das aktuelle Börsenjahr brachte bisher für den
Dax ein Plus von fast 21%. Die Rendite, die 2025 mit
Dividenden zu erzielen war – rund 3% über alle 40 Werte hinweg –, sieht daneben auf den ersten Blick vergleichsweise mager aus. Auf längere Sicht ergibt sich jedoch ein ganz anderes Bild. Historisch betrachtet stammt ein erheblicher Teil der langfristigen Gesamtrendite des Performance-Index tatsächlich aus wiederangelegten Gewinnausschüttungen.
Das lässt sich ganz leicht beim Vergleich der Standardvariante (aktuell: 24.193 Punkte) mit dem ebenfalls berechneten Dax-Kursindex (aktuell: 9.040 Punkte) nachvollziehen. Die Differenz ist schlichtweg der Wertzuwachs, der auf Dividenden zurückzuführen ist.
Größter Dividendenzahler war in diesem Jahr die Allianz, die damit Mercedes-Benz vom ersten Platz verdrängte. Der Versicherungs-Champion erhöhte die Ausschüttung zweistellig auf 5,9 Milliarden Euro. Bei Mercedes-Benz schrumpfte die Zahlung hingegen um ein Viertel auf 4,1 Milliarden Euro. Im Kern zeigt das, welcher Paradigmenwechsel sich gerade im Dax anbahnt. Konkret:
Deutsche Autoindustrie muss Dividenden kürzen
Laut einer aktuellen Schätzung des Handelsblatts werden die Dax-Konzerne 2026 insgesamt 52 Milliarden Euro ausschütten und damit erstmals seit Corona weniger als im jeweils vorangegangenen Jahr. Voraussichtlich 26 Konzerne dürften ihre Dividenden erhöhen, fünf werden vermutlich kürzen. Sorgenkinder bleiben dabei vor allem die Autobauer, was angesichts der aktuellen Ertragslage keine Überraschung ist. In Summe verzeichneten Volkswagen, Mercedes und BMW in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch von 46% gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2024. Hier sollten sich einkommensorientierte Anleger nicht von den (immer noch) optisch hohen Renditen täuschen lassen.
Aktionäre von Mercedes-Benz verbuchten innerhalb der vergangenen Dekade im Mittel jährliche Kursgewinne von mageren 1%, die Anteilsscheine von BMW gewannen in diesem Zeitraum 2% per annum an Wert. Beide Autohersteller zählen daher laut boerse.de-Aktien-Rating zu den Depotbremsern (Note B). Volkswagen gehört mit einem durchschnittlichen Wertverlust von 3% p.a. innerhalb der vergangenen zehn Jahre sogar zur Kategorie der Verlierer-Aktien (Note C).
Auf Qualität kommt es an
Langfristig schwache Kursentwicklungen und Dividendenkürzungen sind beide Ausdruck fehlender wirtschaftlicher Stärke. Die Qualität eines Unternehmens sollte beim Investieren stets oberste Priorität haben.
Passend zur Vorweihnachtszeit gefällt mir folgender märchenhafter Vergleich: Im Dax (und allgemein an der Börse) stehen Anleger vor einem Aschenputtel-Problem. Die guten „Linsen“ – also hochwertige Unternehmen – können ins Töpfchen bzw. ins Depot, die schlechten sollten aussortiert werden. Im Märchen haben hilfreiche Tauben diese Aufgabe übernommen. Wir nutzen die boerse.de-Performance-Analyse, um die nach dieser Methode 100 besten Aktien (Champions) zu identifizieren.
Das sind die Champions aus dem Dax, in die auch der
boerse.de-Dividendenfonds investiert ist:
Versicherungen als Fels in der Dividendenbrandung
Seit 13 Jahren hält die Hannover Rück die Basisdividende entweder stabil oder erhöht diese. Und wenn mehr Kapital vorhanden ist, als für weiteres Wachstum benötigt wird, und das Gewinnziel erreicht wurde, kommt zur Grundausschüttung eine Sonderzahlung hinzu. 2025 erhielten Aktionäre so insgesamt 25% mehr. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 3,5%. In den vergangenen zehn Jahren verbuchten die Aktionäre des Champions eine jährliche Kurssteigerung von durchschnittlich 10%.
Die Münchener Rück hält ihre Dividende seit mehr als einem halben Jahrhundert mindestens konstant. Das Verhältnis von Gewinnausschüttung zu Kurs beträgt derzeit 3,7%. Die Ausschüttungssumme soll jährlich um mindestens 5% steigen (außer bei hohen Schadensbelastungen), 2025 gab es einen Aufschlag von 33%. Aber auch ohne Berücksichtigung der Dividende kann der Champion überzeugen: Die durchschnittliche Kursrendite beträgt seit 2015 12% p.a.
Aktionäre der oben bereits erwähnten Allianz konnten sich im aktuellen Jahr über rund 12% mehr Dividende freuen. Der frisch im Herbst gekürte Champion schüttet seit 35 Jahren Gewinne aus, und seit 2009 wurden diese Beträge nicht mehr gesenkt. Die Dividendenrendite beträgt derzeit 4,2%. In den vergangenen zehn Jahren stieg der Kurs im Mittel um etwa 10% per annum.
Auch top: Wertpapierhandel und Unternehmenssoftware
Nachdem Automobilbau keine deutsche Stärke mehr zu sein scheint, legen wir also immerhin im Bereich Versicherungen vorn. Aber auch beim Wertpapierhandel können wir uns sehen lassen. Aktionäre der Deutschen Börse verzeichneten in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt ein Plus von 12% per annum. Obendrauf kommt eine Dividende, die seit dem Börsengang des Champions im Jahr 2001 gezahlt wird. Ein einziges Mal musste die Ausschüttung bisher gesenkt werden, seit 2016 wird der Betrag jedoch stets erhöht. Im aktuellen Jahr gab es 5% mehr. Die Dividendenrendite liegt bei derzeit 1,8%.
Und auch bei Unternehmenssoftware haben wir Deutschen ein Ass im Ärmel. SAP – im Oktober zum Champion aufgestiegen – schüttet seit dem Börsengang (1988) Dividenden aus. Diese Zahlungen wurden nie gesenkt und seit 2011 stetig erhöht, 2025 um 6,8%. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 1,1%, die Aktie legte innerhalb der vergangenen Dekade im Mittel um 11% pro Jahr zu.
Qualität im Paket: der boerse.de-Dividendenfonds
Einkommensorientierte Investoren sollten sich konsequent auf hochwertige Unternehmen fokussieren. Das gilt natürlich nicht nur für Unternehmen aus dem Heimatmarkt, auch ausländische Aktien gehören in ein gut diversifiziertes Portfolio.
Für Anleger, die gerne einen bereits sortierten „Linsentopf“ hätten, könnte daher der
boerse.de-Dividendenfonds eine interessante Option sein. Dieser investiert ausschließlich in hochwertige Unternehmen nach folgender Formel: 80% des Anlagevolumens werden in Dividenden-Champions angelegt. Weitere 20% des Fondsvolumens entfallen auf Qualitätstitel, für die es zum Champions-Status (noch) nicht ganz reicht, die sich jedoch durch eine attraktive Dividendenpolitik empfehlen.
Den Fonds gibt es in zwei Alternativen: Eine thesaurierende Tranche für diejenigen, die auf hochwertige Dividendenaktien bei 100%iger Kapitalbildung setzen möchten und eine ausschüttende Variante (1% pro Quartal) für alle, denen regelmäßige Auszahlungen wichtig sind.
Auf gute Investments!
Ihre
Katja Zacharias
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