Tesla: Ritterschlag S&P 500. Und was kommt jetzt?

Donnerstag, 19.11.20 16:43
Guten Tag, liebe Leserinnen und Leser,

vor rund einem Jahr hätte ich mich um ein Haar verspekuliert und die Tesla-Aktie „geshortet”. Sprich: auf fallende Kurse gewettet. Mein gesunder, eher defensiv orientierter Menschenverstand hat mich glücklicherweise davor bewahrt, denn innerhalb der vergangenen zwölf Monate gewann die Tesla-Aktie +440%. Zudem wurde Anfang der Woche bekannt, dass Tesla vor Handelsbeginn am 21. Dezember 2020 sogar in den S&P 500 aufgenommen wird. Infolge dieser guten Nachricht sprang die Aktie des E-Auto-Pioniers um 10% nach oben was boerse.de-Signale-Leser, die der Tesla-Empfehlung im Januar gefolgt sind, besonders freuen dürfte.

Elon Musks Erfolgsgeschichte

Mein Pessimismus gegenüber der E-Auto-Aktie rührte daher, dass Unternehmensgründer Elon Musk in den vergangenen Jahren häufig Dinge versprach, die er nicht halten konnte. Zum Beispiel Produktionsziele, die Model-3-Auslieferung und: schwarze Zahlen. Anleger reagierten enttäuscht und schickten die Tesla-Aktie jahrelang auf Berg-und-Tal-Fahrt. Doch 2020, ausgerechnet im Jahr der Corona-Pandemie, scheint sich das Blatt zu wenden. Tesla schrieb im vergangenen Quartal zum fünften Mal in Folge schwarze Zahlen. In den drei Monaten bis Ende September erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 331 Millionen Dollar. Damit steigerte Tesla das Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 131%. Der Umsatz kletterte um 39% auf 8,8 Milliarden Dollar. Der Autobauer bekräftigte zudem, in diesem Jahr eine halbe Million Fahrzeuge ausliefern zu wollen. Mit diesem Ergebnis und der imposanten Prognose übertrifft das Unternehmen die Erwartung der Experten (und meine) bei Weitem.

Tesla: Vom Jäger zum Gejagten

Mit einem Börsenwert von fast 387 Milliarden Dollar ist Tesla aktuell der „schwerste” Autobauer weltweit. Zum Vergleich: Die Branchenriesen General Motors, Ford und Fiat-Chrysler bringen es gemeinsam nur auf gut 125 Milliarden Dollar. Deutsche Traditionsmarken wie VW, BMW oder Daimler liegen ebenfalls weit abgeschlagen und müssen aufpassen, den technologischen Anschluss nicht zu verlieren. Denn Teslas rasche Expansion, Forschung und Entwicklung sind beispiellos. In Grünheide bei Berlin sollen bald größere und leistungsfähigere Batteriezellen als bisher üblich gefertigt werden. In Teslas Gigafactory in Shanghai sollen 2021 bereits 550.000 Fahrzeuge hergestellt werden: gut 300.000 Stück der Mittelklasse-Limousine Model 3 und 250.000 Stück des auf derselben Plattform aufbauenden SUVs Model Y. Zudem gilt Tesla als Vorreiter im Bereich autonomes Fahren, was Elon Musk im Rahmen einer Messe mit folgenden Worten kommentierte: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass Level 5 beziehungsweise die vollständige Autonomie erreicht wird, und ich denke, dass dies sehr schnell geschehen wird".

Keine Frage: Tesla macht Tempo. Allerdings wird sich wohl erst in den kommenden Jahren entscheiden, welche Automobilhersteller vom historischen Branchenwandel langfristig profitieren werden. Zumal etablierte und neue Konkurrenten wie Rivian oder Byton und die rasch fortschreitende Wasserstofftechnologie nochmal Veränderung in die E-Auto-Welt bringen könnten.

Deshalb: Betrachten Sie die Tesla-Aktie als spannende Spielerei und Portfolioergänzung. Vergessen Sie darüber aber nicht, Ihr Depot auf ein solides Champions-Fundament bestehend aus den langfristig erfolgreichsten Aktien der Welt zu stellen. Welche das sind, erfahren Sie im neuen „Leitfaden für den Vermögensaufbau”, den Sie hier kostenlos anfordern können.

Ich wünsche Ihnen einen entspannten, erfolgreichen Börsentag,

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