Eine Akquisition bezeichnet im wirtschaftlichen und finanziellen Kontext den Erwerb eines Unternehmens oder von Unternehmensanteilen durch ein anderes Unternehmen. Ziel einer Akquisition ist es, Wachstum zu generieren, Marktanteile zu erhöhen, Synergien zu nutzen oder den Zugang zu neuen Technologien und Märkten zu sichern. Akquisitionen zählen zu den zentralen Instrumenten der Unternehmensstrategie und können sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene stattfinden.
Akquisitionen lassen sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Grundsätzlich wird zwischen freundlichen und feindlichen Übernahmen unterschieden. Bei einer freundlichen Akquisition stimmen Management und Aufsichtsrat des Zielunternehmens dem Erwerb zu. Bei einer feindlichen Akquisition versucht der Käufer, gegen den Willen der Unternehmensführung die Kontrolle über das Zielunternehmen zu erlangen, beispielsweise durch den direkten Erwerb von Aktien am Markt.
Weitere Unterscheidungen betreffen den Umfang der Übernahme. Eine 100%-Akquisition bedeutet, dass der Käufer sämtliche Anteile des Unternehmens erwirbt, während Mehrheitsbeteiligungen oder Strategische Beteiligungen nur einen Teil der Anteile umfassen. Auch der geografische Fokus kann variieren: nationale Akquisitionen innerhalb eines Landes unterscheiden sich in rechtlichen und regulatorischen Aspekten von internationalen Akquisitionen.
Unternehmen verfolgen Akquisitionen aus unterschiedlichen strategischen Motiven. Ein zentraler Grund ist das Marktwachstum. Durch den Erwerb eines Wettbewerbers können Unternehmen ihre Marktanteile schnell erhöhen, ohne die Organik des eigenen Wachstumsprozesses abwarten zu müssen. Weitere strategische Motive sind:
Die Finanzierung einer Akquisition kann über Eigenkapital, Fremdkapital oder eine Mischung aus beiden erfolgen. Oft wird der Kaufpreis auf Basis von Unternehmensbewertungen, Multiplikatoren, Cashflow-Analysen und zukünftigen Synergien festgelegt. Nach der Akquisition beginnt die Integrationsphase, in der die organisatorischen, technologischen und kulturellen Strukturen zusammengeführt werden. Eine erfolgreiche Integration ist entscheidend, damit die Akquisition langfristig Wert für den Käufer schafft.
Ein bekanntes Beispiel aus der Technologiebranche ist die Übernahme von LinkedIn durch Microsoft im Jahr 2016, um den Geschäftsbereich Unternehmenssoftware und Cloud-Dienste zu erweitern. Auch im Konsumgüterbereich sind Akquisitionen weit verbreitet, etwa wenn Procter & Gamble kleinere Marken erwirbt, um das Produktportfolio zu ergänzen. Solche Akquisitionen können unmittelbare Auswirkungen auf den Aktienkurs beider Unternehmen haben, da Investoren die langfristigen Synergien und strategischen Vorteile bewerten.
Akquisitionen bieten erhebliche Chancen, sind jedoch auch mit Risiken verbunden. Erfolgreiche Übernahmen können den Marktwert des Unternehmens deutlich steigern, Wachstum beschleunigen und Wettbewerbsvorteile sichern. Gleichzeitig bestehen Risiken, etwa überhöhte Kaufpreise, Integrationprobleme, kulturelle Konflikte, rechtliche Hürden und regulatorische Genehmigungen. Unternehmen müssen daher vor jeder Akquisition sorgfältige Due-Diligence-Prüfungen durchführen, um finanzielle und operative Risiken zu minimieren.
Die Akquisition ist ein zentrales Instrument der Unternehmensstrategie und kann erheblichen Einfluss auf Marktposition, Wachstum und Wertentwicklung eines Unternehmens haben. Für Anleger sind Akquisitionen besonders relevant, da sie Chancen auf höhere Erträge, aber auch Risiken in Form von Integrationsproblemen oder finanzieller Belastung bieten. Eine gründliche Analyse der Akquisitionsstrategie, des Kaufpreises und der Integrationsfähigkeit ist daher entscheidend, um langfristig erfolgreiche Investments zu identifizieren.
Englische Bezeichnung für den Kauf von Unternehmen bzw. Unternehmensteile.