Eine Poison Pill ist eine Verteidigungsstrategie von Unternehmen gegen feindliche Übernahmen. Sie zielt darauf ab, den Kauf des Unternehmens für einen potenziellen Erwerber deutlich unattraktiver oder kostspieliger zu machen. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „Giftpille“. In der Praxis handelt es sich um Maßnahmen, die den Aktionärsstrukturwert verändern oder die Ausgabe neuer Aktien auslösen, sobald ein Angreifer eine bestimmte Schwelle an Aktienanteilen überschreitet.
Die Poison Pill aktiviert bestimmte Schutzmechanismen, sobald ein externer Investor versucht, die Kontrolle über das Unternehmen zu übernehmen. Typische Mechanismen sind:
Die Hauptziele einer Poison Pill sind:
Ein bekanntes Beispiel ist die Verteidigungsstrategie der Netflix-Aktie. Das Unternehmen kann durch Ausgabe von Aktienoptionen oder speziellen Schutzklauseln eine feindliche Übernahme erschweren, indem neue Aktien günstig an bestehende Aktionäre ausgegeben werden, sobald ein Erwerber eine bestimmte Besitzschwelle überschreitet.
Auch andere große Konzerne haben Poison Pills implementiert, um strategische Übernahmen abzuwehren und die Kontrolle innerhalb des bestehenden Managements zu halten.
Vorteile:
Nachteile:
Die Poison Pill ist ein strategisches Instrument zum Schutz vor feindlichen Übernahmen. Sie ermöglicht es Unternehmen, Kontrolle zu bewahren und langfristige Strategien umzusetzen, birgt jedoch auch Risiken wie Verwässerung von Aktienanteilen und potenzielle Einschränkungen bei Investoreninteresse. Für Manager und Investoren ist es wichtig, die Mechanismen und Auswirkungen einer Poison Pill genau zu verstehen, um fundierte Entscheidungen bei Übernahmen oder Investments zu treffen.