Der Einführungskurs (auch Emissionskurs oder Erstnotierungskurs) ist der Preis, zu dem eine Aktie erstmals an der Börse gehandelt wird, wenn ein Unternehmen den Gang an die Börse (Initial Public Offering – IPO) vollzieht. Er wird vor dem ersten Handelstag von der emittierenden Bank (meist eine Konsortialbank) zusammen mit dem Unternehmen festgelegt und dient als Startpunkt für den Sekundärmarkt-Handel.
Der Einführungskurs entsteht in der Regel durch das sogenannte Bookbuilding-Verfahren:
Am ersten Handelstag wird die Aktie meist im fortlaufenden Handel (Xetra) oder per Auktion (Einheitskurs) eingeführt. Typische Muster:
Privatanleger können in den meisten IPOs über ihre Depotbank zeichnen. Vorteil: Sie erhalten die Aktien exakt zum Einführungskurs (ohne Spread). Allerdings gibt es oft Zuteilungsquoten von nur wenigen Prozent bei überzeichneten IPOs. Viele Anleger warten daher bewusst ab und kaufen erst im Sekundärmarkt, wenn der Kurs sich stabilisiert hat – oft günstiger als der anfängliche Hype-Preis.
Der Einführungskurs ist nicht zu verwechseln mit dem Bezugskurs bei bezugsberechtigten Kapitalerhöhungen. Dort erhalten Bestandsaktionäre neue Aktien zu einem meist deutlich niedrigeren Preis als dem aktuellen Börsenkurs.
Der Einführungskurs ist der offizielle Startpreis einer Aktie an der Börse und das Ergebnis eines intensiven Bookbuilding-Prozesses. Er spiegelt die aktuelle Nachfrage wider und ist oft der Ausgangspunkt für starke Kurssprünge am ersten Handelstag. Für Privatanleger bieten IPOs die Chance, von Anfang an dabei zu sein – allerdings mit dem Risiko, dass überhitzte Kurse nach einigen Tagen oder Wochen wieder deutlich zurückkommen. Wer an einem Börsengang teilnimmt, sollte sich bewusst sein: Der Einführungskurs ist selten der günstigste Einstiegskurs auf langer Sicht.