Anteilumlauf

Was ist der Anteilumlauf?

Der Anteilumlauf bezeichnet die Anzahl der Anteile oder Aktien eines Unternehmens, die sich aktuell im Besitz von Anlegern befinden und am Markt gehandelt werden. Er wird auch als „Free Float“ bezeichnet, wenn es um börsennotierte Gesellschaften geht. Der Anteilumlauf ist ein zentraler Indikator für die Liquidität einer Aktie und beeinflusst maßgeblich die Preisbildung an den Börsen.

Bedeutung des Anteilumlaufs

Der Anteilumlauf gibt Auskunft darüber, wie viele Anteile tatsächlich am Markt verfügbar sind. Ein hoher Anteilumlauf signalisiert, dass viele Aktien gehandelt werden können, wodurch die Liquidität steigt. Dies erleichtert den Handel, da größere Orders ohne größere Kursschwankungen abgewickelt werden können. Ein niedriger Anteilumlauf hingegen kann zu stärkerer Volatilität führen, da schon kleine Käufe oder Verkäufe den Kurs deutlich beeinflussen können.

Berechnung und Einflussfaktoren

Der Anteilumlauf wird in der Regel aus der Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien abzüglich der gehaltenen eigenen Aktien oder Anteile der Gründer und strategischen Investoren berechnet. Formelhaft lässt sich dies darstellen:

Anteilumlauf = Gesamtausgabe der Aktien – Eigene Aktien – Strategisch gebundene Anteile

Faktoren, die den Anteilumlauf beeinflussen, sind unter anderem Kapitalerhöhungen, Aktienrückkäufe oder Umwandlungen von Wandelanleihen in Aktien. Auch langfristige Beteiligungen von institutionellen Investoren, die nicht verkauft werden, reduzieren effektiv den Anteilumlauf, da diese Aktien dem aktiven Handel entzogen sind.

Bedeutung für Anleger

Für Anleger ist der Anteilumlauf ein wichtiges Kriterium bei der Analyse von Aktien. Ein hoher Anteilumlauf erhöht die Handelsmöglichkeiten und senkt das Risiko, dass der Kurs durch einzelne Orders stark beeinflusst wird. Gleichzeitig kann der Anteilumlauf Aufschluss über die Streuung der Eigentumsverhältnisse geben. Wenn ein Großteil der Aktien von wenigen Investoren gehalten wird, kann dies die Preisbildung stark verzerren.

Praxisbeispiele

Ein praktisches Beispiel ist die Aktie der Allianz. Die Gesellschaft hat Milliarden an Börsenwert und einen erheblichen Anteil ihrer Aktien, der aktiv gehandelt wird. Der Anteilumlauf sorgt dafür, dass die Aktie relativ liquide ist und institutionelle Investoren größere Positionen aufbauen oder abbauen können, ohne den Kurs unverhältnismäßig zu bewegen. Ein anderes Beispiel ist ein kleinerer Mittelständler, bei dem nur wenige tausend Aktien im Umlauf sind. Hier kann schon der Kauf oder Verkauf von wenigen hundert Anteilen zu deutlichen Kursschwankungen führen.

Auch Fonds und ETFs berücksichtigen den Anteilumlauf bei der Auswahl von Aktien. Ein ausreichend hoher Anteilumlauf stellt sicher, dass der Fonds die Positionen effizient kaufen und verkaufen kann, ohne die Marktpreise zu stark zu beeinflussen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Anteilumlauf ist ein essenzieller Indikator für die Liquidität, Handelbarkeit und Preisstabilität von Aktien. Anleger sollten ihn bei der Bewertung von Aktien stets berücksichtigen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Ein gut analysierter Anteilumlauf ermöglicht es, Risiken einzuschätzen und das Portfolio strategisch zu gestalten. Für Unternehmen ist er ebenfalls relevant, da er die Marktdynamik und die Wahrnehmung durch Investoren beeinflusst.



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