Diagonaler Spread

Was ist ein Diagonaler Spread?

Ein Diagonaler Spread ist eine komplexe Optionsstrategie, bei der ein Anleger gleichzeitig eine Option kauft und eine andere Option verkauft, wobei sich die Laufzeiten und/oder die Basispreise unterscheiden. Die Strategie kombiniert Aspekte eines Horizontalsprads (Laufzeitunterschiede) und eines Vertikalspreads (unterschiedliche Basispreise) und wird häufig bei Aktien, Indizes oder Rohstoffen eingesetzt.

Das Ziel eines Diagonalen Spreads besteht darin, von Kursbewegungen und/oder Zeitwertverlusten zu profitieren, das Risiko zu begrenzen und eine kontrollierte Rendite zu erzielen. Die Strategie ist sowohl für Call- als auch für Put-Optionen anwendbar und kann je nach Marktmeinung bullish, bearish oder neutral ausgerichtet sein.

Funktionsweise eines Diagonalen Spreads

Die Grundstruktur eines Diagonalen Spreads umfasst:

  • Kauf einer Option: Meist länger laufende Option mit einem bestimmten Basispreis.
  • Verkauf einer Option: Kürzer laufende Option mit einem anderen Basispreis.
  • Profit durch Zeitwertverfall: Die verkaufte Option verliert schneller an Zeitwert als die gekaufte Option, was zu einem Gewinn führen kann.
  • Risikobegrenzung: Durch die Kombination von Kauf und Verkauf werden potenzielle Verluste eingeschränkt.

Bedeutung für Anleger

  • Risikomanagement: Diagonale Spreads begrenzen das Verlustpotenzial im Vergleich zu einem einfachen Kauf oder Verkauf einer Option.
  • Flexibilität: Anleger können Laufzeiten und Basispreise an ihre Markterwartung anpassen.
  • Profitmöglichkeiten: Die Strategie ermöglicht Gewinne aus moderaten Kursbewegungen oder stabilen Märkten.
  • Absicherung: Diagonale Spreads können als Absicherung gegen größere Kursausschläge eingesetzt werden.

Beispiele aus der Praxis

Ein Anleger erwartet, dass die Aktie der BASF in den nächsten Monaten leicht steigt. Er kauft einen Call mit einer Laufzeit von sechs Monaten zu einem Basispreis von 70€ und verkauft gleichzeitig einen Call mit einer Laufzeit von drei Monaten zu einem Basispreis von 75€.

Wenn die Aktie innerhalb der nächsten drei Monate unter 75€ bleibt, behält der Anleger die Prämie der verkauften Option, während er gleichzeitig die länger laufende Option hält, deren Wert durch den leichten Kursanstieg der Aktie steigt.

Ein weiteres Beispiel ist ein bearisher Diagonaler Spread: Der Anleger kauft einen Put mit längerer Laufzeit und verkauft einen Put mit kürzerer Laufzeit, um von einem moderaten Kursrückgang zu profitieren und das Risiko zu begrenzen.

Vor- und Nachteile eines Diagonalen Spreads

  • Vorteile: Begrenztes Risiko, Profitmöglichkeiten bei moderaten Kursbewegungen, Nutzung von Zeitwertverfall, Flexibilität bei Basispreis und Laufzeit.
  • Nachteile: Komplexe Strategie, erfordert gutes Verständnis von Optionen, mögliche geringe Gewinnspanne bei falscher Marktbewegung, Transaktionskosten können Rendite schmälern.

boerse.de-Schlussfolgerung

Ein Diagonaler Spread ist eine vielseitige Optionsstrategie, die Zeitwertverfall und unterschiedliche Basispreise kombiniert, um Gewinne bei moderaten Kursbewegungen zu erzielen und Risiken zu begrenzen. Sie ist für erfahrene Anleger geeignet, die Optionsstrategien aktiv einsetzen und ihr Portfolio diversifizieren möchten. Trotz der Chancen erfordert die Strategie fundiertes Wissen über Optionen, Laufzeiten und Basispreise, um erfolgreich angewendet zu werden.



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