Sind Aktien das neue Klopapier?

Dienstag, 06.04.21 08:45

Irrationale Hamsterkäufe sind weit verbreitet. Wir alle erinnern uns noch an die Knappheit von Klopapier im letzten Frühjahr. Was für den Einzelhandel gilt, gilt auch an der Börse: Ruhe bewahren ist besser, als mit der Herde loszurennen und zu kaufen, was alle gerade haben wollen. 

Der mündige Anleger muss sein Schicksal selber in die Hand nehmen. Denn im Umfeld von 15.000 Punkten im Deutschen Aktienindex kommen dem ein oder anderen gelegentlich Zweifel auf. Zu viele Privatanleger agierten in der Vergangenheit häufig vergleichsweise erratisch. Erst investierten sie zu spät, kauften auf Höchstständen, um dann zu früh mit hohen Verlusten zu verkaufen und sich von den Kapitalmärkten abzuwenden.

Insofern ist es umso spannender zu sehen, wie die Kleinanleger derzeit handeln; wieder emotional oder doch eher rational? Nun ja, wer in den zurückliegenden Monaten gekauft hat, der mag signifikant im Plus liegen. Nur ist das eben nur die halbe Wahrheit und könnte im schlimmsten Fall unbedarfte Investoren zu unbedachten Handlungen verleiten.

Da sind zum Beispiel die Millennials; jene jungen Leute, die in steigender Zahl die Börse für sich entdeckt haben und beherzt einsteigen; einige von ihnen mit den großen Gewinnen vor Augen. Das erinnert viele ältere Marktteilnehmer an den Neuen Markt und die Konsequenzen des Wagemuts unerfahrener Anleger.

In Wahrheit war es doch eher so, dass die allermeisten ambitionierten Anleger damals schmerzhafte Verluste erlitten hatten und sich dann langsam wieder in die Gewinnzone sparen mussten.

Und wenn wir mal einen kurzen Blick auf die geopolitischen Begleiterscheinungen werfen, dann stellen wir fest, dass die gegenwärtigen Rekorde durchaus auf sandigem Fundament gebaut sein könnten. Der Streit zwischen den USA, China und Russland, der Streit um die Verteilung von Impfstoffen, die weiter um sich greifende dritte Welle der Pandemie und so weiter.

Meine Empfehlung lautet, einen Moment innezuhalten und nicht bedingungslos weiter einzukaufen. Vielleicht lohnt auch mal wieder der Blick auf Absicherungs-Produkte oder Teilschutz-Zertifikate. Die Klassiker unter den strukturierten Wertpapieren sorgen für eine sinnvolle Allokation des individuellen Depots; nehmen Risiken raus und verleihen mehr Sicherheit.

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Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der...
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