Ein Schuldenschnitt bezeichnet die teilweise oder vollständige Reduzierung von Verbindlichkeiten eines Schuldners, meist durch Vereinbarung mit den Gläubigern. Ziel eines Schuldenschnitts ist es, die finanzielle Belastung des Schuldners zu verringern und die Zahlungsfähigkeit wiederherzustellen. Schuldenschnitte werden häufig in Krisensituationen von Staaten, Unternehmen oder anderen Institutionen eingesetzt.
Bei einem Schuldenschnitt einigen sich Schuldner und Gläubiger darauf, dass ein Teil der bestehenden Schulden erlassen wird. Dies kann auf verschiedene Weise erfolgen:
Schuldenschnitte werden insbesondere in folgenden Situationen angewendet:
Für den Schuldner bietet ein Schuldenschnitt klare Vorteile:
Für Gläubiger besteht das Risiko eines Verlusts, allerdings kann ein Schuldenschnitt oft höhere Rückzahlungen sichern, als ein vollständiger Zahlungsausfall. Zudem trägt er zur Stabilität des Finanzsystems bei, insbesondere bei Staatsanleihen.
Ein bekanntes Beispiel für einen Schuldenschnitt ist die Vereinbarung zwischen Griechenland und seinen Gläubigern während der Eurokrise, bei der ein großer Teil der Staatsanleihen abgeschrieben wurde. Auch Unternehmen wie die US-amerikanische Fluggesellschaft Delta Airlines nutzten Schuldenschnitte während ihrer Restrukturierung, um die finanzielle Basis zu stabilisieren.
Ein Schuldenschnitt ist ein wirksames Mittel zur Entlastung verschuldeter Staaten oder Unternehmen. Durch die teilweise oder vollständige Reduzierung von Schulden wird die Zahlungsfähigkeit gesichert, Risiken für Gläubiger kalkulierbar und wirtschaftliche Stabilität gefördert. Schuldenschnitte sind besonders in Krisensituationen ein unverzichtbares Instrument des Schuldenmanagements.