IPO-Rückblick 2025: TKMS, Klarna, Ottobock und Circle im Anleger-Check

Freitag, 02.01.26 09:58
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2025 war ein vergleichsweise starkes Jahr für Neuemissionen. Allein in der ersten Jahreshälfte wagten weltweit 539 Unternehmen den Schritt an die Börse und sammelten dabei rund 61 Milliarden Dollar ein – ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während die Anzahl der IPOs leicht zurückging, stieg das Emissionsvolumen, was als Indikator dafür gewertet werden kann, dass vor allem größere Unternehmen den Börsengang wagten.

Dieser Trend setzte sich auch im dritten Quartal fort. Sowohl die Zahl der IPOs als auch das Platzierungsvolumen stiegen deutlich. Mit gleich mehreren prominenten Börsengängen wie z.B. TKMS, Klarna, Ottobock oder Circle Internet rückten vor allem Branchen wie die Industrie, Fintech und Medizintechnik in den Anlegerfokus. Doch waren die IPOs 2025 aus Investorensicht tatsächlich von Erfolg gekrönt?

Vier IPOs, vier Kursverläufe



Der Börsengang der Thyssenkrupp-Marinesparte TKMS im Oktober 2025 war einer der bedeutendsten deutschen Abspaltungen der vergangenen Jahre. Mit einem Emissionspreis von 60 Euro startete die Aktie an der Frankfurter Börse fulminant und stieg am ersten Handelstag auf über 100 Euro. In den Wochen danach folgte jedoch eine deutliche Korrektur, sodass der Kurs kurz vor den Weihnachtsfeiertagen gegenüber dem Ausgabepreis zweistellig im Minus lag. Trotz dieses Rücksetzers ist TKMS seit dem 22. Dezember 2025 im MDax enthalten.

International sorgte Klarna im September 2025 für Schlagzeilen. Der schwedische „Buy now, Pay later“ Zahlungsdienstleister wagte den Sprung an die New Yorker Börse, platzierte seine Aktien über der Preisspanne zu 40 Dollar und beendete den ersten Handelstag mit knapp 46 Dollar. Doch in den folgenden Monaten kühlte die Euphorie ab: Steigende Finanzierungskosten und ein schärferer Wettbewerb in Klarnas Später-Bezahlen-Segment sorgten zuletzt für ebenfalls deutlich zweistellige Kursverluste seit dem Börsengang.

Besser lief es dagegen beim Medizintechnik-Spezialist Ottobock, der im Oktober den größten deutschen Börsengang seit über einem Jahr gestemmt hatte. Mit einem Ausgabepreis von 66 Euro und einem ersten Kurs von 72 Euro gelang dem weltgrößten Prothesenhersteller ein überzeugendes Debüt. Die Aktie fiel in den folgenden Wochen zwar teils auf rund 64 Euro, notierte Mitte Dezember aber sogar leicht im Plus. Unterm Strich gilt das IPO als ein Erfolg, auch weil Ottobock auf diesem Wege rund 808 Millionen Euro einsammeln konnte.

Besonders viel Aufmerksamkeit zog die Circle Internet Group auf sich, der Herausgeber des Stablecoins USDC. Das Unternehmen ging bereits Anfang Juni 2025 zu einem Ausgabepreis von 31 Dollar an die New Yorker Börse. Der Handelsstart verlief explosiv, und die Aktie schoss in den darauffolgenden Tagen auf fast 290 Dollar nach oben. Im Laufe der nächsten Monate kam das Papier jedoch unter die Räder. Ein starker Wettbewerb im Stablecoin-Sektor, kritische Analystenstimmen und Insider-Verkäufe sorgten dafür, dass der Circle-Internet-Aktienkurs massiv an Wert verloren hat. Damit entwickelte sich Circle vom Blitzstarter zu einem der prominentesten Beispiele für die rasche Ernüchterung nach einem IPO.

Börsengänge: Zwischen Euphorie und Realität



Die Beispiele für den IPO-Jahrgang 2025 zeigen, wie differenziert und mitunter defizitär sich Börsenneulinge entwickeln können – selbst, wenn sie zunächst mit starken Kursgewinnen punkten. Für risikofreudige Anleger lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Geschäftsmodelle, Margen, Wachstumstreiber und die jeweilige Marktstruktur der Börsenneulinge. Wer langfristig investieren möchte, sollte aber ohnehin keinem Hype, sondern der langfristigen Anlagequalität eines Titels vertrauen. Das bedeutet keineswegs einen Verzicht auf Performance, ganz im Gegenteil. So bringen es beispielsweise die insgesamt 100 boerse.de-Aktienbrief-Champions seit 2015 auf eine mittlere Rendite von rund 17% pro Jahr.

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Auf erfolgreiche Investments,
Ihre
Sabine Lembert

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