Assets under Management (AUM) bezeichnen den Gesamtwert aller Vermögenswerte, die von einem Finanzinstitut, einer Vermögensverwaltungsgesellschaft, einem Fonds oder einem Portfolio-Manager im Namen von Kunden verwaltet werden. Der Begriff ist eine zentrale Kennzahl im Finanzsektor und dient zur Bewertung der Größe, Bedeutung und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Asset Managers. Zu diesen Vermögenswerten zählen unter anderem Aktien, Anleihen, Investmentfonds, Immobilien, Rohstoffe oder liquide Mittel.
AUM sind ein dynamischer Wert und verändern sich fortlaufend, etwa durch Wertzuwächse oder -verluste an den Märkten, Zu- oder Abflüsse von Kundengeldern sowie Umschichtungen innerhalb der Portfolios. Je nach Anbieter existieren unterschiedliche Berechnungsarten, die beispielsweise auch Kreditlinien oder nicht investiertes Kapital einbeziehen können. Daher ist es für Investoren und Analysten wichtig, die jeweilige Definition der Institution zu kennen.
Assets under Management umfassen in der Regel alle Vermögenswerte, die aktiv verwaltet werden. Dazu zählen:
Einige Vermögensverwalter zählen zusätzlich sogenannte „Assets under Advisement“ (AUA) hinzu, also Vermögenswerte, zu denen lediglich eine Beratung erfolgt, die jedoch nicht aktiv gemanagt werden. Für AUM im engeren Sinne gilt jedoch, dass aktive Investmententscheidungen getroffen werden.
AUM gelten als Indikator für die Marktstellung und finanziellen Ressourcen einer Vermögensverwaltung. Größere AUM können auf eine starke Kundenbasis, stabile Erträge und solide Performance hinweisen. Für Anleger ist die Kennzahl relevant, weil:
Gleichzeitig bedeutet ein hoher AUM-Wert nicht automatisch bessere Performance. Große Fonds können bei bestimmten Anlageklassen sogar an Flexibilität verlieren und dadurch ineffizienter agieren.
Ein globaler Vermögensverwalter kann mehrere hundert Milliarden Euro an AUM verwalten und diese auf verschiedene Anlageklassen aufteilen. Ein Aktienfonds könnte beispielsweise 5 Mrd.€ an AUM besitzen und in internationale Blue-Chip-Unternehmen investieren, während ein Rentenfonds mit 800 Mio.€ AUM hauptsächlich in Staats- und Unternehmensanleihen engagiert ist. Auch Family Offices, Stiftungen oder digitale Vermögensverwalter (Robo-Advisors) berichten häufig über ihre AUM, um Transparenz für Kunden zu schaffen.
In der Alternativen-Investmentbranche – etwa im Bereich Private Equity, Immobilienfonds oder Hedgefonds – sind AUM besonders wichtig, da hier langfristige Kapitalzusagen und mehrjährige Bindungen üblich sind. Eine deutliche Steigerung der AUM signalisiert dort oft steigende Investorenakzeptanz und wachsende Marktpräsenz.
Die Entwicklung der AUM wird von mehreren Faktoren beeinflusst:
Da AUM eine Schlüsselrolle im Geschäftsmodell von Vermögensverwaltern spielen, sind sie auch maßgeblich für die Einnahmenstruktur. Viele Anbieter arbeiten mit prozentualen Managementgebühren, die direkt auf den verwalteten Vermögenswerten basieren. Höhere AUM bedeuten daher unmittelbar höhere Erträge.
Assets under Management (AUM) sind eine zentrale Kennzahl zur Beurteilung der Größe, Leistungsfähigkeit und Stabilität eines Vermögensverwalters. Sie spiegeln sowohl die Marktperformance als auch das Vertrauen der Anleger wider und geben Aufschluss über die wirtschaftlichen Perspektiven eines Unternehmens. Für Investoren sind AUM ein wichtiges Orientierungselement, sollten jedoch immer im Kontext weiterer Kennzahlen wie Performance, Risikostruktur und Gebühren betrachtet werden. Richtig interpretiert tragen AUM maßgeblich dazu bei, die Qualität und Nachhaltigkeit einer Vermögensverwaltung einzuschätzen.