Time Spread

Was ist Time Spread?

Time Spread ist eine Strategie im Options- und Futures-Handel, bei der ein Anleger gleichzeitig zwei Kontrakte mit unterschiedlichen Fälligkeiten kauft und verkauft. Ziel ist es, von der Veränderung der Zeitwertkomponente der Kontrakte zu profitieren. Der Time Spread wird auch als Kalender-Spread bezeichnet und gehört zu den fortgeschrittenen Handelsstrategien im Derivatebereich.

Definition und Funktionsweise

Ein Time Spread entsteht, wenn ein Trader eine Option oder einen Future mit einem bestimmten Verfallsdatum kauft und gleichzeitig eine andere Option oder Future mit demselben Basiswert, aber einer anderen Laufzeit verkauft. Die Strategie basiert darauf, dass die Zeitwertveränderung der Kontrakte unterschiedlich schnell erfolgt. Optionen verlieren mit zunehmender Laufzeit weniger Zeitwert, während kurzlaufende Optionen schneller an Wert verlieren. Der Trader versucht, von diesen Unterschieden zu profitieren.

Beispiel: Ein Anleger kauft eine Call-Option mit Fälligkeit in sechs Monaten und verkauft gleichzeitig eine Call-Option mit Fälligkeit in einem Monat auf denselben Basiswert. Sinkt der Zeitwert der kurzfristigen Option schneller als der der langfristigen Option, ergibt sich ein Gewinnpotenzial.

Vorteile und Einsatzgebiete

Time Spreads bieten mehrere Vorteile:

  • Begrenztes Risiko: Der maximale Verlust ist auf die Differenz der gezahlten und erhaltenen Prämien beschränkt.
  • Flexibilität: Die Strategie kann auf steigende, fallende oder neutrale Märkte angepasst werden.
  • Profitieren von Zeitwertverlust: Insbesondere in seitwärts verlaufenden Märkten kann die Strategie Erträge generieren.

Time Spreads werden häufig von professionellen Anlegern und institutionellen Tradern eingesetzt, um Marktbewegungen abzusichern oder von zeitlichen Disparitäten zu profitieren. Sie sind auch geeignet, um Volatilitätsschwankungen zu nutzen.

Beispiele aus der Praxis

Ein praktisches Beispiel: Ein Trader handelt Optionen auf Volkswagen. Er kauft eine Call-Option mit sechsmonatiger Laufzeit und verkauft gleichzeitig eine Call-Option mit einmonatiger Laufzeit. Sinkt der Wert der kurzfristigen Option schneller als der der langfristigen Option, erzielt der Trader einen Gewinn. Diese Strategie wird oft bei Aktien oder Indizes mit hoher Liquidität eingesetzt.

Ein weiteres Beispiel ist der Einsatz von Time Spreads bei Rohstoff-Futures wie Öl oder Gold. Händler kaufen langfristige Kontrakte und verkaufen kurzfristige, um von der typischen Rollstruktur und der Zeitwertveränderung zu profitieren. Time Spreads eignen sich somit für verschiedene Basiswerte, solange die Liquidität ausreichend hoch ist.

Risiken und Herausforderungen

Obwohl Time Spreads das Risiko begrenzen, sind sie nicht risikofrei. Zu den Herausforderungen gehören:

  • Komplexität: Die Strategie erfordert genaue Kenntnisse der Options- oder Futures-Preise und deren Zeitwertentwicklung.
  • Volatilitätsrisiko: Veränderungen der impliziten Volatilität können die erwarteten Gewinne beeinflussen.
  • Marktliquidität: Eng gehandelte Optionen oder Futures können die Umsetzung erschweren und zu Slippage führen.

boerse.de-Schlussfolgerung

Time Spread ist eine fortgeschrittene Strategie im Options- und Futures-Handel, die auf zeitlichen Wertunterschieden zwischen Kontrakten basiert. Sie ermöglicht es Anlegern, von der Zeitwertveränderung zu profitieren, bietet ein begrenztes Risiko und kann in verschiedenen Marktphasen eingesetzt werden. Time Spreads sind besonders für erfahrene Trader und institutionelle Anleger geeignet, die eine präzise Marktanalyse durchführen und gezielt Zeitwertunterschiede nutzen möchten.



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