Die Diskontpolitik bezeichnet die strategische Festlegung und Anpassung des Diskontsatzes durch eine Zentralbank, um die Geldpolitik zu steuern. Der Diskontsatz ist der Zinssatz, zu dem Geschäftsbanken kurzfristige Kredite bei der Zentralbank aufnehmen können. Durch Änderungen dieses Zinssatzes beeinflusst die Zentralbank die Liquidität im Bankensystem, die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte sowie indirekt Inflation und Konjunkturentwicklung.
Diskontpolitik ist ein klassisches geldpolitisches Instrument, das vor allem vor der Einführung moderner Offenmarkt- und Leitzinsinstrumente eingesetzt wurde, heute jedoch weiterhin eine Rolle bei kurzfristigen Liquiditätsmaßnahmen spielt.
Die Diskontpolitik funktioniert über die Anpassung des Zinssatzes, zu dem Banken Geld von der Zentralbank leihen können. Die grundlegenden Mechanismen sind:
Ein praktisches Beispiel ist die Europäische Zentralbank (EZB), die den Diskontsatz als Instrument zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung einsetzen kann. Senkt die EZB den Diskontsatz, können Banken kurzfristig günstiger Geld aufnehmen, was die Kreditvergabe an Unternehmen erleichtert und Investitionen stimuliert.
Historisch wurde die Diskontpolitik in den USA durch die Federal Reserve genutzt, um die Geldversorgung zu steuern. Während der Finanzkrise 2008 senkte die Fed den Diskontsatz deutlich, um Banken Liquidität bereitzustellen und die Kreditmärkte zu stabilisieren.
Die Diskontpolitik ist ein klassisches geldpolitisches Instrument der Zentralbanken, mit dem die Liquidität im Bankensystem und die Kreditvergabe an Unternehmen und Haushalte beeinflusst werden. Durch die Anpassung des Diskontsatzes kann die Zentralbank wirtschaftliche Entwicklungen steuern, Inflation dämpfen oder Investitionen fördern. Auch wenn moderne Geldpolitik stärker auf Leitzinsen und Offenmarktgeschäfte setzt, bleibt die Diskontpolitik ein wichtiges Instrument, insbesondere zur kurzfristigen Steuerung der Liquidität und als Signal für Märkte und Finanzakteure.