Korb lieferbarer Anleihen

Was ist ein Korb lieferbarer Anleihen?

Der Korb lieferbarer Anleihen bezeichnet eine Zusammenstellung von Anleihen, die bei bestimmten Finanzinstrumenten als Lieferung innerhalb eines Futures- oder Optionskontrakts zulässig sind. Solche Körbe werden insbesondere im Handel mit Zinsderivaten verwendet, um die Lieferung flexibler zu gestalten und Arbitragemöglichkeiten zu standardisieren. Der Begriff spielt eine wichtige Rolle bei Staatsanleihen-Futures, Unternehmensanleihen-Futures und anderen handelbaren Anleihenprodukten.

Funktionsweise des Korbs lieferbarer Anleihen

Bei Zins-Futures, wie z.B. einem Bundesanleihen-Future, ist der Verkäufer verpflichtet, am Fälligkeitstag eine bestimmte Anleihe zu liefern. Da es mehrere Anleihen gibt, die den Spezifikationen entsprechen, definiert die Börse einen Korb lieferbarer Anleihen. Der Verkäufer kann aus diesem Korb die Anleihe auswählen, die er liefern möchte. Der Preis wird dabei mithilfe eines Umrechnungsfaktors angepasst, der Unterschiede in Kupon, Laufzeit und Nominalbetrag ausgleicht. Beispiel: Ein Händler verkauft einen Future auf eine deutsche Bundesanleihe. Der Korb lieferbarer Anleihen umfasst mehrere Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen 8 und 10 Jahren. Der Händler wählt die für ihn günstigste Anleihe aus dem Korb, wobei der Preis des Futures durch den Umrechnungsfaktor korrigiert wird.

Arten und Zusammensetzung

Der Korb lieferbarer Anleihen wird von der Börse regelmäßig überprüft und kann sich je nach Marktlage ändern:

  • Staatsanleihen-Korb: Staatsanleihen mit ähnlicher Restlaufzeit und Kuponhöhe.
  • Unternehmensanleihen-Korb: Unternehmensanleihen, die für bestimmte Futures oder Optionen zugelassen sind.
  • Anpassung an Marktbedingungen: Ändert sich die Liquidität oder Struktur der Anleihen, passt die Börse den Korb an.

Beispiele aus der Praxis

Körbe lieferbarer Anleihen werden regelmäßig bei Futures auf deutsche Bundesanleihen genutzt. Beispiel: Ein Anleger spekuliert auf steigende Zinsen und verkauft einen Bund-Future. Der Korb lieferbarer Anleihen enthält z.B. die 0,5%-Anleihe 2033, die 0,25%-Anleihe 2034 und die 1%-Anleihe 2032. Der Verkäufer wählt die Anleihe, die für ihn die geringsten Finanzierungskosten verursacht. Der Korb erlaubt zudem eine Standardisierung, sodass alle Marktteilnehmer vergleichbare Lieferoptionen haben.

Chancen und Risiken

Der Korb lieferbarer Anleihen bietet Chancen, bringt aber auch Risiken:

  • Chancen: Flexibilität für den Verkäufer, Arbitrage-Möglichkeiten, verbesserte Liquidität und Standardisierung von Futures-Kontrakten.
  • Risiken: Preisrisiken aufgrund von Umrechnungsfaktoren, Kontrahentenrisiken, und mögliche Einschränkungen bei der Auswahl der Anleihe innerhalb des Korbs.
  • Marktdynamik: Änderungen im Korb können die Strategie eines Händlers beeinflussen, insbesondere bei stark schwankenden Zinsen.

Bedeutung für Anleger und Marktteilnehmer

Für Marktteilnehmer wie Händler, Banken und institutionelle Investoren ist der Korb lieferbarer Anleihen entscheidend für die Handhabung von Futures- und Optionskontrakten. Er ermöglicht Standardisierung, Transparenz und eine effiziente Preisbildung. Anleger profitieren von klar definierten Lieferoptionen und reduzierten Marktfriktionen, während Verkäufer Flexibilität bei der Auswahl der zu liefernden Anleihe haben. Für die Risikosteuerung und Arbitrage sind diese Körbe ebenfalls zentral.

boerse.de-Schlussfolgerung

Der Korb lieferbarer Anleihen definiert die Anleihen, die innerhalb eines Futures- oder Optionskontrakts geliefert werden dürfen. Er schafft Flexibilität für Verkäufer, Standardisierung für den Markt und ermöglicht effiziente Preisbildung durch Umrechnungsfaktoren. Für Anleger, Händler und institutionelle Investoren ist der Korb ein wichtiges Instrument im Handel mit Anleihen-Derivaten, das Risiken steuert und Arbitrage-Möglichkeiten eröffnet.



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