Dividendenstripping ist eine Anlagestrategie, bei der ein Anleger Aktien gezielt kurz vor der Dividendenausschüttung kauft, um die Dividende zu erhalten, und sie unmittelbar danach wieder verkauft. Ziel ist es, von der Ausschüttung der Dividende zu profitieren, ohne die Aktie langfristig halten zu müssen.
Die Strategie wird häufig von institutionellen Investoren oder Tradern angewendet, die kurzfristige Erträge erzielen möchten. Sie ist besonders relevant in Märkten, in denen die Dividendenrenditen hoch sind oder steuerliche Unterschiede zwischen Kursgewinnen und Dividenden bestehen.
Dividendenstripping basiert auf dem sogenannten Ex-Dividenden-Tag, dem Stichtag, ab dem eine Aktie ohne den Anspruch auf die kommende Dividende gehandelt wird. Die Strategie lässt sich wie folgt zusammenfassen:
In der Praxis fällt der Kurs einer Aktie am Ex-Dividenden-Tag in der Regel um den Betrag der ausgeschütteten Dividende, was das Risiko der Strategie widerspiegelt.
Trotz der vermeintlich einfachen Strategie birgt Dividendenstripping auch Risiken:
Ein praktisches Beispiel: Ein Anleger kauft die BASF-Aktie einige Tage vor der Dividendenausschüttung, erhält die Dividende gutgeschrieben und verkauft die Aktie kurz danach wieder. Idealerweise beträgt der erhaltene Gewinn aus der Dividende nach Abzug von Kursverlusten, Steuern und Transaktionskosten einen positiven Ertrag.
Institutionelle Investoren nutzen Dividendenstripping häufig in Kombination mit Absicherungsstrategien wie Short-Positionen oder Optionen, um Risiken zu minimieren und die Netto-Rendite zu optimieren.
Dividendenstripping ist eine kurzfristige Anlagestrategie, die darauf abzielt, Dividendenzahlungen gezielt zu realisieren. Sie bietet Chancen für schnelle Erträge, birgt jedoch erhebliche Risiken durch Kursbewegungen, Steuern und Transaktionskosten. Für erfahrene Anleger und institutionelle Investoren kann Dividendenstripping ein effektives Werkzeug sein, um das Portfolio zu optimieren, erfordert jedoch fundiertes Timing und Marktkenntnis. Unerfahrene Anleger sollten vorsichtig sein, da kurzfristige Kursverluste die Dividendengewinne schnell übersteigen können.