Die Bankenabgabe ist eine finanzielle Abgabe, die Banken an den Staat leisten müssen, um die Stabilität des Finanzsystems zu sichern und mögliche Kosten von Krisen aufzufangen. Sie wird insbesondere zur Finanzierung von Einlagensicherungssystemen oder Fonds zur Abwicklung insolventer Banken verwendet. Die Bankenabgabe dient damit der Prävention systemischer Risiken und schützt Sparer, Anleger sowie die öffentliche Hand vor den Folgen einer Bankenkrise.
Die Bankenabgabe wird von Banken auf Basis bestimmter Kriterien berechnet, etwa ihrer Bilanzsumme, der risikobehafteten Aktiva oder ihres Beitrags zu systemischen Risiken. Sie wird in vielen Ländern eingeführt, nachdem die Finanzkrise 2008 deutlich gemacht hat, dass Banken im Krisenfall oft staatliche Rettung benötigen. Ziel ist es, dass die Banken einen Teil der Kosten von künftigen Krisen selbst tragen und die Steuerzahler nicht in voller Höhe belastet werden.
In Deutschland wurde die Bankenabgabe 2011 eingeführt, um die nationalen Einlagensicherungs- und Restrukturierungsfonds zu finanzieren. Die Abgabe wird von allen in Deutschland ansässigen Banken entrichtet, wobei systemrelevante Banken einen höheren Beitrag leisten als kleinere Institute.
Die Höhe der Bankenabgabe hängt von mehreren Faktoren ab:
Die Bankenabgabe erfüllt mehrere zentrale Funktionen:
Ein Beispiel für die Umsetzung der Bankenabgabe ist die Regelung in Deutschland, bei der Banken Beiträge in den Fonds zur Abwicklung und Restrukturierung von Instituten einzahlen. Systemrelevante Banken wie die Deutsche Bank tragen dabei höhere Beiträge als regionale Kreditinstitute. In anderen Ländern, wie Großbritannien, wird die Abgabe ebenfalls zur Finanzierung eines nationalen Abwicklungsfonds erhoben.
Die Abgabe kann auch als Instrument der Regulierung verstanden werden: Banken, die höhere Risiken eingehen, zahlen mehr, was den Anreiz schafft, vorsichtiger zu wirtschaften. Gleichzeitig sorgt die Abgabe für Transparenz und Planungssicherheit für die öffentliche Hand, da die Mittel langfristig bereitstehen.
Trotz ihrer Vorteile steht die Bankenabgabe in der Kritik:
Die Bankenabgabe ist ein wichtiges Instrument zur Absicherung des Finanzsystems und zur Prävention von Bankenkrisen. Sie sorgt dafür, dass Banken einen Teil der Risiken selbst tragen und trägt zur Finanzierung von Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds bei. Für Anleger und Steuerzahler bietet sie zusätzlichen Schutz und erhöht das Vertrauen in das Bankensystem. Gleichzeitig müssen Banken die Kosten der Abgabe in ihre Geschäftsstrategien einbeziehen, um Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität zu sichern.