Hebel (Optionsscheine)

Was ist der Hebel bei Optionsscheinen?

Der Hebel bei Optionsscheinen beschreibt das Verhältnis zwischen der prozentualen Kursveränderung des Basiswerts und der entsprechenden prozentualen Veränderung des Optionsscheins. Mit anderen Worten: Durch den Hebel können Anleger mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz überproportional von Kursbewegungen eines Basiswerts profitieren. Optionsscheine gehören zu den derivativen Finanzinstrumenten und leiten ihren Wert direkt vom Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts, wie z.B. Aktien, Indizes oder Rohstoffen, ab.

Funktionsweise des Hebels

Ein Optionsschein gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert zu einem bestimmten Preis innerhalb eines festgelegten Zeitraums zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Der Hebel ergibt sich aus der Tatsache, dass der Optionsschein deutlich günstiger ist als der direkte Kauf des Basiswerts. Steigt der Kurs des Basiswerts, kann der Wert des Optionsscheins überproportional zulegen. Fällt der Kurs hingegen, können die Verluste ebenso stark sein.

Berechnung des Hebels

Die Berechnung des Hebels eines Optionsscheins kann wie folgt dargestellt werden:

Hebel = Kurs des Basiswerts / Kurs des Optionsscheins

Beispiel: Ein Anleger kauft einen Call-Optionsschein auf die Allianz-Aktie. Der Kurs der Aktie liegt bei 150€, der Optionsschein kostet 5€. Der Hebel beträgt dann 150€ / 5€ = 30. Das bedeutet, dass eine 1%-ige Kurssteigerung der Aktie zu einer theoretischen 30%-igen Wertsteigerung des Optionsscheins führen kann. Gleichzeitig verstärkt sich aber auch der Verlust bei fallenden Kursen.

Chancen und Risiken

Der Hauptvorteil des Hebels bei Optionsscheinen liegt in der Möglichkeit, mit geringem Kapitaleinsatz hohe Gewinne zu erzielen. Gleichzeitig ist das Risiko hoch: Fällt der Kurs des Basiswerts, kann der Optionsschein an Wert verlieren und im schlimmsten Fall völlig wertlos verfallen. Daher eignen sich Optionsscheine mit Hebel vor allem für kurzfristige Strategien und spekulative Investments. Anleger sollten sich der Risiken bewusst sein und nur Kapital einsetzen, dessen Verlust sie verkraften können.

Arten von Optionsscheinen

Optionsscheine lassen sich in Call- und Put-Optionsscheine unterteilen. Call-Optionsscheine profitieren von steigenden Kursen des Basiswerts, Put-Optionsscheine von fallenden Kursen. Zusätzlich gibt es Hebelzertifikate oder Turbo-Optionsscheine, die den Hebel verstärken und oft eine Knock-Out-Schwelle besitzen, bei deren Erreichen der Optionsschein sofort verfällt. Solche Produkte erfordern eine genaue Marktbeobachtung und eine klare Exit-Strategie.

Praxisbeispiele

Ein Anleger erwartet, dass die Allianz-Aktie kurzfristig steigt. Er kauft einen Call-Optionsschein mit einem Hebel von 20. Steigt die Aktie um 2%, würde der Optionsschein um etwa 40% im Wert zulegen. Umgekehrt könnte eine 2%-ige Kurskorrektur zu einem Verlust von 40% führen. Solche Produkte werden oft genutzt, um gezielt auf kurzfristige Kursbewegungen zu setzen, ohne das gesamte Kapital in die Aktie investieren zu müssen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Hebel bei Optionsscheinen ist ein mächtiges Werkzeug, um mit kleinem Kapitaleinsatz überproportional von Kursbewegungen eines Basiswerts zu profitieren. Gleichzeitig erhöht er das Verlustrisiko erheblich. Anleger sollten den Hebel nur mit ausreichendem Wissen, klarer Strategie und konsequentem Risikomanagement einsetzen. Richtig angewendet können Optionsscheine mit Hebel eine flexible Möglichkeit sein, kurzfristige Chancen am Markt zu nutzen und Portfolios gezielt zu ergänzen.



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