Auftrag gültig bis Widerruf

Was bedeutet Auftrag gültig bis Widerruf?

Der Börsenbegriff „Auftrag gültig bis Widerruf“ bezeichnet eine spezielle Form der Auftragserteilung an Banken oder Broker, bei der ein Kauf- oder Verkaufsauftrag für Wertpapiere, Fonds oder Zertifikate solange aktiv bleibt, bis der Anleger ihn explizit widerruft. Im Englischen wird diese Orderform häufig als Good-Till-Cancelled (GTC) Order bezeichnet. Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Aufträgen, wie Tagesorders oder Aufträgen mit festen Ablaufdaten, bietet diese Variante Anlegern eine langfristige Flexibilität.

Auftrag gültig bis Widerruf ist insbesondere für Anleger interessant, die bestimmte Preisziele verfolgen oder den Markt nicht täglich überwachen möchten. Diese Art der Order ermöglicht es, automatisch auf Kursbewegungen zu reagieren, ohne dass der Anleger ständig aktiv werden muss.

Funktionsweise

Bei einem Auftrag „gültig bis Widerruf“ legt der Anleger bestimmte Parameter fest:

  • Art des Auftrags: Kauf oder Verkauf eines bestimmten Wertpapiers.
  • Preisgrenze: Der Limitpreis, zu dem die Order ausgeführt werden soll.
  • Menge: Die Anzahl der zu handelnden Wertpapiere.

Die Order bleibt im Orderbuch des Brokers oder der Börse aktiv, bis sie entweder ausgeführt oder vom Anleger widerrufen wird. Solange der Kurs die angegebenen Bedingungen nicht erreicht, erfolgt keine Ausführung. Dies erleichtert es Anlegern, ihre Handelsstrategien umzusetzen, ohne permanent den Markt beobachten zu müssen.

Beispiele aus der Praxis

1. Ein Anleger möchte die Aktie der Allianz AG bei 200€ kaufen. Er erteilt eine Kauforder „gültig bis Widerruf“. Die Order bleibt aktiv, bis der Kurs 200€ erreicht oder der Anleger die Order storniert.

2. Ein Investor möchte einen DAX-ETF verkaufen, sobald der Index 15.500 Punkte überschreitet. Durch die Order „gültig bis Widerruf“ wird der Verkauf automatisch ausgeführt, sobald das Kursziel erreicht wird, ohne dass der Anleger täglich handeln muss.

Vorteile

  • Bequemlichkeit: Die Order muss nicht täglich erneuert werden.
  • Flexibilität: Anleger können langfristige Kursziele verfolgen.
  • Automatische Ausführung: Sobald der Preis erreicht wird, erfolgt die Order ohne manuelles Eingreifen.
  • Strategische Nutzung: Ideal für Nachkäufe, Absicherungen oder geplante Ausstiege.

Nachteile und Risiken

  • Kapitalbindung: Bei Kauforders bleibt das Kapital bis zur Ausführung gebunden.
  • Marktrisiko: Kursbewegungen können sich ändern, bevor die Order ausgeführt wird.
  • Veraltete Orderbedingungen: Anleger müssen die Order regelmäßig prüfen, um sicherzustellen, dass sie noch zur aktuellen Strategie passt.
  • Gebühren: Manche Broker erheben zusätzliche Kosten für dauerhaft aktive Orders.

Strategische Nutzung

Aufträge „gültig bis Widerruf“ eignen sich besonders für langfristige Anleger, die bestimmte Kurslevel abwarten, ohne den Markt ständig überwachen zu müssen. Typische Strategien sind:

  • Nachkäufe bei Rücksetzern, um den Durchschnittskaufpreis zu optimieren.
  • Absicherung von Gewinnzielen durch Verkaufsorders.
  • Teilnahme an geplanten Kursbewegungen ohne täglichen Aufwand.

boerse.de-Schlussfolgerung

Ein Auftrag „gültig bis Widerruf“ ist eine flexible und praktische Möglichkeit, Kauf- oder Verkaufsaufträge über längere Zeiträume aktiv zu halten. Er ermöglicht Anlegern, Marktchancen zu nutzen, ohne permanent eingreifen zu müssen. Gleichzeitig ist regelmäßige Kontrolle notwendig, um Risiken wie Kapitalbindung oder veränderte Marktbedingungen zu managen. Strategisch eingesetzt kann diese Auftragsart helfen, Handelsentscheidungen zu optimieren und die Effizienz der Investmentstrategie zu erhöhen.

Siehe Good-Till-Cancelled-Auftrag



Kennen Sie bereits die 100 langfristig erfolgreichsten und sichersten Aktien der Welt? Klicken Sie hier...