Ein Diagonaler Spread ist eine komplexe Optionsstrategie, bei der ein Anleger gleichzeitig eine Option kauft und eine andere Option verkauft, wobei sich die Laufzeiten und/oder die Basispreise unterscheiden. Die Strategie kombiniert Aspekte eines Horizontalsprads (Laufzeitunterschiede) und eines Vertikalspreads (unterschiedliche Basispreise) und wird häufig bei Aktien, Indizes oder Rohstoffen eingesetzt.
Das Ziel eines Diagonalen Spreads besteht darin, von Kursbewegungen und/oder Zeitwertverlusten zu profitieren, das Risiko zu begrenzen und eine kontrollierte Rendite zu erzielen. Die Strategie ist sowohl für Call- als auch für Put-Optionen anwendbar und kann je nach Marktmeinung bullish, bearish oder neutral ausgerichtet sein.
Die Grundstruktur eines Diagonalen Spreads umfasst:
Ein Anleger erwartet, dass die Aktie der BASF in den nächsten Monaten leicht steigt. Er kauft einen Call mit einer Laufzeit von sechs Monaten zu einem Basispreis von 70€ und verkauft gleichzeitig einen Call mit einer Laufzeit von drei Monaten zu einem Basispreis von 75€.
Wenn die Aktie innerhalb der nächsten drei Monate unter 75€ bleibt, behält der Anleger die Prämie der verkauften Option, während er gleichzeitig die länger laufende Option hält, deren Wert durch den leichten Kursanstieg der Aktie steigt.
Ein weiteres Beispiel ist ein bearisher Diagonaler Spread: Der Anleger kauft einen Put mit längerer Laufzeit und verkauft einen Put mit kürzerer Laufzeit, um von einem moderaten Kursrückgang zu profitieren und das Risiko zu begrenzen.
Ein Diagonaler Spread ist eine vielseitige Optionsstrategie, die Zeitwertverfall und unterschiedliche Basispreise kombiniert, um Gewinne bei moderaten Kursbewegungen zu erzielen und Risiken zu begrenzen. Sie ist für erfahrene Anleger geeignet, die Optionsstrategien aktiv einsetzen und ihr Portfolio diversifizieren möchten. Trotz der Chancen erfordert die Strategie fundiertes Wissen über Optionen, Laufzeiten und Basispreise, um erfolgreich angewendet zu werden.