Facebook vor den Zahlen: Das müssen Sie heute wissen!

Mittwoch, 31.01.18 12:31
Die Facebook-Aktie - eine Erfolgsstory. Bislang überzeugt das Papier seit dem Börsengang 2012 mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von rund 32 Prozent, doch bei der morgigen Quartalszahlen-Präsentation muss sich zeigen, ob Facebooks neue, nutzerorientierte Zukunftsstrategie finanzielle Früchte trägt.

Wachstum und Werbung
Der “soziale” Grundgedanke, den Mark Zuckerberg einst hegte, wurde durch die jahrelange Fokussierung auf Werbeerlöse fast kanibalisiert. Einerseits will und muss das Netzwerk seine über zwei Milliarden Kunden mit interessanten Inhalten an sich binden, andererseits müssen Werbeeinnahmen die steigenden Ausgaben kompensieren. Mark Zuckerbergs Strategie lautet deshalb: Weniger Anzeigen zu höheren Preisen. Mit der Mitte 2017 eingeführten Strategie will Facebook wieder persönlicher werden, seine Community an sich binden und durch ein attraktives Werbeumfeld langfristig mehr verdienen.

Doch die Entwicklung neuer Sicherheits-Features, eines individuelleren Newsfeeds und eines besseren Werbealgorithmus kosten Geld. Viel Geld. So kündigte Finanzchef David Wehner im Rahmen der Q3-Zahlenkonferenz an, dass die Betriebskosten 2018 um bis zu 60 Prozent und die Investitionen um 100 Prozent steigen dürften. Ob Marks Masterplan dazu beiträgt, die hohen Kosten mit noch höheren Umsätzen zu kompensieren?

Es scheint so. Ersten Zahlen zufolge verzeichnete Facebook im dritten Quartal zwar weniger “Klicks” auf Anzeigen, dafür stieg der gemittelte Preis pro “Ad” allerdings um 35 Prozent. Die Optimierung des Werbealgorithmus resultiert demnach in eine bessere Zielgruppenansprache für die Kunden bereit sind, einen höheren Preis zu bezahlen. Die Gewinnmaschine läuft.

Hohe Erwartungen
Das Gros der Analysten rechnet deshalb damit, dass sich Facebook heute mal wieder selbst übertreffen wird. Auf der Umsatzseite erwarten Marktexperten ein Plus von 42,07 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Zahlen ausgedrückt: 12,52 Milliarden Dollar Umsatz nach 8,81 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Facebook-Aktie dürfte 1,92 Dollar nach 1,41 Dollar im Vergleichsquartal betragen. So viel Erfolg ruft natürlich die Konkurrenz auf den Plan. Google, Snapchat und jüngst Tencent buhlen um die Gunst von Nutzern und Werbetreibenden. Tencent, der chinesische Betreiber der Plattform “WeChat” war im November mit einer Bewertung von 562 Milliarden Dollar erstmals mehr wert, als Facebook (541 Milliarden Dollar). “WeChat”, die Kommunikationsplattform, die anfangs wie eine billige Raubkopie von Facebooks “WhatsApp” aussah, zählt mittlerweile 980 Millionen Nutzer. Fast so viel wie das “Original” aus dem Hause Zuckerberg. Doch die App hat noch mehr drauf: während wir mit WhatsApp vor allem chatten, nutzen Chinesen WeChat als mobiles Portmonee. Eine Funktion, die so gut ankommt, dass sogar deutsche Läden, wie zum Beispiel Rossmann oder dm, WeChat als Bezahlmethode akzeptieren.

Es bleibt spannend abzuwarten, welche sozialen Plattformen in ein paar Jahren das Sagen haben werden und wie die Online-Giganten dann unser Leben beeinflussen. Im Gegensatz zu kleineren Konkurrenten wie SnapChat hat Facebook allerdings zwei entscheidende Vorteile: eine enorme, über viele Jahre gewachsene Kundenzahl und das “Patent zum Gelddrucken” - einen ausgeklügelten, funktionierenden Werbealgorithmus. Noch kann Facebook zwar keine mindestens zehnjährige, erfolgreiche Kurshistorie vorweisen, doch wenn dieses Kriterium einmal erfüllt ist, könnte das “Social Network” in den Kreis der boerse.de-Aktienbrief-Champions aufsteigen. Welche (Tech-)-Werte den Sprung bereits geschafft haben, erfahren Sie in Ihrer brandneuen Aktienbrief-Gratisausgabe!

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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