Der Begriff Konkurs bezeichnet das gerichtliche Verfahren zur Abwicklung eines zahlungsunfähigen Unternehmens oder einer Privatperson. Obwohl „Konkurs“ im deutschen Recht offiziell nicht mehr verwendet wird und durch den Begriff Insolvenz ersetzt wurde, ist er weiterhin im allgemeinen Sprachgebrauch, in historischen Texten sowie im internationalen Kontext gebräuchlich. Im Kern geht es beim Konkurs darum, das vorhandene Vermögen eines Schuldners zu erfassen, geordnet zu verwerten und die Gläubiger möglichst gerecht zu befriedigen.
Im heutigen deutschen Recht spricht man von Regelinsolvenz oder Verbraucherinsolvenz. Der frühere Konkurs unterschied sich vor allem durch ein stärker auf Liquidation ausgerichtetes Vorgehen. Während moderne Insolvenzverfahren auch auf Sanierung und Fortführung abzielen, stand beim klassischen Konkurs die Zerschlagung des Vermögens im Mittelpunkt. Dennoch wird der Begriff weiterhin als Synonym für „Pleite“, „Bankrott“ oder „Insolvenz“ verwendet.
Ein Konkurs bzw. eine Insolvenz beginnt mit einem Antrag beim zuständigen Amtsgericht. Dieses prüft, ob ein Eröffnungsgrund vorliegt. Dazu zählen insbesondere:
Nach Eröffnung wird ein Insolvenzverwalter eingesetzt. Im klassischen Konkurs war dessen Aufgabe klar: Verwertung des Vermögens und Befriedigung der Gläubiger. Heute können Verwalter zusätzlich Sanierungsstrategien verfolgen, z.B. durch Fortführung des Betriebs, Verkauf von Unternehmensteilen oder durch Insolvenzpläne.
Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, bestehen Unterschiede:
International wird der Begriff „Konkurs“ teilweise weiterhin offiziell genutzt, z.B. im österreichischen Sprachraum oder in älteren Verträgen. Auch Unternehmen, die wirtschaftlich stark angeschlagen sind oder ihre Zahlungen einstellen, werden oft als „konkursgefährdet“ bezeichnet.
Ein bekannter historischer Fall ist der Konkurs der Schweizer Fluggesellschaft Swissair Anfang der 2000er-Jahre, der durch ein gescheitertes Expansionsmodell ausgelöst wurde. Ein weiteres Beispiel ist die Insolvenz der deutschen Drogeriekette Schlecker, wobei im öffentlichen Diskurs häufig von „Konkurs“ gesprochen wurde. Diese Beispiele zeigen, wie strukturelle Fehlentscheidungen, steigende Kosten oder eine schlechte Wettbewerbsposition langfristig zu finanziellen Zusammenbrüchen führen können.
Der Konkurs eines Unternehmens hat weitreichende Auswirkungen auf:
Konkurs beschreibt das geordnete Verfahren zur Abwicklung eines zahlungsunfähigen Schuldners und ist historisch eng mit der vollständigen Vermögensliquidation verbunden. Heute wird der Begriff zwar durch „Insolvenz“ ersetzt, bleibt aber im Sprachgebrauch präsent. Für Gläubiger, Arbeitnehmer und den Markt hat ein Konkurs weitreichende Folgen, während er für die Gesamtwirtschaft zugleich als notwendiger Bereinigungsprozess fungiert.