Discount Paper

Was ist Discount Paper?

Discount Paper ist ein kurzfristiges, verzinsliches Wertpapier, das von Unternehmen, Banken oder Staaten ausgegeben wird, um kurzfristigen Finanzierungsbedarf zu decken. Der besondere Charakter von Discount Paper liegt darin, dass es nicht mit einem Kupon ausgestattet ist, sondern unter dem Nennwert ausgegeben wird. Anleger erwerben das Papier also zu einem Preis unterhalb des Nominalwertes und erhalten bei Fälligkeit den vollen Nominalbetrag zurück. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Rückzahlungswert entspricht dem Gewinn für den Investor und wird als Diskont bezeichnet.

Discount Paper gehört zu den klassischen Instrumenten des Geldmarkts und ist ein wichtiges Mittel für kurzfristige Liquiditätssteuerung sowohl für Emittenten als auch für Anleger.

Funktionsweise von Discount Paper

Die Funktionsweise lässt sich in wenigen Schritten zusammenfassen:

  • Emission: Ein Unternehmen, eine Bank oder ein Staat gibt Discount Paper zu einem Preis unter dem Nennwert aus, z.B. 98% des Nominalbetrags.
  • Kauf durch Anleger: Investoren erwerben die Papiere und zahlen den reduzierten Betrag.
  • Haltedauer: Discount Paper hat meist sehr kurze Laufzeiten von wenigen Tagen bis zu einem Jahr.
  • Rückzahlung: Am Ende der Laufzeit zahlt der Emittent den vollen Nominalwert zurück. Die Differenz zwischen Kaufpreis und Rückzahlungswert stellt die Rendite dar.

Bedeutung für Emittenten und Investoren

  • Emittenten: Discount Paper ermöglicht eine schnelle und flexible kurzfristige Finanzierung ohne laufende Zinszahlungen. Es dient insbesondere der Überbrückung von Liquiditätsengpässen.
  • Anleger: Für Investoren bietet Discount Paper eine kurzfristige, planbare Rendite bei vergleichsweise geringem Risiko, da viele Emittenten von hoher Bonität sind, z.B. Staaten oder führende Banken.
  • Geldmarkt: Discount Paper spielt eine zentrale Rolle im Geldmarkt und wird oft als Benchmark für kurzfristige Zinssätze verwendet.

Beispiele aus der Praxis

Ein Unternehmen benötigt kurzfristig 10 Mio. € Liquidität und emittiert Discount Paper mit 3-monatiger Laufzeit. Der Nennwert beträgt 10 Mio. €, der Emissionspreis liegt bei 9,95 Mio. €. Am Laufzeitende zahlt das Unternehmen den vollen Nominalwert zurück. Die Differenz von 50.000 € entspricht dem Gewinn für die Anleger.

Ein weiteres Beispiel ist die Ausgabe von US-Treasury Bills, die ebenfalls als Discount Paper gelten. Sie werden unter dem Nennwert verkauft und bei Fälligkeit zum vollen Nominalwert eingelöst, was die kurzfristige Finanzierung des Staates sicherstellt und gleichzeitig eine sichere Anlagemöglichkeit für institutionelle Anleger bietet.

Vor- und Nachteile von Discount Paper

  • Vorteile: Schnelle Liquiditätsbeschaffung für Emittenten, planbare Rendite für Anleger, keine laufenden Zinszahlungen, kurze Laufzeiten, hohe Handelbarkeit am Geldmarkt.
  • Nachteile: Rendite begrenzt auf Diskont, Kursänderungen vor Fälligkeit möglich, abhängig von Bonität des Emittenten, meist nur für kurzfristige Anlageziele geeignet.

boerse.de-Schlussfolgerung

Discount Paper ist ein wichtiges Instrument des Geldmarktes, das sowohl Unternehmen, Banken als auch Staaten zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung nutzen. Anleger profitieren von einer planbaren Rendite ohne laufende Zinszahlungen, während Emittenten schnell und effizient Kapital erhalten. Die einfache Struktur, kurze Laufzeit und relativ geringe Risiken machen Discount Paper zu einem beliebten Finanzinstrument für kurzfristige Investitionen und Liquiditätsmanagement.



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