Der Börsenbegriff „Auftrag gültig bis Widerruf“ bezeichnet eine spezielle Form der Auftragserteilung an Banken oder Broker, bei der ein Kauf- oder Verkaufsauftrag für Wertpapiere, Fonds oder Zertifikate solange aktiv bleibt, bis der Anleger ihn explizit widerruft. Im Englischen wird diese Orderform häufig als Good-Till-Cancelled (GTC) Order bezeichnet. Im Gegensatz zu zeitlich begrenzten Aufträgen, wie Tagesorders oder Aufträgen mit festen Ablaufdaten, bietet diese Variante Anlegern eine langfristige Flexibilität.
Auftrag gültig bis Widerruf ist insbesondere für Anleger interessant, die bestimmte Preisziele verfolgen oder den Markt nicht täglich überwachen möchten. Diese Art der Order ermöglicht es, automatisch auf Kursbewegungen zu reagieren, ohne dass der Anleger ständig aktiv werden muss.
Bei einem Auftrag „gültig bis Widerruf“ legt der Anleger bestimmte Parameter fest:
Die Order bleibt im Orderbuch des Brokers oder der Börse aktiv, bis sie entweder ausgeführt oder vom Anleger widerrufen wird. Solange der Kurs die angegebenen Bedingungen nicht erreicht, erfolgt keine Ausführung. Dies erleichtert es Anlegern, ihre Handelsstrategien umzusetzen, ohne permanent den Markt beobachten zu müssen.
1. Ein Anleger möchte die Aktie der Allianz AG bei 200€ kaufen. Er erteilt eine Kauforder „gültig bis Widerruf“. Die Order bleibt aktiv, bis der Kurs 200€ erreicht oder der Anleger die Order storniert.
2. Ein Investor möchte einen DAX-ETF verkaufen, sobald der Index 15.500 Punkte überschreitet. Durch die Order „gültig bis Widerruf“ wird der Verkauf automatisch ausgeführt, sobald das Kursziel erreicht wird, ohne dass der Anleger täglich handeln muss.
Aufträge „gültig bis Widerruf“ eignen sich besonders für langfristige Anleger, die bestimmte Kurslevel abwarten, ohne den Markt ständig überwachen zu müssen. Typische Strategien sind:
Ein Auftrag „gültig bis Widerruf“ ist eine flexible und praktische Möglichkeit, Kauf- oder Verkaufsaufträge über längere Zeiträume aktiv zu halten. Er ermöglicht Anlegern, Marktchancen zu nutzen, ohne permanent eingreifen zu müssen. Gleichzeitig ist regelmäßige Kontrolle notwendig, um Risiken wie Kapitalbindung oder veränderte Marktbedingungen zu managen. Strategisch eingesetzt kann diese Auftragsart helfen, Handelsentscheidungen zu optimieren und die Effizienz der Investmentstrategie zu erhöhen.