Depeg bezeichnet das Abweichen des Marktpreises eines an einen Referenzwert gekoppelten Tokens von seinem vorgesehenen Zielwert (Peg). In der Praxis betrifft ein Depeg vor allem Stablecoins, die an Fiat-Währungen wie den US-Dollar, an andere Vermögenswerte oder an algorithmische Mechanismen gebunden sind.
Ein Depeg liegt vor, wenn ein Stablecoin seinen angestrebten Wert – beispielsweise 1 Token = 1 US-Dollar – nicht mehr stabil halten kann. Der Preis kann dabei sowohl unter als auch über den Zielwert hinausgehen. Kurzfristige Abweichungen sind in volatilen Marktphasen üblich, kritisch wird ein Depeg jedoch, wenn er stark oder dauerhaft anhält.
Stablecoins mit Fiat-Reserven können depegged werden, wenn Zweifel an der Deckung oder an der Stabilität der zugrunde liegenden Banken entstehen. Arbitrage-Mechanismen sorgen meist für eine Rückkehr zum Peg, sind jedoch nicht garantiert.
Diese Stablecoins sind durch Kryptowährungen überbesichert. Bei starken Markteinbrüchen können Liquidationen den Peg unter Druck setzen.
Algorithmische Modelle versuchen, den Peg ausschließlich über Anreizmechanismen zu halten. Sie gelten als besonders anfällig für Depegs, da sie stark vom Marktvertrauen abhängen.
Bitcoin besitzt keinen Peg und kann daher per Definition keinen Depeg erleiden. Der Preis von Bitcoin wird vollständig durch Angebot und Nachfrage bestimmt. In Phasen, in denen Stablecoins an Vertrauen verlieren, wird Bitcoin häufig als neutraler, nicht manipulierbarer Wertspeicher genutzt.
Aufsichtsbehörden wie die BaFin beobachten Depeg-Ereignisse besonders aufmerksam, da sie den Anlegerschutz und die Stabilität digitaler Finanzmärkte betreffen. Stablecoins stehen daher zunehmend im Fokus regulatorischer Vorgaben.
Ein Depeg ist eines der größten Risiken bei Stablecoins und tokenisierten Vermögenswerten. Während einige Modelle über Stabilitätsmechanismen verfügen, bleibt das Risiko bestehen – insbesondere bei algorithmischen Konstruktionen. Bitcoin ist von Depegs nicht betroffen und stellt eine eigenständige, nicht gebundene Alternative dar. Anleger sollten die Struktur, Sicherheiten und Risiken eines Stablecoins genau analysieren, bevor sie ihn als Wertaufbewahrungs- oder Transaktionsmittel nutzen.