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Benjamin Graham - Der „Vater“ des Value-Investings

Benjamin Graham gilt als Gründervater der Value-Strategie. Sein Buch „Der intelligente Investor“ zählt zu den meistgelesenen Werken in diesem Bereich und stellte bereits vor 62 Jahren beim damals 19-jährigen Warren Buffett die Weichen für dessen außergewöhnliche Karriere im Finanzsektor.
 

Vom Wohlstand in den Armenstand – ein begabtes Kind schlägt sich durch
 

Benjamin Graham wurde 1894 als Sohn der Familie Grossbaum in London geboren, die ein Jahr später in die USA auswanderte, denn der Vater wollte dort eine Niederlassung des Großbaumschen Porzellanhandels aufbauen. Die ersten Jahre lebte Benjamin mit seinen zwei älteren Brüdern im New Yorker Wohlstand. 1903 jedoch starb der Vater, und damit begann der wirtschaftliche Abstieg der Familie. Bens Mutter verfügte über wenig Geschäftssinn. Zunächst scheiterte sie beim Versuch, eine Pension aufzubauen, 1907 verlor sie während der Finanzkrise nahezu ihr ganzes Vermögen durch kreditfinanzierte Spekulationen mit Aktien.
 

Diese einschneidende Erfahrung mag dazu beigetragen haben, dass die Value-Legende Benjamin Graham später stets den Kapitalerhalt in den Vordergrund stellte. Anders als sein späterer Schüler Warren Buffett interessierte sich der jugendliche Graham aber zunächst weniger für geschäftliche Angelegenheiten, sondern entschied sich für eine klassische Ausbildung. Graham war ein umfassend begabter Schüler, ein Bücherwurm, der mehrfach Klassenstufen übersprang. Die berechtigte Hoffnung, ein Stipendium für das Columbia College zu bekommen, zerschlugen sich zunächst aufgrund einer Verwechslung innerhalb der Universitätsverwaltung.
 

Als dies im darauffolgenden Jahr korrigiert wurde, meinte der damals 17-Jährige, ein Jahr verloren zu haben, und nahm sich vor, das Studium in nur drei statt vier Jahren zu absolvieren. Letztlich schaffte Graham den Abschluss als Zweitbester nach lediglich zweieinhalb Jahren. Dies ist umso bemerkenswerter, als er während dieser Zeit gleichzeitig in einem Vollzeitjob arbeitete. Graham erhielt anschließend Angebote der Philosophischen, Mathematischen und Anglizistischen Institute, um dort eine akademische Karriere zu beginnen. Der Dekan des Colleges empfahl dem 20-Jährigen jedoch eine Karriere an der Wall Street. 1914 trat Graham seine Stelle bei der Brokerfirma Newburger, Henderson & Loeb an, einen wirtschaftswissenschaftlichen Kurs hat er nie besucht.
 

Benjamin Graham: Die Karriere beginnt
 

Nach Tätigkeiten als Laufbursche machte Benjamin Graham schnell Karriere in der Rentenabteilung der Firma. Graham erkannte, dass er zwar kein guter Bond-Verkäufer war, wohl aber ein guter „Statistiker“, wie damals Wertpapieranalysten genannt wurden. Da es jedoch noch keine offizielle Analyseabteilung bei Newbuger, Henderson & Loeb gab, wurde Graham als Person kurzerhand zu dieser „Abteilung“ gemacht. 1915 gelang ihm der erste Coup beim Value Investing. Graham hatte festgestellt, dass die sich in Auflösung befindliche Guggenheim Exploration Company deutlich geringer bewertet wurde, als die einzeln gehandelten Unternehmensteile. Dadurch war es möglich, einen Arbitrageprofit zu erzielen. Dieser Erfolg bestätigte Graham, weitere unterbewertete Aktien zu kaufen. Seine Firma nahm den 26-Jährigen 1920 als Partner auf, sein damaliges Einkommen wird auf eine halbe Million Dollar geschätzt.
 

Die Graham Newman Corporation
 

Drei Jahre später gründete Graham eine erste eigene Vermögensverwaltungsgesellschaft, 1926 erfolgte ein Neustart gemeinsam mit Jerome Newman. Zwei Jahre später wurde er an die Columbia Universität gerufen, wo er bis 1957 lehrte. Zu seinen Schülern zählten zahlreiche spätere Börsenlegenden wie Warren Buffett, Walter Schloss oder Irving Kahn. Der Crash von 1929 bereitete dem Leben auf der Überholspur allerdings vorerst ein Ende. Von 2,5 Millionen Dollar verwaltetem Kapital vor der Krise blieben 1932 lediglich 375.000 Dollar übrig. In den nächsten fünf Jahren arbeitete Graham ohne Vergütung, um das Vermögen der Kunden wieder aufzubauen. Parallel verfasste der Investor zusammen mit David Dodd sein Werk „Wertpapieranalyse“, das 1934 erstmals erschien und heute zu den Klassikern der Finanzliteratur zählt.
 

1949 folgte das an ein breiteres Publikum gerichtete Buch „Der intelligente Investor“, das Warren Buffett veranlasste, bei Graham zu studieren. Der Lehrer hatte damit seinen Meisterschüler gefunden: Buffett war der einzige Student, der jemals in einem Graham-Kurs die Note A+ erhielt. 1954 wurde Warren Buffett auch als Mitarbeiter in die Graham-Newman-Gesellschaft aufgenommen. Nur zwei Jahre später beschloss Benjamin Graham, in den Ruhestand zu gehen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er nie wieder Geld verloren und für seine Kunden 17 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet.
 

Fortan genoss Benjamin Graham sein auch privat turbulentes Leben – er war dreimal verheiratet – und starb 1976 in Frankreich. Sein Totengedicht verfasste er selbst: „Dieser Mann erinnerte sich an das, was sonst alle vergaßen, und vergaß viel, an das sich jeder erinnerte. Er lernte lang, arbeitete hart und lächelte häufig, gestärkt von Schönheit und gefesselt von der Liebe.“ …




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