Ein Student wollte wissen, ob es in der heutigen Zeit vergleichbar gute Investmentmöglichkeiten gäbe wie in Buffetts jungen Jahren. Die Antwort war ein klares Ja. Allerdings solle man sich bei seinen Entscheidungen weniger auf die vielen Theorien der Wirtschaftswissenschaften verlassen, da diese oftmals wenig bis gar nichts mit der Realität zu tun hätten. Genauso gilt es, die Schlagzeilen der Finanzpresse auszublenden.
Weitere Themen waren natürlich Dividenden und mögliche Aktienrückkäufe. Mit der Aussage, dass die beiden ggf. über Dividendenausschüttungen nachdenken würden, wenn sie etwas älter sind, sorgte Buffett für einen der zahlreichen Lacher des Tages. Immerhin ist das Orakel von Omaha inzwischen 81 und sein Kompagnon sogar schon 88 Jahre. Mögliche Rückkäufe der Berkshire-Aktie sind wiederum nur ein Thema, wenn die Anteile extrem unterbewertet wären.
In der Mittagspause und während der gesamten Veranstaltung hatten die mehr als 35.000 Besucher die Möglichkeit, sich in der angrenzenden Messehalle über die vielen Berkshire-Tochterfirmen zu informieren und Souvenirs zu ergattern. Die Palette reichte dabei von T-Shirts und Baseball-Kappen über M&M´s mit dem Buffet-Konterfei bis zu Spezial-Editionen von Cowboy-Stiefeln und Gold- bzw. Silbermünzen mit einer Buffet- oder Munger-Prägung.
Abends fuhren dann Hunderte Aktionäre zum Nebraska Furniture Mart, um am alljährlichen BBQ teilzunehmen.

Mir persönlich war diese Veranstaltung dann doch ein wenig zu überlaufen. Und Hand aufs Herz: Das angepriesene Pulled-Pork-Sandwich konnte dem Spanferkel bei unserem Tag der offenen Tür in Rosenheim nicht das Wasser reichen.
Wer Lust hatte, konnte tags darauf zum Juwelier Borsheim´s pilgern, der am Shopping Day mit einem 30%-Rabatt zum Einkauf einlud. Dabei ließ es sich Buffett nicht nehmen, eine Stunde selbst hinter dem Verkaufstresen zu stehen und allerlei Kostbarkeiten an den Mann bzw. die Frau zu bringen.

Für regen Andrang sorgte dort auch ein Tischtennis-Match zwischen Buffett und dessen Freund Bill Gates gegen Ariel Hsin, die die USA bei den Olympischen Spielen in London vertreten wird.
Alles in allem war die Berkshire-Hauptversammlung ein Event, dass ich jedem Anleger nur empfehlen kann. Im Gegensatz zu den nüchternen Veranstaltungen der Dax-Konzerne handelt es sich hier um ein ganz groß inszeniertes „Familientreffen“ von Langfristinvestoren aus aller Welt.
Mit bester Empfehlung
Jochen Appeltauer
Chefredakteur
boerse.de-AktienbriefP.S.: Weitere Eindrücke aus Omaha und einen ausführlichen Hintergrundbericht zu Berkshire Hathaway finden Sie im nächsten
Aktienbrief, der kommende Woche erscheint.