Bankenprognosen und was noch niemand auf dem Plan hat

Samstag, 18.01.20 07:00
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

zu Jahresbeginn haben Jahresendprognosen für die großen Indizes traditionell Hochkonjunktur, obwohl diese nicht einmal Unterhaltungswert bieten. Denn die Analystenheerscharen der Finanzindustrie kommen in ihren Studien alljährlich zu der „Prognose“, dass die Börsen prozentual einstellig wachsen könnten, wobei der Grundtenor von der zum Abgabezeitpunkt vorherrschenden Börsenstimmung geprägt wird.

Eine der ganz seltenen Ausnahmen gab es vor zwölf Monaten, als Zielkurse von im Mittel 12.170 für den Dax und 26.520 im Dow Jones avisiert wurden. Damit lag die Prognose bei Indexzuwächsen von rund 15%, wobei das ungewöhnlich kräftige Ausmaß – wie in meinem Editorial vom 19. Januar 2019 beschrieben – primär den deutlichen Kursrückgängen im Dezember 2018 geschuldet war. Aktuell:

Natürlich finden Sie in boerse.de jetzt wieder die Bankenprognosen für 2020, und Sie sehen dort, dass per saldo keine nennenswerten Veränderungen erwartet werden. So lautet die Konsensprognose für den Jahresend-Dax auf 13.868 Punkte, was inklusive Dividenden einen Zuwachs von nur 4,7% bedeuten würde. Dabei sieht die Société Générale als einzige Bank den Dax bei weniger als 13.000 (konkret: 12.500), während Bank of America und Julius Bär mit jeweils 14.600 am optimistischen sind. Dazu passt, dass sich im Durchschnitt ein Prognose-Plus von nur 1,2% für den Euro Stoxx 50 errechnet und der S&P 500 sogar 0,7% verlieren soll. Doch:

Wenn eine kleine Veränderung erwartet wird, ist eine große wahrscheinlich. Und wenn sich trotz der kräftigen Kursgewinne von 2019 noch nicht der Ansatz einer Euphorie zeigt, dann bestehen gute Chancen, dass die größere Kursbewegung eine positive sein wird. Meine Bitte:

Ignorieren Sie das Rauschen der Tages-News und schauen Sie auf das große Bild der Börsen. Wir befinden uns in einer Langfrist-Hausse, die sich geradezu nach dem technischen Lehrbuch entwickelt, und zu deren Einordnung lege ich Ihnen mein Editorial vom 30. Dezember 2013 ans Herz. Mit dem Ausbruch über 8000 wurden damals 13.800 zur charttechnischen Zielmarke für den Dax, und genau 1,7% vor diesem Widerstand hatte der Dax am 23. Januar 2018 nach unten gedreht. Mittlerweile fehlt nur noch ein Wimpernschlag bis zu dieser mächtigen Hürde. Wenn dort aber der Durchbruch gelingt, dürften auch der Kurs-Dax über 6000/6300 und der Stoxx Europe 600 über 400/420 Punkte ansteigen, womit ganz extreme Bremszonen erobert werden würden, an denen die Kurse im Jahr 2000 (!) erstmals gescheitert waren. Die Eroberung 20 Jahre alter Widerstände sollte dementsprechend eine neue Hausse-Phase einleiten, die so noch niemand auf dem Plan hat! Wie dem auch sei:

Wir investieren nicht nach Prognosen, sondern nach den Vorgaben der Kurse in der Realität. Dabei ist das A und O, aus einer gesicherten Defensive heraus zu agieren, und dafür stehen Ihnen als Indexalternativen der BCDI und der neue BCDI USA sowie vor allem der boerse.de-Aktienfonds (für den Vermögensaufbau) und der boerse.de-Weltfonds (für den Ruhestand) zur Verfügung. Da kann dann passieren, was will ...

Mit bester Empfehlung
Ihr

Thomas Müller
Herausgeber
boerse.de-Aktienbrief

PS: Sehr gerne senden wir Ihnen den Börsenkalender 2020 sowie unsere druckfrischen Renditeposter von Dax und Dow Jones zu, die Sie zusammen mit dem Leitfaden im kostenlosen Investorenpaket anfordern können.


Thomas Müller ist seit Anfang der 1980er-Jahre Herzblut-Börsianer, seit 1987 Verleger von Börseninformationen, begeisterter Entwickler von Anlagestrategien, Autor,...

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