Die European Interbank Offered Rate, kurz EURIBOR, ist der Zinssatz, zu dem sich Banken innerhalb der Eurozone gegenseitig unbesicherte Kredite gewähren. Er dient als Referenzzinssatz für zahlreiche Finanzprodukte, darunter variable Hypotheken, Unternehmenskredite, Geldmarktinstrumente und Derivate. Der EURIBOR wird täglich für verschiedene Laufzeiten, von einer Woche bis zu zwölf Monaten, ermittelt und ist ein zentraler Indikator für die Geldmarktzinsen innerhalb der Eurozone.
Der EURIBOR wird auf Basis der Zinssätze berechnet, die große europäische Banken bereit sind, anderen Banken für kurzfristige Kredite anzubieten. Ein ausgewählter Panel von Banken meldet täglich seine Zinssätze, aus denen der Mittelwert gebildet wird. Dieser Mittelwert wird anschließend veröffentlicht und dient als Benchmark für zahlreiche Finanzprodukte. Durch die Vielzahl der meldenden Banken und die tägliche Berechnung spiegelt der EURIBOR die aktuellen Geldmarktbedingungen und die Liquidität im europäischen Bankensystem wider.
Der EURIBOR ist für Finanzmärkte, Banken und Unternehmen von zentraler Bedeutung. Er dient als Grundlage für die Verzinsung variabel verzinster Kredite und Anleihen. So kann beispielsweise ein Unternehmen wie Siemens den EURIBOR als Referenzwert für die Zinsberechnung bei aufgenommenen Krediten nutzen. Auch Derivate wie Zinsswaps oder Forward Rate Agreements orientieren sich häufig am EURIBOR. Veränderungen des Zinssatzes wirken sich daher direkt auf Finanzierungskosten, Investitionsentscheidungen und die Rendite von Finanzprodukten aus.
Ein praktisches Beispiel ist ein variabel verzinster Unternehmenskredit mit einer Laufzeit von drei Jahren, der an den 3-Monats-EURIBOR gekoppelt ist. Steigt der EURIBOR, erhöhen sich die Zinskosten des Unternehmens; fällt er, sinken die Finanzierungskosten. Auch im Privatkundengeschäft, etwa bei variabel verzinsten Hypotheken oder Konsumentenkrediten, orientiert sich die Verzinsung häufig am EURIBOR, wodurch die Zinssätze transparent und marktgerecht angepasst werden können.
Der EURIBOR wird in Banken für die Festlegung variabler Zinssätze genutzt, in Unternehmen für Finanzplanung und in der Derivatebewertung für Preisbildung und Risikomanagement. Durch seine Rolle als Benchmark beeinflusst er unmittelbar die Kosten für Kredite, Anleihen, Zinsswaps und andere Finanzinstrumente. Institutionelle Investoren und Analysten beobachten den EURIBOR daher genau, um Marktbewegungen einzuschätzen und Strategien entsprechend anzupassen.
Die European Interbank Offered Rate (EURIBOR) ist der zentrale Referenzzinssatz für den Geldmarkt in der Eurozone und beeinflusst sowohl kurzfristige als auch langfristige Finanzprodukte. Für Unternehmen, Banken und Investoren ist er ein entscheidender Indikator zur Kalkulation von Krediten, Derivaten und variabel verzinsten Anlagen. Ein fundiertes Verständnis des EURIBOR ist daher unverzichtbar, um Finanzrisiken zu steuern, Finanzierungskosten zu planen und Marktchancen effizient zu nutzen.