Cross Rate

Was ist eine Cross Rate?

Eine Cross Rate bezeichnet im Devisenhandel den Wechselkurs zwischen zwei Währungen, der über eine dritte Währung, meist den US-Dollar, ermittelt wird. Mit anderen Worten: Eine Cross Rate zeigt an, wie viele Einheiten einer Währung benötigt werden, um eine Einheit einer anderen Währung zu kaufen, ohne dass direkt ein direkter Handelskurs vorliegt. Cross Rates werden insbesondere dann verwendet, wenn zwei Währungen nicht direkt aneinander gehandelt werden oder keine ausreichende Liquidität für ein direktes Währungspaar besteht.

Berechnung einer Cross Rate

Die Berechnung einer Cross Rate erfolgt in der Regel über eine dritte, gängige Referenzwährung. Am häufigsten wird der US-Dollar verwendet, da er weltweit als Leitwährung fungiert. Das Grundprinzip lautet:

Wenn man den Wechselkurs von Währung A zu USD und den Wechselkurs von Währung B zu USD kennt, kann man den Kurs von Währung A zu Währung B berechnen, indem man den Kurs von Währung A zu USD durch den Kurs von Währung B zu USD teilt.

Beispiel: Angenommen, 1 EUR = 1,10 USD und 1 GBP = 1,30 USD. Die Cross Rate EUR/GBP würde sich dann wie folgt berechnen: 1,10 / 1,30 = 0,846 EUR pro GBP.

Bedeutung im Devisenhandel

Cross Rates sind ein wichtiges Instrument für Banken, Broker und internationale Unternehmen. Sie ermöglichen die Preisbestimmung von Währungen, die nicht direkt gegeneinander gehandelt werden, und erhöhen die Transparenz im Devisenmarkt. Zudem spielen Cross Rates eine zentrale Rolle bei der Absicherung von Wechselkursrisiken und bei Arbitragegeschäften, da Preisunterschiede zwischen direkten und indirekten Wechselkursen ausgenutzt werden können.

Beispiele für Cross Rates

Typische Cross Rates betreffen häufig Währungspaare, die außerhalb der Hauptwährungen wie EUR/USD, USD/JPY oder GBP/USD gehandelt werden. Beispiele sind:

  • EUR/JPY: Der Kurs zwischen Euro und japanischem Yen wird über den USD ermittelt.
  • GBP/CHF: Der Kurs zwischen britischem Pfund und Schweizer Franken kann über den USD als Referenz berechnet werden.
  • AUD/CAD: Australischer Dollar und kanadischer Dollar werden häufig über den US-Dollar als Zwischenwährung gehandelt.

Vorteile und Risiken

Cross Rates bieten die Möglichkeit, auch zwischen weniger liquiden Währungen einen fairen Marktpreis zu ermitteln und Arbitragemöglichkeiten zu nutzen. Sie erhöhen die Effizienz des Devisenhandels und erlauben internationale Transaktionen ohne direkte Liquiditätsprobleme.

Gleichzeitig entstehen Risiken: Abhängig von der Volatilität der Referenzwährung können sich Cross Rates stark verändern. Ungenauigkeiten oder Verzögerungen in den Basiswechselkursen können ebenfalls zu Fehlbewertungen führen, was insbesondere für Unternehmen mit internationalen Zahlungsverpflichtungen relevant ist.

boerse.de-Schlussfolgerung

Eine Cross Rate ist ein wichtiger Indikator im Devisenhandel, der den Kurs zwischen zwei Währungen über eine dritte, häufig den US-Dollar, berechnet. Sie ermöglicht den Handel zwischen Währungen ohne direkten Markt und trägt zur Transparenz und Effizienz des internationalen Devisenhandels bei. Anleger, Unternehmen und Banken nutzen Cross Rates zur Preisbestimmung, Absicherung und Arbitrage, sollten dabei aber die Volatilitätsrisiken der beteiligten Währungen im Blick behalten.



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