Eskomptieren bezeichnet in der Finanzwelt die Möglichkeit, einen kurzfristigen Kredit durch den Verkauf einer handelsüblichen, aber noch nicht fälligen Forderung bei einer Bank zu erhalten. Konkret handelt es sich meist um Wechsel, also schriftliche Zahlungsversprechen eines Schuldners, die vor ihrem eigentlichen Fälligkeitsdatum bei einer Bank „diskontiert“ werden. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort „escompte“ ab, was so viel wie „Abzug“ oder „Diskont“ bedeutet. Durch das Eskomptieren erhält der Inhaber der Forderung sofort Liquidität, während die Bank im Gegenzug einen Diskontbetrag einbehält.
Beim Eskomptieren übergibt ein Unternehmen oder ein Anleger einen Wechsel oder eine andere kurzfristige Forderung an eine Bank, bevor die Fälligkeit erreicht ist. Die Bank zahlt den Nennwert des Wechsels abzüglich eines Diskontsatzes aus, der die Zinsen, Gebühren und das Risiko der Forderung abdeckt. Auf diese Weise erhält der Forderungsinhaber sofort Bargeld, anstatt auf den Zahlungseingang des Schuldners zu warten. Die Bank trägt nun das Risiko des Forderungsausfalls und inkassiert den Betrag bei Fälligkeit vom ursprünglichen Schuldner.
Eskomptieren ist ein wichtiges Instrument der kurzfristigen Unternehmensfinanzierung. Unternehmen können so ihre Liquidität verbessern, insbesondere wenn sie auf regelmäßige Zahlungseingänge warten müssen, um laufende Kosten wie Gehälter, Miete oder Materialbeschaffung zu decken. Das Eskomptieren erlaubt es, finanzielle Engpässe zu überbrücken, ohne neue Kredite aufnehmen oder Bankkredite verhandeln zu müssen. Besonders im Handel und in der Industrie war und ist das Eskomptieren historisch ein gebräuchliches Mittel zur Überbrückung von Liquiditätsbedarf.
Ein typisches Beispiel für das Eskomptieren ist ein Unternehmen, das Waren an einen Kunden auf Rechnung verkauft. Der Kunde zahlt den Rechnungsbetrag erst in 60 Tagen. Das Unternehmen benötigt jedoch kurzfristig Liquidität, um neue Rohstoffe zu kaufen. In diesem Fall kann das Unternehmen den entsprechenden Wechsel bei seiner Bank eskomptieren. Die Bank zahlt sofort einen Betrag aus, abzüglich eines Diskontsatzes, und übernimmt das Risiko der späteren Zahlung durch den Kunden. Somit kann das Unternehmen den Zahlungsfluss optimieren und Investitionen oder laufende Kosten decken.
Eskomptieren wird vor allem im Rahmen des kurzfristigen Forderungsmanagements eingesetzt. Banken prüfen in der Regel die Bonität des Schuldners und setzen den Diskontsatz entsprechend fest. Unternehmen können diese Methode nutzen, um ihren Cashflow zu stabilisieren, saisonale Schwankungen auszugleichen oder geplante Investitionen zu finanzieren. In der modernen Finanzwelt wird das Eskomptieren oft durch Factoring ergänzt, bei dem Forderungen ebenfalls verkauft werden, jedoch häufig auf breiterer Basis und mit erweiterten Dienstleistungen wie Inkasso oder Risikoübernahme.
Eskomptieren ist ein bewährtes Instrument der kurzfristigen Finanzierung, das insbesondere im Handel und in der Industrie eine zentrale Rolle spielt. Durch den Verkauf noch nicht fälliger Forderungen an Banken erhalten Unternehmen sofortige Liquidität und können ihre Zahlungsfähigkeit sichern. Trotz der Kosten durch Diskontzinsen und Gebühren bietet das Eskomptieren eine flexible Möglichkeit, finanzielle Engpässe zu überbrücken und Investitionen oder laufende Geschäftsausgaben zu finanzieren. Es bleibt ein nützliches Mittel im Finanzmanagement, insbesondere für Unternehmen, die regelmäßig offene Forderungen besitzen.