Prozyklisch

Was bedeutet prozyklisch?

Prozyklisch beschreibt in der Wirtschaft und Finanzwelt ein Verhalten, das sich im Einklang mit dem Konjunktur- oder Marktzyklus entwickelt. Das heißt, prozyklisches Handeln verstärkt bestehende wirtschaftliche Trends: In Boomzeiten steigen Investitionen und Ausgaben, in Abschwungphasen werden sie reduziert. Prozyklisches Verhalten kann Märkte und Konjunkturbewegungen verstärken, birgt aber auch Risiken.

Beispiele für prozyklisches Verhalten

  • Investitionen: Unternehmen erhöhen in wirtschaftlich guten Zeiten ihre Investitionen, während sie in Krisenzeiten Kürzungen vornehmen.
  • Konsumverhalten: Konsumenten geben in Boomzeiten mehr Geld aus, in Rezessionen sparen sie stärker.
  • Finanzmärkte: Anleger kaufen in Haussephasen Aktien, was die Kurse weiter steigen lässt, und verkaufen in Baissephasen, wodurch die Kurse fallen.
  • Banken und Kreditvergabe: Banken vergeben in wirtschaftlich guten Zeiten leichter Kredite und reduzieren die Kreditvergabe während wirtschaftlicher Schwäche, wodurch die Konjunkturzyklen verstärkt werden.

Gegenbegriff: antizyklisch

  • Antizyklisches Verhalten wirkt den Konjunktur- oder Marktbewegungen entgegen.
  • Beispiel: Staatliche Konjunkturprogramme während einer Rezession oder erhöhte Sparquote in Boomzeiten.
  • Antizyklische Strategien sollen Stabilität schaffen, während prozyklisches Verhalten Trends verstärkt.

Beispiele aus der Praxis

1. Während der Finanzkrise 2008 reduzierten Banken ihre Kreditvergabe stark, was die wirtschaftliche Abkühlung verstärkte – ein typisches prozyklisches Verhalten.

2. Technologieunternehmen erhöhen in einem Boom ihre Investitionen in neue Produkte und Personal, was den Aufwärtstrend am Markt weiter unterstützt.

boerse.de-Schlussfolgerung

Prozyklisches Verhalten beschreibt Handlungen, die bestehende wirtschaftliche oder marktbezogene Trends verstärken. Es kann in Boomphasen zu stärkerem Wachstum führen, in Krisenzeiten aber die Abwärtsbewegung verschärfen. Wer das Konzept versteht, kann Marktbewegungen besser einordnen und Strategien zur Risikominimierung oder Chancenwahrnehmung ableiten.



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