K+S-Aktie +15%: Warum die Aktie trotzdem noch lange nicht “über den Berg” ist

Montag, 05.10.20 11:55
Die K+S-Aktie schoss heute zu Handelsbeginn um über 15% nach oben. Ein ungewohntes Chartbild, zumal der Düngemittel- und Salzproduzent mit -45,7% seit Jahresbeginn eher das Prädikat “Kapitalvernichter” verdient. Der Grund für den plötzlichen Kursanstieg war eine Pressemeldung, wonach sich K+S beim geplanten Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts offenbar auf der Zielgeraden befindet: Die US-Tochter Morton Salt soll für rund drei Milliarden Dollar an die Kissner Group gehen.

Investoren sollten dennoch vorsichtig agieren, denn zum einen könnte die für diese Woche anvisierte Transaktion noch scheitern. Zum anderen wird der geplante Verkauf die Kernproblematik des Konzerns nicht von einem Tag auf den anderen lösen.

Abbau des Schuldenbergs


K+S hatte bereits im März angekündigt, sein Salzgeschäft in Nord- und Südamerika komplett verkaufen zu wollen. Oder besser gesagt: zu müssen. Denn der niedrige Kali-Preis und Abwasser-Entsorgungsprobleme belasten die Firmenbilanz seit Jahren. Und mit dem überteuerten Bau eines Kaliwerks in Kanada hatte sich der Schuldenberg des ohnehin angeschlagenen Unternehmens noch vergrößert.

Der Verkauf des US-Salzgeschäfts sei deshalb laut Konzernchef Dr. Burkhard Lohr "alternativlos": "Wir brauchen jetzt einen Befreiungsschlag und nur durch den Verkauf der Sparte ist dieser Befreiungsschlag und somit der Schuldenabbau möglich."

Insgesamt sollen bis Ende 2021 gut zwei Milliarden Euro eingespart werden. Zu den Sparmaßnahmen zählen neben des geplanten Morton Salt-Verkaufs auch Stellenstreichungen, sowie der Verkauf von Randaktivitäten in Europa.

Negative Bonitätsnote


Ratingagenturen attestieren K+S trotz der eingeleiteten Restrukturierung eine negative Perspektive und senkten die Bonitätsnote auf "B", was einer spekulativen Anlage entspricht und (potenzielle) Investoren aufhorchen lassen sollte. Wasser auf die Mühlen gießt zudem K+S’ Antrag auf Staatshilfe als "Vorsichtsmaßnahme": Um sich zusätzlichen, finanziellen Spielraum zu verschaffen und möglichen Engpässen am Kapitalmarkt vorzubeugen, vereinbarten die Hessener mit der staatseigenen Förderbank KfW und weiteren Banken eine Kreditlinie in Höhe von 350 Millionen Euro.

Unterm Strich sollten sich Anleger durch die heutigen Kursgewinne nicht täuschen lassen. Die langfristig negative Performance der K+S-Aktie spiegelt das herausfordernde Marktumfeld wider, das sich voraussichtlich so schnell nicht bessern wird. Investieren Sie deshalb lieber in die langfristig erfolgreichsten Unternehmen der Welt: Die 100 Champions aus dem boerse.de-Aktienbrief punkten - im Gegensatz zu K+S - mit hervorragenden Performance-Kennzahlen und einer daraus resultierenden, hohen Anlagequalität.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

Ihre Miss boerse.de

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