Dax-Reform: Darf’s auch etwas mehr sein?

Mittwoch, 22.11.23 17:10
Bildquelle: Eigenes Bildmaterial
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor zwei Jahren sorgte die Deutsche Börse für eine große Änderung bei ihrem Aushängeschild Dax. Denn im September wurde die Anzahl der im deutschen Leitbarometer notierten Unternehmen von 30 auf 40 erhöht. Und nun könnte der Dax erneut reformiert werden – die Entscheidung darüber soll heute bekanntgegeben werden.

Konkret geht es dabei dieses Mal nicht um die Anzahl, sondern um die Gewichtung der im Index notierten Blue Chips. Das dafür relevante Kriterium ist die Höhe der Marktkapitalisierung. Zum einen entscheidet diese darüber, welche Unternehmen überhaupt den Sprung in den Dax schaffen oder sich mit einem Platz im MDax bzw. SDax begnügen müssen. Zum anderen haben größere Unternehmen in den jeweiligen Indizes auch einen höheren Anteil.

Die Krux mit der Marktkapitalisierungsgewichtung



So dominieren im Dax aktuell bspw. SAP (10,4%), Siemens (8,8%) und Allianz (8,0%), während auf die Schlusslichter Siemens Energy und Zalando gerade einmal rund 0,6% bzw. 0,5% entfallen. Um dabei jedoch eine zu hohe Abhängigkeit von Einzelwerten zu verhindern, wurde eine Kappungsgrenze festgelegt, die bislang bei 10% liegt. Das bedeutet:

Steigt der Indexanteil eines Dax-Mitgliedes über diese Grenze, kommt es bei den quartalsmäßigen Überprüfungsterminen des Dax ggf. zu einer Kappung. Als Folge davon müssen dann allerdings auch Indexfonds, die den Dax abbilden, bei den betroffenen Werten Verkäufe vornehmen, was die Kurse belastet. Das war letztendlich der Grund, weshalb sich der traditionsreiche Linde-Konzern als damals größter Dax-Konzern vergangenes Jahr vom heimischen Börsenparkett verabschiedete und sich stattdessen für ein Listing in New York entschied. Daher:

Höhere Gewichtung, um weitere Abgänge zu verhindern



Um den Abgang weiterer Schwergewichte zu verhindern, soll die Kappungsgrenze von 10% auf 15% angehoben werden. Diesen Wert hat in den vergangenen zehn Jahren übrigens kein einziges Dax-Mitglied überschritten, während vier Konzerne aufgrund der 10%-Regelung insgesamt 38 Mal wieder zurechtgestutzt werden mussten.

Die Deutsche Börse dürfte die Kappungsgrenzen in den Dax-Indizes anheben – was übrigens auch vom Deutschen Aktieninstitut unterstützt wird –, um nach dem Linde-Abgang nicht weitere Aushängeschilder zu verlieren. Doch ganz unabhängig davon, ob die Gewichtsgrenze nun bei 10% oder 15% liegt:

Anleger, die mit einen Indexinvestment möglichst breit diversifiziert investieren möchten, sollten sich stets bewusst sein, dass in Dax, S&P, MSCI World & Co. die Höhe der Marktkapitalisierung über die Gewichtung der enthaltenen Aktien entscheidet. Deswegen geben darin nur wenige den Ton an. So machen bspw. die Top 3 im Dax bereits mehr als 27% aus. Die Kursentwicklung des S&P 500 hängt zu 23% von Apple, Microsoft, Amazon, Nvidia und Alphabet ab. Und beim mehr als 1500 Aktien umfassenden MSCI World dominieren diese fünf US-Konzerne mit zusammen 15% Indexanteil.

BCDI-Indizes: Gleichgewichtetes Quality-Investing



Bei den Indizes der BCDI-Familie verfolgen wir dagegen bewusst einen anderen Ansatz. Die Höhe der Marktkapitalisierung spielt weder bei der Aktienauswahl noch bei der Gewichtung eine Rolle. Grundsätzlich kommen als Indexmitglieder ausschließlich Champions, also die laut boerse.de-Performance-Analyse langfristig besten Aktien der Welt infrage. Dabei setzt sich der BCDI aus zehn europäischen Top-Champions zusammen, während BCDI USA und BCDI Deutschland jeweils zehn Qualitätswerte von der Wall Street bzw. vom heimischen Börsenparkett beinhalten. Die Indexzusammensetzungen werden quartalsweise überprüft und dabei findet jeweils wieder eine Gleichgewichtung aller enthaltenen Champions statt. Deswegen sind die BCDI-Indizes die intelligenteren Indexalternative zu Dax & Co.

Mit bester Empfehlung

Jochen Appeltauer
Chefredakteur boerse.de-Aktienbrief

PS: Weitere Hintergrundinformationen zu unserer erfolgreichen Champions-Strategie finden Sie im „Leitfaden für Ihr Vermögen“, dessen 53. Auflage in Kürze versendet wird.

Quelle: boerse.de

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