen auf ein Plus von 5,1% p.a und Gold auf +2,1% p.a., während US-Aktien 8,7% jährlich gewannen. Danach standen auch die Daten von US-Häuserpreisen zur Verfügung, die gerechnet seit dem Jahr 1900 um 3,6% p.a. zulegten, Gold um 3,7% p.a. und US-Staatanleihen um nur 4,7% p.a., aber US-Aktien sogar um 9,8% p.a.! Seit es verlässliche Aufzeichnungen gibt, haben Aktien also jede andere Aktienklasse deutlich geschlagen, was auch in der Zukunft so sein wird. Dabei interessant:
In diesen 22 Dekaden gab es nur zwei Jahrzehnte mit negativen Aktienrenditen – die 1930er-Jahre mit -0,5% p.a. sowie die 2000er-Jahre, die ein Minus von durchschnittlich 1,0% p.a. brachten. Was danach kam, waren 9,0% p.a. Plus in den 1940er-Jahren und sogar exorbitante 19,3% p.a. im darauf folgenden Jahrzehnt! Für die 2010er-Jahre errechnet sich ein Gewinn von 13,6% p.a., und für 2020/21 weist die Studie schon einmal ein Plus von 18,2% p.a. aus, was eine zyklische Wiederholung der 1950er-Jahre andeutet und tatsächlich (m)ein „
Jahrzehnt der Aktie“ erahnen lässt.
Das ist ein perfektes Umfeld für uns Aktionäre, zumal auch der
boerse.de-Aktienfonds für den Vermögensaufbau und der
boerse.de-Weltfonds für den Ruhestand auf Rekordniveau notieren. Für uns ist die Aktienrente schon Realität ...
Mit bester Empfehlung
Ihr
Thomas Müller
Quelle: boerse.de