Kerzenchartanalyse

Was ist die Kerzenchartanalyse?

Die Kerzenchartanalyse, auch als Candlestick-Analyse bekannt, ist eine Methode der technischen Analyse, die Kursbewegungen von Wertpapieren grafisch darstellt. Sie basiert auf sogenannten Kerzencharts (Candlestick-Charts), die Informationen über Eröffnungs-, Schluss-, Höchst- und Tiefstkurse innerhalb eines bestimmten Zeitraums visualisieren. Die Methode stammt ursprünglich aus Japan und wurde im 18. Jahrhundert für den Handel mit Reis entwickelt. Heute ist sie ein zentrales Instrument für Trader und Investoren, um Trends, Wendepunkte und mögliche Marktbewegungen zu erkennen.

Aufbau eines Kerzencharts

Eine einzelne Kerze im Chart zeigt vier wesentliche Werte:

  • Eröffnungskurs: Der Kurs, zu dem das Wertpapier zu Beginn des betrachteten Zeitraums gehandelt wurde.
  • Schlusskurs: Der Kurs am Ende des Zeitraums.
  • Höchstkurs: Der höchste gehandelte Kurs innerhalb des Zeitraums.
  • Tiefstkurs: Der niedrigste gehandelte Kurs innerhalb des Zeitraums.

Zusätzlich wird die Kerze farblich markiert: Eine grüne oder weiße Kerze zeigt einen Kursanstieg an (Schlusskurs höher als Eröffnungskurs), während eine rote oder schwarze Kerze einen Kursrückgang signalisiert (Schlusskurs niedriger als Eröffnungskurs). Die „Dochte“ oder „Schatten“ der Kerze zeigen die Extremwerte innerhalb des Zeitraums an.

Grundlagen der Kerzenchartanalyse

Die Kerzenchartanalyse basiert auf der Interpretation von Mustern, die Rückschlüsse auf zukünftige Kursbewegungen erlauben. Typische Muster sind:

  • Einzelkerzenmuster: Doji, Hammer, Shooting Star, die jeweils auf Trendwenden oder Unsicherheiten im Markt hinweisen.
  • Mehrkerzenmuster: Engulfing, Morning Star, Evening Star, die Signale für eine Fortsetzung oder Umkehr von Trends liefern.
  • Trendlinien und Unterstützungen: Kerzencharts helfen, Widerstandsniveaus, Unterstützungen und Trendrichtungen zu erkennen.

Trader nutzen die Kerzenchartanalyse, um Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu bestimmen, Risiken zu begrenzen und Handelsstrategien zu optimieren.

Vorteile der Kerzenchartanalyse

  • Visualisierung: Kerzencharts sind leicht verständlich und zeigen Kursverläufe klar strukturiert an.
  • Erkennung von Trends: Aufwärts-, Abwärts- und Seitwärtstrends lassen sich schnell erkennen.
  • Früherkennung von Wendepunkten: Bestimmte Kerzenmuster weisen auf mögliche Trendwechsel hin.
  • Flexibilität: Anwendbar auf Aktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen und andere Finanzprodukte.

Beispiele aus der Praxis

Ein Anleger, der die SAP-Aktie beobachtet, kann Kerzencharts nutzen, um kurzfristige Kursbewegungen zu analysieren. Wenn auf einen längeren Abwärtstrend ein Hammer-Muster folgt, könnte dies ein Hinweis auf eine bevorstehende Trendwende sein. Trader kombinieren die Kerzenchartanalyse oft mit anderen technischen Indikatoren wie gleitenden Durchschnitten, RSI oder MACD, um die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Trades zu erhöhen.

Chancen und Risiken

  • Chancen: Frühzeitige Erkennung von Markttrends, bessere Planung von Kauf- und Verkaufszeitpunkten, Ergänzung zu fundamentalen Analysen.
  • Risiken: Keine Garantie für zukünftige Kursbewegungen, Fehlsignale möglich, starke Abhängigkeit von Marktvolatilität und Handelsvolumen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Die Kerzenchartanalyse ist ein bewährtes Instrument der technischen Analyse, das Kursbewegungen von Wertpapieren übersichtlich visualisiert und potenzielle Trendwechsel oder -fortsetzungen erkennt. Durch die Darstellung von Eröffnungs-, Schluss-, Höchst- und Tiefstkursen können Anleger und Trader fundierte Entscheidungen treffen. In Kombination mit anderen Analyseverfahren bietet die Kerzenchartanalyse eine effektive Möglichkeit, Risiken zu reduzieren und Handelsstrategien zu optimieren. Sie ist daher ein unverzichtbares Werkzeug für die Marktbeobachtung und kurzfristige Anlageentscheidungen.



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