Der Forward-Markt ist ein Finanzmarkt, auf dem Verträge über den zukünftigen Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten, Rohstoffen oder Währungen abgeschlossen werden. Auf diesem Markt vereinbaren Käufer und Verkäufer, eine bestimmte Menge eines Gutes zu einem festgelegten Preis zu einem festgelegten zukünftigen Zeitpunkt zu liefern oder abzunehmen. Im Gegensatz zum Kassamarkt erfolgt die Lieferung nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeitpunkt, wodurch der Forward-Markt ein wichtiges Instrument für Absicherung (Hedging) und Spekulation darstellt.
Auf dem Forward-Markt werden sogenannte Forwards gehandelt. Ein Forward ist ein außerbörslicher Vertrag zwischen zwei Parteien, der Lieferung und Preis eines Basiswertes zu einem zukünftigen Termin festlegt. Die Abwicklung erfolgt in der Regel physisch oder durch Barausgleich. Der Forward-Markt wird oft als Over-the-Counter (OTC)-Markt bezeichnet, da die Verträge individuell zwischen den Parteien ausgehandelt werden und nicht standardisiert wie Futures an einer Börse gehandelt werden.
Beispiel: Ein Exporteur aus Deutschland erwartet in drei Monaten eine Zahlung in US-Dollar. Um sich gegen das Risiko eines fallenden US-Dollar-Kurses abzusichern, verkauft er heute US-Dollar-Forwards auf dem Forward-Markt. Damit fixiert er den Wechselkurs und schützt seine Einnahmen vor Währungsschwankungen.
Der Forward-Markt erfüllt mehrere zentrale Funktionen im Finanz- und Rohstoffmarkt:
Der Forward-Markt bietet zahlreiche Vorteile:
Der Forward-Markt bringt auch Risiken und Nachteile mit sich:
Der Forward-Markt wird vor allem für Währungen, Zinsen, Rohstoffe und bestimmte Finanzinstrumente genutzt. Ein typisches Beispiel ist der Handel mit Euro-Dollar-Forwards, um Wechselkursrisiken zwischen Exporteuren und Importeuren abzusichern. Auch Rohstoffunternehmen sichern sich über Öl- oder Metall-Forwards gegen Preisschwankungen ab. Für institutionelle Investoren und Banken ist der Forward-Markt ein wichtiges Instrument zur Zinsabsicherung, etwa durch Forward Rate Agreements (FRA).
Beispiel aus der Unternehmenspraxis: Ein deutsches Maschinenbauunternehmen erwartet Zahlungen in US-Dollar und möchte sich gegen Währungsschwankungen absichern. Über den Forward-Markt schließt es einen Dollar-Euro-Forward, um den Kurs für den Zahlungstermin in drei Monaten festzulegen. So kann das Unternehmen seine Einnahmen in Euro zuverlässig planen und Marktrisiken minimieren.
Der Forward-Markt ist ein zentraler Bestandteil des modernen Finanz- und Rohstoffhandels. Er ermöglicht Unternehmen, Banken und Investoren, Preis- und Währungsrisiken abzusichern, künftige Zahlungsströme zu planen und gezielt auf zukünftige Preisbewegungen zu spekulieren. Gleichzeitig sind Risiken wie Gegenparteirisiko, Liquiditäts- und Marktrisiken zu berücksichtigen. Ein fundiertes Verständnis der Funktionsweise des Forward-Marktes ist entscheidend, um Chancen optimal zu nutzen und Risiken beim Handel oder Absichern effektiv zu steuern.