Ein Disagio (auch als Abgeld oder Damnum bezeichnet) ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem Nennwert eines Kredits, Darlehens oder Wertpapiers und dem tatsächlich ausgezahlten Betrag, wenn dieser unter dem Nominalwert liegt. Anders ausgedrückt: Das Disagio ist ein Abschlag, den der Kreditnehmer beim Erhalt des Darlehens in Kauf nimmt, während der Kreditgeber den vollen Nennwert zurückerhält.
Das Disagio wird häufig bei Anleihen, Hypothekenkrediten oder Bankdarlehen eingesetzt, um den effektiven Zinssatz anzupassen oder die Finanzierungskosten für den Kreditnehmer zu steuern. Es dient sowohl der Risikoabdeckung für den Kreditgeber als auch der steuerlichen Gestaltung beim Kreditnehmer.
Die Funktionsweise eines Disagios lässt sich anhand folgender Punkte erklären:
Ein Unternehmen nimmt ein Bankdarlehen über 500.000€ auf, das mit einem Disagio von 3% versehen ist. Die Auszahlung erfolgt in Höhe von 485.000€, während am Ende der Laufzeit der volle Nennwert von 500.000€ zurückzuzahlen ist. Das Disagio erhöht somit den effektiven Zinssatz und kann steuerlich berücksichtigt werden.
Bei Anleihen: Eine 10-jährigen Unternehmensanleihe mit einem Nennwert von 1.000€ wird für 970€ verkauft. Der Anleger zahlt 970€ und erhält am Ende der Laufzeit 1.000€, wodurch das Disagio die effektive Rendite steigert.
Ein Disagio ist ein wichtiges Finanzinstrument, um Kredite, Anleihen oder Darlehen effektiv zu gestalten. Es ermöglicht eine Anpassung des effektiven Zinssatzes, steuerliche Optimierung und Renditesteigerung für Anleger. Gleichzeitig sollten Kreditnehmer die sofortige Liquiditätsreduzierung und die höhere Rückzahlungspflicht berücksichtigen. Für Finanzplanung, Kreditmanagement und Investitionsentscheidungen ist das Disagio daher eine zentrale Kennzahl, die Chancen und Risiken transparent macht.