O’zapft is! Warum wir uns von der Bierpreisinflation nicht die Stimmung verderben lassen sollten

Freitag, 28.09.18 12:35
 
Ich befinde mich - am Tag nach meinem ersten Wiesnbesuch 2018 - gerade in bester Verfassung für einen Artikel zum Thema “flüssiges Gold”. Natürlich gab es auch dieses Jahr bei der Bestellung der ersten Maß die übliche Diskussion um den Bierpreisanstieg auf erstmals über 11 Euro pro Liter. Zwar waren die Unkenrufe aus den eigenen Reihen diesmal etwas leiser, als in den vorherigen Jahren, denn die “armen” Wiesnwirte müssen ihre höheren Ausgaben für die Besuchersicherheit ja irgendwie kompensieren. Trotzdem schlägt die Teuerungsrate manchen Wiesngängern langsam auf den Magen. Eine gute Gelegenheit, um die Bierpreisinflation mit nüchternem Blick zu hinterfragen...

Bierpreisbremse?
Eines noch vorweg: Sparfüchse sind mit einem Oktoberfestbesuch ohnehin schlecht beraten, denn die Preise für Bier, Händl und Fahrgeschäfte sind einfach astronomisch hoch. Trotzdem ist die Wiesn eine große “Gaudi”, die viele Besucher um keinen Preis missen wollen. Dass es trotzdem alljährlich hitzige Diskussionen zum Thema Bierpreis gibt, liegt vor allem an dessen stetem Anstieg. In den Fünfzigerjahren kostete der Krug Bier weniger als 1 Euro. Anfang der 80er-Jahre lag der Maß-Preis bei umgerechnet 2,50 Euro. 2002 kostete die Maß 6,50 Euro und hat sich seither fast verdoppelt.
 
Preisentwicklung Bierpreis auf dem Oktoberfest/Wiesn

Der “inflationäre Rausch” verzeichnet mit einer Teuerungsrate von +3,8 Prozent in diesem Jahr sogar den stärksten Anstieg seit 2012 und übertrifft die allgemeine Inflationsrate von rund zwei Prozent um Längen. Zeit für eine “Bierpreisbremse”, titelte die Presse deshalb schon 2017. Vergebens, denn wie zu erwarten war, löste sich das Politikum schon kurze Zeit später in Wohlgefallen auf. Stadtrat und Wirte gingen auf die Barrikaden und beschwerten sich über die Regulierung ihrer Sonderwirtschaftszone. Vermutlich bleibt also auch in den kommenden Jahren alles beim alten: Der Bierpreis steigt nahezu linear, alle jammern, trinken und feiern aber trotzdem unbeirrt weiter.

Dax-Wiesn-Maß-Ratio
Doch wer sich den inflationären Spaß im Glas auch in den kommenden Jahren noch leisten will, der könnte darüber nachdenken, sein Oktoberfest-Budget mittels Sachwerten deutlich aufzustocken. Damit meinen wir nicht, dass Bierfreunde Haus und Hof versaufen sollten, sondern dass man mit einem aktienbasierten Wiesn-Depot viele Maß Oktoberfestbier mühelos refinanzieren kann. Sehen Sie sich zum Beispiel unsere Grafik “Dax-Wiesn-Mass-Ratio” an, die verdeutlicht, wie viele Maß Bier man für den Dax erhalten würde (Verhältnis 1:1):

Chart Verhältnis Bierpreis auf dem Oktoberfest - Dax
 
1987 gabs für 1000 Euro rund 294 Maß Bier - genug für zehn Freunde, die für die Dauer der Wiesn täglich je zwei gepflegte Maß konsumieren. Gewiefte Anleger, die für denselben Betrag damals ein Dax-Index-Zertifikat gekauft hätten, könnten dies mittlerweile allerdings für deutlich mehr als 1000 Maß Bier eintauschen. Unseren zehn imaginären Freunden wäre damit ein täglicher Vollrausch sicher und der spendable Dax-Anleger hätte trotz des nahezu linear steigenden Bierpreises auf der Wiesn nicht nur die „Bierpreis-Inflation“ ausgeglichen, sondern auch noch einen deutlichen Gewinn erzielt.

Deshalb stellt sich die Frage “Feiern oder Sparen?” eigentlich erst gar nicht. Findige Börsianer kümmern sich einfach beizeiten um ein langfristig orientiertes Aktiendepot. Dessen Erträge reichen nach erfolgreicher Anlagephase locker dazu aus, um sich die ein oder andere Maß extra zu gönnen. Ganz ohne finanziellen Kater am nächsten Tag.

PS: Wenn Sie schon jetzt an Ihrem Fest-Budget 2019 arbeiten möchten, dann sichern Sie sich Ihre aktuelle Aktienbrief-Gratisausgabe! Darin lesen Sie alles über die 100 erfolgreichsten Aktien der Welt - darunter einige Getränkehersteller, denen Sie auf dem Oktoberfest garantiert wieder begegnen werden…

Ich wünsche Ihnen ein entspanntes Wochenende,

Ihre Miss boerse.de

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